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Sehnsucht nach Einheit – Rumi ist 800 Jahre alt

In Mazar-i-Sharif erfreute die Geburt eines Jungen am 30. September 1207 seine Familie. Es sollte ein geschichtsträchtiges Datum werden. Am 8. Mai 2007 konzentriert sich das öffentliche Leben in der Türkei auf die Stadt Konya und ihre Besucher aus aller Herren Länder. Sie kommen dem Dichter des Masnawi, dem Buch der mystischen Liebe zu huldigen oder zumindest, um sich seiner vor Ort zu erinnern. Sie kommen, um seinen 800sten Geburtstag zu feiern. In Konya hat der Dichter und Mystiker Mowlana Rumi gewirkt, der seinerzeit viele einfache Menschen und Würdentraeger gleichermassen durch seine Lehren und sein Wirken angezogen und zu spiritueller Praxis inspiriert und angeleitet hat.

Interview mit Dr. Seyed Mostafa Azmayesh, Sufi Meister


Helmut N.Gabel: Sie haben sich mit Rumi in besonderer Weise beschäftigt. Nicht nur können Sie den grössten Teil seiner Dichtungen aus dem Gedächtnis rezitieren, sie gelten auch als ein Kenner seiner Biografie. Wie steht es um Rumi heutzutage?
Dr Azmayesh: In Mazar-i-Sharif ist er 1207 in die Familie eines bedeutenden Sufi-Lehrers hineingeboren. (1)
800 Jahre spaeter steht sein mystisch-dichterisches Werk – obwohl in einer hermeneutischen Sprache verfasst – auf den Verkaufslisten ganz oben. Weltweit und aus unterschiedlichen Kulturen und religiösen Zusammenhängen suchen Menschen den Geist Rumis zu fassen und in unserer Zeit lebbar zu machen.
Auch in der Türkei erinnert man sich wieder öffentlich eines bedeutenden Bewohners des ehemaligen Seldschuckenreiches. Die Behörden lassen mehr und mehr das Interesse um Rumi zu, ja fördern dieses vermutlich aus touristischen und imageträchtigen Erwägungen heraus. 
1924 liess Atatürk alle Sufi-Schulen konsequent schliessen und die Nachfolger Rumis wurden um diese Zeit zu bedeutungslosen Zeitgenossen degradiert, Sufitum in die privaten Kammern weniger Unerschütterlicher verbannt. Das war vorher ganz und gar anders, denn die Meister des Ordens, der von den Nachfolgern Rumi's aufgebaut wurde,  galten als Berater der Sultane des Osmanischen Reiches und waren hochangesehen. Jede bedeutende Stadt im osmanischen Reich hatte eine Sufi-Schule.

Rumis Geist

H.N.G.: Was betrachten Sie als Rumis Geist? 
Dr A.:  Als Philosophen wird man ihn schwerlich bezeichnen. Eher als jemanden, der eine bestimmte Sicht auf die Welt hatte. Kern dieser Sicht auf die Welt: Liebe zur Welt und zu den Menschen und das Aufheben der Grenzen jeglicher Ideologie oder jeglichen Anspruchs auf religiöse Alleingültigkeit. 
H.N.G.: Wie kam er dazu, eine solche Weltsicht zu haben?
Dr A.: Rumi’s Vater war ein bekannter Mystiker seiner Zeit. Er war der Vertreter eines Sufi- Zweiges, der in der spirituellen Nachfolge Nadschmadineh Kobraah’s stand.(2) 
Die Schule von Nadschmadineh Kobraah war die zu seiner Zeit am weitest fortgeschrittene und entwickelte Sufi-Schule in der islamischen Welt und fand allerhöchste Anerkennung. Nadschmadineh Kobraah hatte den Auftrag von seinem Sufi Meister nach Sibirien, mitten in die Welt der Schamanen zu gehen und ihren Einfluss zu begrenzen. Zu dieser Zeit herrschte in diesen unruhigen Gebieten  
Der Herrscher der Khorasischen Reiches, Khorasmshah,, war sehr interessiert an den Lehren der Sufis. Er folgte dem Unterricht von Nadschmadineh Kobraah. Dieser Herrscher war ein Trinker und nicht jederzeit zurechnungsfähig, so dass er sein Reich despotisch regierte. 

