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Wir sind hier, um...

mehriran.de - Am Freitag, 20. Juli 2018 versammelten sich Dutzende MenschenrechtsaktivistInnen vor dem Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran, um für die Freilassung aller politischen Gefangenen zu demonstrieren und die westliche Wertegemeinschaft aufzufordern mehr Druck auf die Behörden im Iran auszuüben.

mehriran.de - Mehrere unabhängige Organisationen haben verbunden, um sich am Freitag vor dem Generalkonsulat der I.R. Iran für die Freilassung aller politischer Gefangenen und ein Ende der tödlichen Repressalien durch das Regime im Iran einzusetzen. Mitglieder von Erfan-e Halghe, Karamat e.V. und der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte (IOPHR) zeigten Bilder zahlreicher Gewissensgefangenen, die aufgrund ihres Glaubens, ihrer politischen Überzeugungen oder ihrer abweichenden Meinung durch eine korrupte Justiz zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden.

Rede von Soheila Hadipour, Erfan-e Halghe, während der Protestaktion.

"Ich begrüße Sie recht herzlich

Wir haben uns heute hier vor dem iranischen Generalkonsulat in Hamburg versammelt, um die Stimme von Frauen und Männern zu sein, die im Iran Opfer von Menschenrechtsverletzungen werden.

Wir sind hier, um ..

Die Stimme von tausenden unschuldigen Menschen zu sein, die allein aufgrund ihrer Meinung in Gefangenschaft gehalten werden.

Die Stimme von allen Frauen im Iran zu sein, die fast seit 40 Jahren wie im Käfig, an Fesseln gebunden, leben.

Die Stimme der Menschen zu sein, die aus verschiedenen Völkern, Nationen und ethnischen und religiösen Minderheiten stammen.

Die Stimme der Umweltschützer zu sein, die aufgrund ihres Eisatzes für die Natur inhaftiert worden sind.

Aus unseren Bergen und Feldern hören wir Schreie. Es ist nichts mehr übrig geblieben von unseren Sümpfen und unserer Wildnis, von unseren Flüssen, von unseren Wäldern und unseren Bambusfeldern.

Aufgrund der Krise im Management und der Korruption der Machthaber brennt jeden Augenblick ein Ort in Flammen auf, ein Flugzeug stürzt ab, ein Bus verschwindet, ein Dach stürzt auf den Kopf der Besitzer oder der Boden stürzt ein.

Das reine Herz und die hoffnungsvoll in die Zukunft schauenden Augen unserer Kinder werden ihnen genommen. Die Stimme der Eltern wird nicht gehört. Von Mitgefühl oder Gewissen kann keine Rede mehr sein.

In Zahedan wurden 40 Mädchen entführt und durch eine Gruppe von Männern vergewaltigt, doch anstatt der Täter wurden die Verteidiger der Mädchen inhaftiert.

Kinder, die in der Schule zu wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden sollen, werden von ihren Lehrern vergewaltigt.

Das System benutzt unterschiedliche Mittel der Unterdrückung gegen das iranische Volk, um die Stufen des Reichtums, der Macht und des Lobes zu erklimmen. Es weiß aber nicht von dem Ende dieser törichten Handlung; denn je höher man diese Stufen hinaufsteigt, desto höher steigt das Risiko des Absturzes.

Also,

Iran fordert Freiheit.

Iran fordert Sicherheit.

Iran fordert Wasser.

Iran fordert Brot.

Iran fordert seinen eigenen Reichtum für sich nutzen zu dürfen.

Iran fordert saubere Luft und Iran fordert Lebensfreude.

Es reicht! Mord und Korruption.

Es reicht! Hinrichtung und Folter.

Es reicht! Diskriminierung, Erniedrigung und Vergewaltigung.

Es reicht! Zensuren, Verhöre von Telefonaten, Spionage, Bedrohung,

Geständnis unter Zwang und Rufmord!

Es reicht! Inhaftierung von Rechtsanwälten und Anwendung des Paragraphen 48!

Heute rufen wir alle Weltgemeinschaften und Menschenrechtsverteidiger auf, sich für die Menschen im Iran, vor dem Druck und den systematischen Menschenrechtsverletzungen durch das Regime im Iran, einzusetzen!

Wir sind hier:

· Für die Freiheit aller Gewissensgefangenen im Iran!

· Für die Meinungsfreiheit, Redefreiheit und Versammlungsfreiheit!

· Für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran!

· Für die gleichen Rechte von Frauen und Männern im Iran!

· Für die Beseitigung jeglicher Form von Diskriminierung gegenüber Nationen, gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten!

· Freiheit für: Mohammad Ali Taheri, Ramin Hossein Panahi, Mohammad Hossein Maleki, Aorash Sadeghi, Narges Mohammadi, Golrokh Irai, Nour Ali Tabandeh, Nasrin Sotudeh, Soheil Arabi, Atena Daemi, Zeynab Jalalian, Mostafa Daneshju, Hengameh Shahidi, Abdolfattah Soltani und Abdolrahman Sangani!

· Wir fordern die Freilassung aller Sufi Frauen und Männer, aller Rechtsanwälte, aller Zivilaktivisten und aller Umweltschützer!

Danke für Ihre Unterstützung"

Hamburg, 20. Juli 2018