Schlag gegen Islamismus oder Schlag gegen individuelle Würde und Freiheit? – Gedanken zu den letzten Entwicklungen in Iran.
Das Regime in Iran hat weltweit viele Unterstützer. Aber auch sehr viele Gegner mittlerweile. Angetreten waren Revolutionäre 1978/79 unterschiedlichster politischer Farben, um dem Kapitalismus, der Freimaurerei, dem Zionismus, die Stirn zu bieten.
Ideologen, Soziologen und Philosophen hatten das Feld vorbereitet. Illustre Figuren wie Ahmad Fardid mit seinen Theorien über „Die Zeit danach“ und die Vergiftung der Gesellschaft durch Verwestlichung, oder dem Soziologen Ali Schariati, zogen mit ihren Theorien um die Bedeutung der Religion bei der Entwicklung einer Gesellschaft junge Männer in ihren Bann.
Im Westen jubelten Intellektuelle und die Politik hoffte auf Frieden durch die Versprechen des greisen Revolutionärs Chomeini. Diese Hoffnungen hätten sich eigentlich spätestens mit der Besetzung der US-Botschaft und Geiselnahme einiger Dutzend Diplomaten für 444 Tage zerschlagen sollen.

Mit jedem Jahr wurden die Revolutionäre in ihren Überzeugungen gestärkt und sie transformierten in 46 Jahren ein reiches Land in eine Gauner- und Mördergrube, die ihre eigene Bevölkerung quälte und ihre dogmatischen Vorstellungen in die Welt exportierten.
▶️️️#Iran – La face cachée de Khamenei : “Les Iraniens sont les maîtres de Dubaï. Notamment les pasdarans, les gardiens de la révolution islamique.”@VincentCrouzet4#24hPujadas #LCI #Khamenei ⤵️ pic.twitter.com/Ia4crNu8jM
— 24h Pujadas (@24hPujadas) January 14, 2026
Mittlerweile hat die Krake aus Teheran, die einige seiner Arme eingebüsst hat (Hisbollah, Hamas, Houthis, Syrien, Venezuela), so viele Mittel in den Aufbau der Weltrevolution zur Errichtung eines allesvereinnahmenden Kalifats eingesetzt, dass die eigene Bevölkerung vor einer Hungerkrise steht, mitten in einem Währungstief und sich von einer tief frustrierten Bevölkerung abgelehnt sieht.
Einerseits löst dies Unruhe in den Echokammern des Regimes aus, andererseits schert man sich wenig darum und mäht mal kurzerhand zwischen 12.000 und 20.000 Frauen, Kinder und Männer um und verkauft den Verwandten dann die Leichen gegen hohe „Gebühren“.
Trump hatte die Menschen in Iran ermutigt, „Institutionen zu übernehmen“ und das Regime vor Blutvergiessen gewarnt. Als klar war, dass ein Massaker an den Menschen verübt worden war, waren laut Berichten einige Massnahmen zum Einsatz gegen das Regime aktiviert worden.
Doch Stand jetzt scheint es, habe sich Trump von Emissären aus Saudi-Arabien und Qatar überzeugen lassen, nicht einzuschreiten. Das Kalkül der beiden arabischen Staaten beruht einerseits auf der Angst, einen Flächenbrand in der Region auszulösen. Ein Narrativ, das gerne vom Regime in Iran genährt wird. Andererseits könnte es sein, dass ein Regime, dessen Krakenarme in der Region stark geschwächt wurden, mehr Platz lässt für den Einfluss der Qataris und Saudis.
All the headlines suggesting that our so-called Arab allies have intervened on behalf of Iran to avoid decisive military action by President Trump are beyond disturbing. The ayatollah’s regime has American blood on its hands. They are slaughtering people in the streets.
— Lindsey Graham (@LindseyGrahamSC) January 15, 2026
If it… https://t.co/A6bgczkb4q
Für die Menschen in Iran ist es bitter, dass nach der Weigerung Präsident Obamas ihnen zu helfen, ein wortgewaltiger Donald Trump von Unterstützung redet, aber im letzten Moment kneift. Das könnte dem sich ausbreitenden Islamismus im Westen weiter Auftrieb verschaffen, denn das Regime wird nicht aufhören, seine langfristigen Ziele (weltweites Kalifat) zu verfolgen.
Einen Schlag gegen Freiheit und individuelle Würde werden die Menschen im Westen diese Entscheidung empfinden müssen, denn die Botschaft ist deutlich. Geschäfte mit Tyrannen sind wichtiger als der Schutz des Lebens.
Die Paradoxien der Weltgeschichte setzen sich fort und Europa ist Zuschauer, denn Frankreich, Spanien und Italien halten es nicht für nötig, wenigstens den militärisch-wirtschaftlichen Komplex der IRGC zu bremsen und wollen sie nicht auf die Terrorliste der EU setzen lassen.
Apparently, #France, #Italy and #Spain are blocking the #IRGC listing as a terror organisation. This is unacceptable given the brutality of recent days. I urge these governments to reconsider this stance fast and will reach out to them myself.https://t.co/nQxYWw9rlu
— Hannah Neumann (@HNeumannMEP) January 15, 2026
Aber vielleicht sieht die Welt morgen früh doch ganz anders und völlig überraschend im Sinne der Eindämmung politisch-religiöser Fantasien aus und die Würde des Menschen hat unerwartete Unterstützung erhalten.
@Helmut N. Gabel für mehriran.de, 01.2026