Zwischen Sufi und Philosoph, Herrscher im Dilemma

Gleichzeitig lebte der nach Avicenna bekannteste Philosoph innerhalb des Islam in Balkh (damaliger Name von Masar -i-Sharif): Zaccharias Ghazi. 
Neben den islamischen Ayatollahs, konkurrierten jetzt zwei weitere Geistesrichtungen um die Gunst des Herrschers: Ghazi, der Philosoph und Nadschmadineh Kobraah, der Mystiker. Mit den islamischen Ayatollahs konnten sich beide Richtungen arrangieren, aber untereinander entbrannte ein Geisteskampf. Zu Beginn wandte sich der Herrscher dem Mystiker zu, bis ihn eine List von Ghazi in Zweifel stürzte.
Ghazi lud den Herrscher in seine Schule ein mit dem Hinweis, ein bedeutender Sufimeister sei zu Besuch und der Herrscher müsse ihn unbedingt aufsuchen, es sei sehr wichtig für das Reich und sein Volk , dass der Herrscher ihn besuche. Also ging  Khorasmshah dahin und fand einen einfach gekleideten alten Mann sitzend, der zu Boden blickte und keinen Ton von sich gab. 
Khorasmshah war durch die ihm sehr demütig erscheinende Art sehr angetan, ja sogar fasziniert und als Ghazi ihn hinterher fragte, was er von dem grossen Sufi-Meister denke, brachte der Herrscher seine Bewunderung zum Ausdruck und war bereit sich von dem alten Mann einweihen zu lassen. Ghazi klärte ihn auf über die wahren Hintergründe dieses Mannes. Der Philosoph hatte einen Pferdeknecht gebeten sich die einfachen Kleider anzuziehen und sich so zu geben, wie er es dann tat. Daraufhin fragte er den Herrscher: „Wie weisst Du, dass die anderen Sufi-Meister sich nicht ebenso gebärden und dahinter verbirgt sich nichts als ein einfältiger Pferdeknecht? Ein Philosoph hingegen ist ganz anders geartet. Wenn er spricht, nimmst Du was er sagt mit Deinem Verstand auf und kannst der Logik seiner Sätze Schritt für Schritt folgen. Er analysiert, vergleicht, stellt in Frage. Es braucht wahrlich viele Schritte und Prüfungen, um dahin zu gelangen, wo ein Philosoph steht. Um ein Sufi zu werden, muss doch einer nur tun wie Dein Pferdeknecht.“
Dieses Erlebnis erschütterte Khorasmshah in seiner Hinwendung zu Nadschmadineh Kobraah und er wandte sich mehr und mehr Ghazi zu, verband sich mit den Ayatollahs, die einen starren Islam vertraten und gab sein Interesse an der Mystik auf.
Als schliesslich der Sufi Meister Madschdedineh Baghdadi auf Grund einer Fatwa  islamischer Ayatollahs auf Befehl von Khorasmshah ermordet ward, wurde dem Vater von Rumi und anderen Sufis schnell klar, dass die Sufis den Geisteskampf im Khorasmischen Reich verloren hatten und die Zeit Balkh zu verlassen, gekommen war. Es offenbarte sich  Ghazi`s Verwicklung, dass Khorasmshah in betrunkenem Zustand den Befehl zu töten, unterschrieben hatte. Der Geisteskampf hatte blutige Folgen. Als ihm am nächsten Morgen dämmerte, was er angerichtet hatte, bereute Khorasmshah den Befehl, doch es war zu spät.  Er eilte sofort zu Nadschmadineh Kobraah, dem Sufi , um sich zu entschuldigen. Kobraah eröffnete ihm kurz angebunden,  dieses Blutvergiessen habe das Schicksal des Reiches entschieden. Zwei Jahre spaeter überrollten Mongolenhorden das Reich und richteten ein Blutbad unter der Bevölkerung an. Khorasmshah ging mit seinem Reich unter, Nadschmadineh Kobraah wurde von den Mongolen ermordet.

