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Neue Proteste im Iran

mehriran.de - Seit sechs Tagen protestieren Iranerinnen und Iraner in verschiedenen Städten. Die meisten Sicherheitskräfte agieren zurückhaltend. Sie scheinen ihre Karrieren für die Zeit nach dem Regime nicht gefährden zu wollen.

mehriran.de - Das Mullah-Regime im Iran versucht die Proteste im Land klein zu reden, doch in den sozialen Medien sieht es nach mehr aus.

Videos von Radio Farda zeigen, dass die Proteste in verschiedenen iranischen Städten nun auch Teheran erreicht haben. Die Demonstranten marschierten und riefen Slogans gegen die Islamische Republik.

Videos zeigen Hunderte von Demonstranten, die im Zentrum der Stadt mit geballten Fäusten marschierten und "Tod Kahmenei" riefen. 

In den letzten Monaten haben die Proteste im Iran gegen das gesamte Regime, insbesondere gegen den Obersten Führer Ali Khamenei, zugenommen.

Die neuen Proteste, die diese Woche ausbrachen, fingen in Isfahan, Gohar Dasht und Shiraz an und erreichten nun auch Teheran.

Radio Farda berichtet, dass die Sicherheitskräfte eine starke Präsenz im Stadtzentrum und in den nördlichen Stadtteilen der Hauptstadt zeigen. Einigen Berichten zufolge kam es auch zu sporadischen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Es gibt auch schon erste Tote; ein Demonstrant in Karadsch, westlich der Hauptstadt Teheran, kam ums Leben, nachdem am Freitagabend aus einem fahrenden Auto heraus auf ihn geschossen wurde! Das berichtet die gut vernetzte Nachrichtenagentur Fars (mit den Revolutionsgarden verbunden) am Samstag.

Hintergrund für diese Proteste sind die Wirtschaftskrise und der Zorn gegen Irans Präsident Hassan Ruhani. Die Demonstranten werfen ihm vor, seine Wahlversprechen nicht gehalten zu haben – zum Beispiel einen höheren Lebensstandard und eine Lockerung der religiös motivierten Vorschriften. Für Unzufriedenheit sorgt zudem die Wasserknappheit sowie die Enttäuschung darüber, dass Ruhani die Korruption nicht bekämpft.

Ein weiterer Grund sind die Sanktionen der US-Regierung, die zu einer Verschlimmerung der wirtschaftlichen Situation führen. Es ist zu erwarten, dass sich nach dem in Kraft treten der US-Sanktionen die Situation verschärfen wird.

Alexandra Sömmer für ©mehriran.de