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Iran nimmt Geiseln - die Welt schaut hin

mehriran.de - Am Samstag protestieren in Hamburg erneut Menschenrechtsorganisationen vor dem Konsulat der Islamischen Republik Iran. Die Menschenrechtssituation hat sich immer noch nicht substanziell verändert in diesem interessanten Land.


mehriran.de - Mehrere Menschenrechtsorganisationen hatten dazu aufgerufen, zusammen vor dem Iranischen Konsulat in Hamburg für die Freilassung politischer Gefangenen zu demonstrieren. Im Mittelpunkt der Aktion am Samstag, 16.12.'17 standen Narghes Mohammadi, Kazemeini Boroudscherdi, Ahmadreza Dschalili, Mohammed Ali Tâheri, Ramin Hossein Panahi, Nazanin Zaghari Ratcliffe. 
Die Menschenrechtsaktivisten gaben in einem Vorort Interview mit DorrTV zu verstehen, dass die weltweiten Proteste gegen die unablässigen Menschenrechtsverletzungen und die Willkürjustiz im Iran weiter gehen werden.
In Australien, Kanada, den USA und Europa finden immer wieder Proteste vor Vertretungen der Islamischen Republik Iran gegen die Menschenrechtsverletzungen des Regimes statt. Regierungen in Europa lavieren zwischen eigenen wirtschaftlichen Interessen im Iran und Protestnoten und geheimen Verhandlungen mit Vertretern des Regimes. Während die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Bärbel Kofler das Regime im Iran immer wieder (hier und hier und hier) auffordert die Todesstrafe auszusetzen, rechtsstaatliche Verfahren zu garantieren oder politische Häftlinge bedingungslos frei zu lassen, streben Wirtschaftsminister Gabriel und zahlreiche Länderdelegationen nach guten Geschäften mit Iran, wo deutsche Produkte hoch im Kurs sind. Dabei scheinen die Wirtschaftskapitäne nur sehr oberflächlich informiert zu sein, denn hinter aalglatten, im Westen ausgebildeten Managern im Iran, stecken - zumindest in Großprojekten - die mächtigen Revolutionsgarden. Teile der ideologischen Kader der Revolutionsgarden betreiben im Inland die Verfolgung von ethnischen und religiösen Minderheiten und die Unterdrückung freiheitlicher Ansätze in Kunst, Kultur und Presse. Gleichzeitig fließen hohe Summen an den Auslandszweig der Pasdaran, die Quds-Armee. Sie ist für den Export der Revolution in andere Länder verantwortlich.

Manche Kommentatoren sprechen auch von Geiseln des Regimes, dessen Protagonisten den Westen mit den vielen Verhaftungen unter Druck setzt.

© Robert Walser für mehriran.de