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Tschahar-Schanbeje Suri, ein traditionelles Feuerfest im Iran, wurde dieses Jahr stark politisiert

Heute ist die Nacht vor dem letzten Mittwoch des iranischen Jahres, dem traditionell gefeierten Tschahar-Schanbeje Suri. Seit Jahrtausenden, vermutlich seit den Zeiten von Zarathustra und somit noch lange vor der Entstehung des Islams, ist es Brauch, an diesem Tag abends auf die Straße zu kommen, zu tanzen und zu singen, sowie auf öffentlichen Plätzen Scheiterhaufen anzulegen, über die die Jugendlichen springen.

 

Es werden dabei sieben kleine Feuer hintereinander angeordnet und während man vom ersten bis zum letzten Feuer darüber hinwegspring (und wieder den gleichen Weg zurück) ruft man die Worte „Zardiye man az to, sorchiye to az man“ (Dir meine gelbe Farbe und mir deine rote Farbe – will heißen: nach dem langen, kalten Winter, der uns krank gemacht hat, kommt nun der Frühling mit neuem Leben). Zu dem Brauch gehört auch das Verteilen von Süssigkeiten, wovon alle, Arm und Reich, gleichermassen profitieren. Mit den letzten Jahren der Schah-Regierung Ende der 70er Jahre kam zusätzlich der Gebrauch von Feuerwerk in Mode. Nachdem Chomeini diesen Brauch immer mehr unterdrückt hatte, mit dem Ziel, ihn letzlich vollständig als unislamisch zu verbieten, entwickelte sich daraus mehr und mehr ein Katz- und-Maus-Spiel zwischen Jugendlichen und Sicherheitskräften.

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