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Den Frieden trommeln

Politische- und Gewissensgefangene im Iran bekommen Unterstützung aus Hamburg. Am Samstag, 9. Januar 2016 zieht eine musikalische Karawane durch die Innenstadt.

Bani Adam, ein Gedicht von Saadi

Bani Adam, ein Gedicht von Saadi

Sie stehen seit Jahren auf Europas Straßen oder klopfen an die Türen staatlicher Institutionen, um Aufmerksamkeit für die verzweifelte Lage der vielen Gewissens- und politischen Gefangenen im Iran zu gewinnen. Die Menschen, die ihre freie Zeit damit verbringen sich für sie fremde und ferne Menschen einzusetzen, sind in verschiedenen Vereinen und Nichtregierungsorganisationen organisiert. Sie stammen aus dem Iran oder aus Deutschland. Der gemeinsame Nenner sind grundlegende Rechte des Menschseins, wie freie Meinungsäußerung und das Recht die eigene Weltanschauung zu haben. In einem Gedicht des iranischen Dichters und Mystikers Saadi Shirazi drückt sich für viele Menschenrechtsaktivisten aus, warum sie sich einsetzen:

„Die Kinder Adams sind aus einem Stoff gemacht
als Glieder eines Leibs von Gott, dem Herrn, erdacht.
Sobald ein Leid geschieht nur einem dieser Glieder,
dann klingt sein Schmerz sogleich in ihnen allen wider.
Ein Mensch, den nicht die Not der Menschenbrüder rührt,
verdient nicht, dass er noch des Menschen Namen führt.“

Schon am 11. Dezember, einen Tag nach dem internationalen Tag der Menschenrechte, setzte sich eine Karawane von Aktivisten vor dem Gebäude des "Spiegel" in Gang und bewegte sich für die Freiheit aller Gewissensgefangenen im Iran skandierend zum Redaktionsgebäude der "Zeit", wo jeweils Dossiers einiger Gewissensgefangenen im Iran an die Redaktionen übergeben wurden.

Im Iran werden die Aktionen als Unterstützung für dortige Menschenrechtsaktivisten wie die Sacharow Preisträgerin Nasrin Sotoudeh, die regelmäßig mit anderen auf die Straße geht, aufgefasst. Auch die Gefangenen wissen es zu schätzen, es gibt ihnen neuen Lebensmut. Behördenvertreter im Iran wollen die Aktionen nicht kommentieren, aber es zeigt sich, dass so viel Öffentlichkeit über die Zustände im Iran, die mit hohem Einsatz versucht werden zu verbergen, den Vertretern des Systems Druck machen. So kann man ab und zu von Erfolgen sprechen, wenn Todesurteile aufgehoben werden oder wie im Fall Nasrin Sotoudehs 2013 die Gefängnisstrafe vorzeitig ausgesetzt wird.

Karawane zieht im Dezember 2015 durch Hamburg

Am Samstag, 9. Januar 2016 werden Aktivisten der Internationalen Organisation für Menschenrechte im Iran (IOPHRI), Erfane Halghe, Unterstützungsgruppe für die Mütter vom Laleh Park im Iran (Madarane Parke Laleh), Verein für Menschenrechte und Demokratie im Iran, Hamayesh Hamburg e.V., PDKI, Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Karamat e.V. und Einzelpersonen eine Aktion auf dem Ida-Ehre-Platz für die Freilassung aller politischer- und Gewissensgefangene im Iran durchführen. Einige der Aktivisten werden das Gedicht von Saadi auf Trommeln und singend zum Besten geben.

Stellvertetend für alle politischen- und Gewissengefangenen im Iran wird auf das Schicksal von Narges Mohammadi, Mohammad Ali Taheri, Atena Daemi, Sadiq Kabudvand und Ajatollah Kazemei Boroujerdi hingewiesen.

Berichte bisheriger Veranstaltungen in Frankfurt, Hannover, Berlin, Hamburg:

https://www.gfbv.de/de/news/freiheit-fuer-sadiq-kabudvand-und-alle-politischen-gefangenen-im-iran-7579/

karamat.eu/artikel/teheran-london-und-berlin-proteste-gegen-menschenrechtsverletzungen-im-iran.html

http://www.amnesty-hamburg.de/bezirk-hamburg/veranstaltungsberichte/87-zeig-gesicht-fuer-menschenrechte-im-iran-2010

https://www.youtube.com/watch?v=Z17u31bO5Yo

https://www.youtube.com/watch?v=yKWn422IlyA

mehriran.de/artikel/azady-freiheit-fuer-alle-gewissensgefangenen-im-iran.html

mehriran.de/solidaritaet.html