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Noch blühen die Blumen in der Teheraner Golestanstrasse

mehriran.de - Nachdem die Sicherheitskräfte aus der Umgebung der Golestanstrasse abgezogen wurden, schwärmen einige Anhänger von Dr. Tabandeh in die Stadt aus und kaufen Blumen und Süßes für die Nachbarn aus Dank für ihre Solidarität. Andere bleiben als Wache vor den Toren.

mehriran.de - Nachdem weitere blutige Zusammenstöße bei der Belagerung des Hauses von Dr. Noor Ali Tabandeh ausgeblieben sind, kehrt Normalität in das Pasdaran Viertel ein. Fast. Mitglieder des Nematollah Gonabadi Ordens halten sich immer noch zu Hunderten in der Gegend auf, bereit ihren geschätzten 90-jährigen Anführer gegen willkürlich handelnde Regimekräfte zu verteidigen.

Die Regierung Rohani bemüht sich die Flamme der Protest und des Widerstands im Land nicht weiter aufflammen zu lassen, während die Anhänger der ideologischen Hardliner immer wieder Konflikte vom Zaun brechen. Kürzlich charakterisierte ein iranischer Analyst, der nicht genannt werden möchte, in einem Hintergrundgespräch die Vertreter der Hardliner als unfähig, jemanden leben zu lassen, der nicht die exakt gleiche Meinung vertritt. Laut diesem Analysten können sie nur ihre eigenen Interpretationen und Gedanken gelten lassen. Somit seien die Hardliner und ihre Agenten ständig damit beschäftigt, Konflikte vom Zaun zu brechen und die Auflehnung der Bevölkerung gegen das Regime mehr und mehr anzustacheln.

Der greise Leiter des Nematollah Ordens wird von den Hardlinern gehasst, weil seine Worte und Handlungen die Botschaft eines menschlichen und friedlichen Miteinanders beinhalten. Seit 2006 gibt es immer wieder Verfolgungs- und Angriffswellen gegen Mitglieder oder Einrichtungen des größten Sufi-Ordens in Iran. 

Manche Iranerinnen und Iraner, die sich sehnlichst ein Ende des Regimes herbeiwünschen sind voller Bewunderung für die entschlossene Art, mit der die Derwische den Bassidschi-Schlägertrupps Widerstand geleistet und sie schließlich vertrieben haben. Sie wünschen sich, dass dieses Beispiel Schule macht im Umgang mit den Schlägertrupps.

Am Sonntag (22. Bahman/11.Februar) wird vor internationalem Publikum eine Feier zum 40 jährigen Jubiläum der Machtübernahme inszeniert werden. Über 200 Journalisten aus der ganzen Welt werden erwartet. Während das Regime alle seine Kräfte aufbieten wird, um den Gästen zu signalisieren, dass die Massen hinter dem Regime stehen, kann man vermuten, dass sich auch gegnerische Kräfte zeigen werden, die der Welt das Gegenteil zeigen wollen.

Mögen die Journalisten sich nicht vom inszenierten Blendwerk des Regimes zu Jubelarien hinreißen lassen, sondern hinter die Kulissen genau hinschauen.