Neuanfang in Konya, Zentrum der Seldschucken, Tor nach Europa

H.N.G.: Wie ist Rumis Familie dem Sturm der Mongolen entkommen, denn sie eroberten ja nicht nur die sibirischen Weiten, sondern auch Balkh?
Dr A.: Rumis Familie war da schon längst unter dem Vorwand einer Pilgerreise nach Mekka, auf der Suche nach einem neuen Wirkungsort. Sie machten Station in Neyshapur beim 90 jährigen Fahriduddin Attar, dem Autor der „Konferenz der Vögel“. Da war Rumi 12 Jahre alt. Attar erkannte in ihm eine ungewöhnliche Begabung und widmete ihm später eines seiner Bücher mit dem Titel:“Buch der Geheimnisse“. Über Bagdad und Mekka gelangte Rumis Familie nach Damaskus, wo Rumi Ibn Arabi kennenlernte. Schliesslich kam die Einladung des Seldschukischen Sultans nach Konya , der Hauptstadt des Reiches und die Familie siedelte sich dort an. 
Während dieser langen Reisen unterrichtete der Vater seinen Sohn und die vielen mitreisenden Studenten. Vor allem Rumi unterzog er einer sehr ernsthaften und disziplinierten Schulung. In Konya liess der Seldschukische Sultan Key Khobad eine grosse Anlage mit Schulgebäuden, Moschee und Wohnhaus für Rumis Vater und seine Familie errichten und gab ihm den Auftrag fundierten Unterricht anzubieten. Dieser baute eine berühmte und begehrte Bildungsstätte auf und hatte sehr viele Schüler. 
Als Rumi 24 Jahre alt war, verstarb sein Vater. Kheyrobad beauftragte Rumi mit der Weiterführung der Schule. Rumi war immer in der Nähe seines Vaters gewesen und hatte alle Aufträge von ihm ausgeführt und sehr viel von ihm über Mystik gelernt. So traute er sich zu, diese Schule weiterzufuehren und nahm den Auftrag an.

Borhan Tarmazi und Ibn Arabi formen den nun Vaterlosen

Am Rande der Wüste, im Hinterland Irans, lebte in Tarmaz ein weit entwickelter Schüler von Rumis Vater, der vom Tod seines Meisters in Konya hörte und sich sofort auf den Weg nach Konya machte. 
Tarmazi Borhan wurde von Rumi sehr respektvoll empfangen. Bald machte er Rumi klar, dass er zwar der Erbe der physischen Güter seines Vaters sei, aber bei weitem noch nicht die innere Reife habe die spirituelle Nachfolge seines Vaters anzutreten. Er überzeugte ihn, dass eine Meisterschaft nicht durch Vererbung zu erlangen sei, sondern sich durch eigene disziplinierte und geordnete Arbeit und viele Prüfungen innere Reife bilde. Rumi akzeptierte den Rat Borhan’s, zunächst sieben Jahre lang in Damaskus bei Ibn Arabi in die Schule zu gehen. Er liess seine Familie in Konya zurück und vertiefte sich in die Methoden und Lehren Ibn Arabis, der zuvor in Andalusien gelernt, gelehrt und gewirkt hatte.
Währenddessen hatte Borhan die Leitung der Schule in Konya inne. Nach sieben Jahren kam Rumi zurück aus Damaskus und Borhan akzeptierte ihn nun als seinen Schüler. Drei Jahre lang lebte Rumi sich nun wieder in die Sufi Tradition aus Khorasan unter der Anleitung von Borhan ein. Schliesslich forderte er Borhan auf, als Nachfolger seines Vaters die Schule weiterhin zu leiten, was dieser für weitere vier Jahre tat. Da war Rumi 38 Jahre alt. Borhan starb und Rumi war jetzt so weit die Nachfolge zu übernehmen. Durch seine Studien und Übungen war er nun das Gefäß zweier starker Sufi Strömungen: Andalusischer Stil durch Ibn Arabi, der mit der christlichen Welt in Berührung gekommen war; Khorasanischer Stil durch seinen Vater und durch Borhan aus Tarmaz.

