„Habt keine Angst! Wir stehen zusammen!“ rufen Tausende Menschen in den Strassen zahlreicher Städte in dem 90 Millionen-Land Iran, das seit bald 47 Jahren von einer blutrünstigen Clique unter der Flagge einer klerikal-faschistischen Ideologie beherrscht wird.
In Iran gehen Menschen wieder in Massen auf die Strassen, um gegen das Regime zu protestieren. Auslöser war ein weiterer dramatischer Währungsabfall. Die wirtschaftliche Situation in Iran ist neben anderen Krisen im Gottesstaat äusserst herausfordernd. Basarbesitzer schlossen am Sonntag ihre Geschäfte und gingen geschlossen auf die Strassen. Andere schlossen sich ihnen an. Sie rufen Parolen wie: „Habt keine Angst, wir stehen zusammen“ oder „Nieder mit dem Diktator“. Menschenrechtler weltweit äussern über soziale Medien die Sorge, dass die Sicherheitskräfte erneut äusserst brutal reagieren werden.
Habt keine Angst
Aktivisten in Iran laden hunderte kurze Film-Sequenzen hoch, um die Welt an dem Geschehen Teil haben zu lassen. Politiker im Westen warnen das Regime, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und nicht einfach brutal zu unterdrücken. Eine winzige Auswahl hier:
Trump und Netanjahu zu Iran
Bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida, sagte US-Präsident Donald Trump, er unterstütze israelische Angriffe auf den Iran, sollte das Land ein Abkommen ablehnen und seine Raketen- und Atomprogramme fortsetzen. Er befürworte einen Schlag, falls der Iran weiter Raketen baue, sagte Trump. Noch dringlicher ist aus seiner Sicht ein Eingreifen, falls diplomatische Versuche scheitern sollten und Iran sein Nuklearprogramm fortsetzt. „Wir werden es sofort tun“, sagte er zu möglichen Angriffen in dem Fall und stellte damit eine US-Beteiligung in Aussicht. Kurz zuvor hatte Trump gesagt, man werde dem Iran harte Schläge versetzen, sollte Teheran wieder aufrüsten.
„Schafft die Theokratie ab!“
Der inhaftierte iranische Politiker und prominente Dissident Mostafa Tadschsadeh warnte am Montag, dass übertriebene Preissteigerungen und der Zusammenbruch der Landeswährung den Iran rasch in Richtung „Staatenlosigkeit und Chaos“ treiben.

Er forderte die Abschaffung der Herrschaft der Geistlichen und eine demokratische Umgestaltung des Systems.
„Jetzt ist es an der Zeit, dass alle, die einen prosperierenden, freien und unabhängigen Iran wollen, mit einer Stimme sprechen und die Trennung der religiösen Institutionen von den politischen Institutionen fordern, dass die Geistlichen die Macht an das Volk zurückgeben und zu ihrer traditionellen Basis in den Seminaren zurückkehren“, schrieb Tadschsadeh auf Instagram.
„Das logische Ergebnis des destruktiven Ansatzes des Obersten Führers ist die Ausgrenzung und der Ausschluss der Kompetenten und die Beförderung der Unfähigen an die Spitze“, sagte Tadschzadeh.
„Der sicherste und zuverlässigste Weg aus der Krise ist die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung und die Änderung der Verfassung im Einklang mit dem Willen der Nation“, fügte er hinzu.
„Friedlicher Protest ist ein unveräusserliches Recht der Bürger, und seine Unterdrückung durch das Regime ist völlig ungerechtfertigt und muss, falls sie stattfindet, von allen politischen Kräften und Strömungen entschieden verurteilt werden.“
©Helmut N. Gabel, mehriran.de, 2025



