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"Schauen Sie nicht weg"

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

seit nun mehr als drei Monaten befinden sich zwei deutsche Reporter der Bild am Sonntag in einem iranischen Gefängnis. Man wirft Ihnen vor, mit dem Sohn von Sakineh Mohammadi Ashtiani, jener Iranerin, die zum Tod durch Steinigung verurteilt worden war, ein Interview geführt zu haben, obwohl sie hierzu keine amtliche Akkreditierung hatten.

Wir wollen gegen diese unverhältnismäßige, unmenschliche und willkürliche Freiheitsberaubung  protestieren und unsere Solidarität mit den beiden Reportern zum Ausdruck bringen.  

Die Bundesregierung muss viel deutlicher und resoluter, als sie es bisher getan hat, gegenüber den Verantwortlichen der islamischen Republik ihr Missgefallen und ihre Missachtung in diesem und allen vergleichbaren Fällen zum Ausdruck bringen.

Weitreichende politische Schritte, wie die Ausweisung des iranischen Boschafters und die Abberufung des deutschen Botschafters wären angebracht, damit das Leiden der beiden deutschen Reporter und ihrer Familien endlich ein Ende hat. Bis hierhin und nicht weiter muss die Devise der Bundesregierung heißen.

Die beiden Reporter werden als politische Verhandlungsmasse missbraucht.  

Die Festnahme der deutschen Reporter führt der deutschen Öffentlichkeit einmal mehr exemplarisch vor, worunter iranische Journalisten, Gewerkschaftsführer, Lehrer und Professoren, Studenten, Arbeiter, Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle, also all diejenigen, die sich für die Wahrheit interessieren und auf ihre Weise darum kämpfen, tagtäglich seit nun mehr als dreißig Jahren leiden müssen.

Sie leiden unter einem Regime, dem alle Mittel recht sind, um die Menschen ihrer Freiheit, ihrer Würde, ja sogar  ihres Lebens zu berauben, um selbst fortzuexistieren.

Ein Regime, das gemessen an der Bevölkerungszahl des Iran, den Negativrekord an jährlichen Hinrichtungen unter 192 Staaten dieser Welt innehat. Die islamische Republik hat seit Anbeginn ihrer Gründung systematisch und kontinuierlich Menschenrechtsverletzungen begangen. 

Der Gewaltexzess hat nach den gefälschten Präsidentschaftswahlen von 2009 extrem zugenommen. Verhaftungen, Vergewaltigungen und Hinrichtungen sind mehr und mehr an der Tagesordnung. Die islamische Republik versucht durch Schauprozesse und erfundene Anschuldigungen die Bevölkerung einzuschüchtern, um sie ruhig zu halten.

Unliebsame Menschenrechtsanwälte, wie Frau  Nasrin Sotoodeh oder international preisgekrönte Regisseure wie Jafar Panahi werden ohne Anklage eingesperrt, zu langen Haftstrafen verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt. Staatsrechtliche und halbwegs faire Gerichtsprozesse gab es und gibt es nämlich nicht in der islamischen Republik.  

Allein in den letzten vier Wochen wurden laut offiziellen Berichten der islamischen Republik 103 Menschen hingerichtet, darunter viele politische Gefangene.

Wir fordern die Bundesregierung und alle demokratischen Staaten dieser Welt dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit die Welle der Hinrichtungen und Unterdrückung ein Ende findet. 

Wir fordern diese Staaten auf, die demokratische Bewegung im Iran zu unterstützen.

Ein demokratisches und freies Iran ist ein sicheres Iran für die ganze Welt. 

Wir fordern die Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran. 

Wir fordern die Aufhebung aller aktuellen Hinrichtungsbefehle und die Abschaffung der Todesstrafe. 

Die iranische Zivilgesellschaft braucht mehr denn je internationale Unterstützung, damit sie sich gegen die Diktatur im Iran behaupten kann. Es gilt, die politischen Gefangenen und die von Hinrichtungen bedrohten Menschen im Iran sowie deren Familien jetzt und sofort zu unterstützen.

Wir fordern jeden freiheitsliebenden Menschen auf:  „Schauen Sie nicht weg!!!“ 

22khordad-Hamburg (www.22khordad-hamburg.com) 

Freilassung Politischer Gefangener – Hamburg (azs.fpg@googlemail.com) 

Hamayesch - Dachorganisation der Iraner in Hamburg

HSH Hambastegi e.V. (www.hambastegihamburg.de

Iran-Solidarität-Hamburg 

Solidarität mit den Müttern von Parke Laleh im Iran – Hamburg (madaraneirani.hh@googlemail.com) 

Verein für Menschenrechte und Demokratie-Hamburg e.V. (verein.fmd@googlemail.com)