Shams-e-Tabrizi fängt Rumi ein 

H.N.G.: Wann kam der berühmte Shams aus Täbris, von dem in seinen Dichtungen oft die Rede ist, in Rumis Leben?
Dr.A.:Bald nahm sein Leben noch einmal eine Wendung. Als er eines Tages auf einem Esel reitend mit seinen Schülern unterwegs war, hielt ihn Shams-e-Tabrizi am Wegesrand stehend an und fragte, wer er sei. Rumi stellte sich als Meister der Sufi-Schule in Konya vor, worauf ihn Shams aufforderte, sofort vom Esel zu steigen, denn er sei ein Nichts und er gleiche dem Staub unter seinen Füssen und überhaupt noch nicht in der Lage eine solche Stellung innezuhaben. Solch eine Stellung könne nur ein Eingeweihter oder ein Prophet inne haben, warf Shams Rumi entgegen und forderte ihn auf bei ihm, Shams, zu lernen.(3) 
Diese Begegnung war für Rumi ein tiefer und verwirrender Einschnitt, denn was er vorher von der Mystik und der Gnostik begriffen hatte, fand jetzt auf einer tieferen Ebene einen Wiederhall. Shams weckte eine tiefe, ungeschlechtliche Liebe in Rumi, die ihm viel Leid, Sehnsucht und sehr viel Inspiration für seine Dichtungen bescherte. Shams war für zwei einhalb Jahre im Leben von Rumi anwesend und verschwand unauffindbar und unwiederbringbar danach. 
In seinen Dichtungen beschreibt Rumi, Shams als seinen Geliebten, als seinen geistigen Führer, als denjenigen, der ihm Trunkenheit beschert hat. Eine Trunkenheit, die er nicht von berauschenden Getränken erhalten hat, sondern durch spirituellen Zugang zu einem Gefühl des kosmischen Einsseins. In metaphorischer Sprache und in vielen Gleichnissen aus der Natur beschreibt er das Gefühl des Einsseins und der Liebe in seinen Dichtungen.

Die Zeit der Reife

H.N.G.: Was ist das Besondere an Rumi, dass er so viel Aufmerksamkeit in der Welt erfährt?
Dr A.: Als Shams-e-Tabrizi für immer aus Rumis Leben veschwunden war, war Rumi um die 42 Jahre alt und sollte bis zu seinem Tod im 63ten Lebensjahr das Oberhaupt seiner Schule bleiben.
Er widmete sich in der meisten Zeit seinen Dichtungen und hatte lange Rückzugsphasen, in denen er sich der Musik, den Schwingungen, die hinter Rhythmen verborgen sind, hingab und sich in sein Herz und die Welt hinter dem Vorhang versenkte. Zwei Schüler förderte er besonders, welche die vielen Aufgaben und Anfragen, die an Rumi herankamen, übernahmen. Die Nachfolger von Sameddin Tschalapie, einem von den beiden, standen dem Orden der drehenden Derwische über Jahrhunderte vor: Die Familie Tschalapie erlangt wieder mehr Ansehen in der Türkei in den letzten Jahren.
In Rumi hatten sich letztendlich drei Strömungen der orientalischen Mystik getroffen und zu einer neuen Methode geformt. Aus dem Nordosten der khorasanische Stil mit Berührungspunkten aus Schamanentum, Hinduismus und Buddhismus. Aus dem Westen der andalusische Stil mit Anlehnungen an das Christentum. Zuletzt brachte Shams aus dem Nordwesten Persiens, aus Azerbeidschan, wo die Wiege der Zoroastrier und des Mithras-Kultes zu finden waren, wo die Magier ihren Hauptsitz hatten, den azerischen Stil ein.

