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Sie verlangen Freiheit

mehriran.de - Nicht nur in Karlsruhe gehen Exil-Iraner zur Zeit auf die Straße. Der Antrieb sich lautstark für die alte Heimat stark zu machen, hat in den letzten Wochen Nahrung durch die Unruhen in Iran bekommen.

mehriran.de - Seit Jahren stehen Frauen und Männer, die im Iran geboren wurden und in Deutschland eine sichere Heimat gefunden haben, am Samstag auf dem Ida-Ehre-Platz mitten in Hamburg und protestieren beharrlich und stumm gegen Menschenrechtsverletzungen im Iran. Es ist wie ein Ritual, es gehört zu Hamburg, so wie das Konsulat der Islamischen Republik Iran oder die Bank Melli Iran an der Holzbrücke. Das zeigt auch die beiden Gesichter und Stimmungen in der Stadt gegenüber dem Regime. Einerseits, der Linie der Bundesregierung folgend, sind gewichtige Erwartungen an Handelsbeziehungen geknüpft, andererseits gibt es neben den Stimmen der Exil-Iraner auch viele Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen das Regime aussprechen, weil sie von den rabiaten Menschenrechtsverletzungen und anderen Umständen im Iran hören.

In Karlsruhe haben sich seit zwei Wochenenden Iranerinnen und Iraner ohne politische Zugehörigkeit versammelt. Sie wenden sich an die Mitbürgerinnen und Mitbürger und erläutern, warum sie auf die Straße gehen. Ihre Schilder gleichen den Aufrufen aus dem Iran. Sie fordern eine Ende der Diktatur, ein Ende der Herrschaft Ali Chameneis, keine Geschäfte mit den Mullahs und protestieren gegen Mahmoud Schahrudi, einen Regimevertreter, der in seiner Amtszeit unter anderen Todesurteilen auch Steinigungen und Kinderexekutionen angeordnet hat. Schahrudi hat sich vor Kurzem in einer deutschen Privatklinik behandeln lassen. Als bekannt wurde, dass er sich in Deutschland aufhält, brach ein Proteststurm los und mehrere Strafanträge wurden gegen ihn gestellt. Hals über Kopf hat er mit seinen Leibwächtern schließlich vor Ende der behandlung die Flucht ergriffen und ist zurück in den Iran geflohen.

Schirin Mazandan © mehriran.de