Musik und Meditation im Gleichgewicht

H.N.G.: Könnten Sie den Stellenwert der Musik bei Rumi etwas weiter ausführen?
Dr A.: Durch Rumi gewann das Sufitum ein Gleichgewicht zwischen Abgewandheit durch einsame Meditation und Samah, was so viel heisst wie musikalische Zusammenkunft, um der spirituellen Seite des Lebens zu huldigen. Die Musik bekam einen sehr hohen Stellenwert in der Mystik durch Rumi. Sehr bedeutende Sufi Meister waren auch Musikforscher. Das hängt mit der Wirkung von Musik auf die menschliche Seele im allgemeinen und den Schwingungen hinter den Rhythmen im besonderen,  zusammen. Diese Rhythmen werden seit alters her als Entwicklungsmittel der tiefmenschlichen Substanz in unterschiedlichen Stufen eingesetzt.
Rumi kann als Begründer eines neuen Sufi-Stils betrachtet werden, in welchem Musik in einer sehr ausgeformten und subtilen Art als spirituelles Schulungsmittel verwendet wird.
Rumis Vermächtnis haben dann andere Sufi-Meister, wie Shah Nematollah Vali, der 100 Jahre nach Rumi wirkte, aufgegriffen. Shah Nematollah reiste viel und seine Art auf Menschen im positiven Sinne einzuwirken ohne ihre Sprache zu sprechen und ohne sie zu belehren, war durch Musik. Diese Musik hat eine unmittelbare Wirkung auf die Seele und den Herzkern der Menschen. Die Musik ist eine direkte Aufforderung zu mehr Spiritualität, zu mehr Menschlichkeit, zu mehr Toleranz gegenüber anderen Weltsichten und Religionen und zu mehr Liebe untereinander.

Rumis Vermächtnis

H.N.G.: Was sehen Sie als Vermächtnis Rumis für unsere Zeit?
Dr A.: Das Erbe Rumi’s für die Menschheit ist genau dies: die engen Grenzen einer vermeintlichen Überlegenheit einer einzelnen Religion oder Weltanschauung oder ihre fundamentalistischen Einengungen aufzubrechen. 
Er war eine Brücke zwischen einzelnen Kulturen. Konya lag und liegt an einem strategischen Brückenkopf zwischen Ost und West in Anatolien.
Rumis Wirken in Konya ist ein Abbild der geografischen Lage dieser Stadt.
Durch Rumi kam der theoretische Aspekt des Sufitums als sozialer Impuls der Öffnung für fremde Welten in die praktische Verwirklichung.
„Eines Tages werden die Menschen auf der ganzen Welt sich mit meinen Gedanken und meiner Dichtung beschäftigen. Einssein mit allem und die Ebene der Gleichheit wird die Menschen auf der ganzen Welt interessieren,“ prophezeite Rumi.
Was ist die Lehre Rumis für unsere Zeit?
Nicht die Verwässerung einzelner Weltanschauungen zu einem Einheitsbrei - aber die Einheit, die sich hinter der Vielheit verbirgt durch individuelle spirituelle Praxis zu erreichen. Abstandnehmen von einengenden und Anspruch auf Absolutheit erhebenden Ideologien, wahrhaftige Selbsterkenntnis, der individuell erarbeitete Weg zum höheren Selbst, zur All-einheit, Erreichen einer globalen Verbundenheit durch spirituelle Praxis.

1. Rumis vollständiger Name lautet Mowlana Jaloleddin Mohammad Balkhi Khorasani, sein Vater hiess Mowlana Bah’e Valad Balkhi. Mowlana heisst spiritueller Meister. Der Herkunftsort ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Namens um jemanden näher zu bezeichnen, da es zu Lebzeiten Rumis keine Familiennamen gab. In der Türkei, zum Beispiel,  wurde den Familien erst 1924 durch Atatürks grundlegende Staatsreformen Familiennamen gegeben.
2. Die Schule von Nadschmadineh Kobraah (der Grosse) hat auch auf Grund eines kleinen Leitfadens über spirituelle Praxis für die Phase des Rückzuges in der spirituellen Schulung Bedeutung erlangt. Viele spätere Schulen haben sich auf diesen Leitfaden gestützt.
3.Auf einem Bild, das im Rumi-Museum in Konya zu sehen ist, wird Rumi auf dem Esel sitzend und nach vorne schauend dargestellt. In mystischer Sprache drückt das die Hinwendung der Aufmerksamkeit auf die materielle Welt aus. Ein Eingeweihter  wird rückwärts sitzend und nach hinten schauend dargestellt. Ein Beispiel dafür ist der Einzug Jesu nach Jerusalem.