ArtikelArticleArticlesArtiklenArticle

Mit vereinten Kräften für Menschlichkeit in Iran

mehriran.de - In Iran kämpft die Zivilgesellschaft gegen ein brutales Regime um ihr Überleben. In Berlin bemüht man sich um den Schutz politischer- und Gewissensgefangenen. Am 26.11.2019 hatte die IGFM von Folter und Verfolgung betroffene Iraner, Bundestagsabgeordnete, NGO's und Pressevertreter zu einem Symposium eingeladen.

MdB Frank Heinrich, Moderator Helmut N. Gabel, MdB Ulli Nissen, MdB Norbert Altenkamp

mehriran.de - Kurz nachdem in Iran Hunderttausende Menschen gegen das Regime und den Obersten Führer mehrere Tage lang protestiert haben, fand in Berlin am 26.11.2019 ein Iran-Symposium statt, bei dem Opfer, Zeugen, Menschenrechtsaktivisten und Politiker über Hilfsmöglichkeiten für die unzähligen politischen- und Gewissensgefangenen in Iran beraten haben.

Zum Beispiel schilderte Maziar Ebrahimi noch sichtbar gezeichnet von den Folgen seiner Folter über seinen Fall. Er wurde fälschlicherweise und ohne Beweise beschuldigt an der Ermordung iranischer Atomwissenschaftler beteiligt gewesen zu sein. Die offensichtlichen Rechtsbrüche durch das Regime, die barbarische Folter an Maziar Ebrahimi, haben eindrücklich die unmenschliche Ausrichtung des Regimes sichtbar gemacht.

Bundestagsabgeordnete wie Ulli Nissen, SPD, Norbert Altenkamp, CDU oder Frank Heinrich, CDU haben sich entschieden, Patenschaften für Gefangene in Iran zu übernehmen. Sie schilderten, wie sie durch Briefe an die Gefangenen, Aufrufe an Parteikollegen, die Bundesregierung oder in den Iran reisende Delegationen zu wirken versuchen.

Helmut N. Gabel von Karamat e.V. wies auf das Schicksal von über 200 gefangenen Sufi-Männer und Frauen in Iran hin, die seit mehreren Tagen in Hungerstreik getreten sind, um auf den seit mehr als 1,5 Jahren anhaltenden Hausarrest ihres Oberhaupts, Dr. Nuur Ali Tabandeh, hinzuweisen. MdB Frank Heinrich hat eine Patenschaft für ihn übernommen.

Für die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sprach Linda Fiene, Jascha Noltenius berichtete von den anhaltenden und systematischen Verfolgungen der Baha'i, Mina Ahadi und Soheila Hadipour schilderten kurz ihre eigene Geschichte mit dem Regime und riefen die Bundesregierung auf, deutlichere Worte und Taten gegenüber dem Regime in Iran zu finden.

Soheila Hadipour: "Heute sind die Menschen aufgestanden, um für ihre Rechte und Menschenwürde zu kämpfen. Wir hören von protestierenden Menschenmassen, von zahlreichen Festnahmen, Schikanen, wahlloser Gewalt und gezielten Morden. Zivil gekleidete Mitglieder der Bassidschi und Scharfschützen schießen direkt auf Protestierende. Verletzte werden aus den Krankenhäusern an unbekannte Orte entführt. Die Familien bekommen entweder die Leiche ihrer Angehörigen nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen. Zum Beispiel dürfen Trauerzeremonien nicht durchgeführt werden oder es wird Geld für die Anzahl der Kugeln, mit denen die jeweilige Person getroffen wurde, gefordert. Die Leichen werden in Kühltransportern für Fleisch transportiert, damit keine offizielle Opferzahlen veröffentlicht werden.
Wir sind alle sehr besorgt über die kritische Lage im Iran und fordern die Weltgemeinschaft und die Bundesregierung auf, sich an die Seite der iranischen Bevölkerung zu stellen! Zudem fordern wir die Bundesregierung auf, jegliche Geschäfte mit dem Iran zu stoppen!"

Zum Abschluss des Symposiums wiesen Pastor Gottfried Martens und Uwe Heimowski, Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz auf die Situation von Flüchtlingen in Deutschland hin. Viele Konvertiten sind von Abschiebung bedroht, da BAMF und BMI die Konversionen aus rein taktischen Gründen unterstellen.

Das Verhalten des Regimes in Iran ist von unendlicher Aggression gegenüber der eigenen Bevölkerung geprägt. Allen Gesprächsangeboten und wirtschaftlichen Deals europäischer Politiker zum Trotz, fährt das Regime weiter einen absolut konfrontativen Kurs.

Die Menschenrechtler waren sich einig als Uwe Heimowski die Rolle der Menschenrechtsorganisationen gegenüber der Politik auf den Punkt brachte: "NGO's müssen Maximalforderungen stellen, die Politik ist für Kompromisse zuständig."  Aus Sicht vieler Menschen in Iran und weltweit ist es höchste Zeit dem außerhalb aller Konventionen und Rechte agierenden Regime das Handwerk zu legen. Friedliche Mittel sind ausreichend vorhanden.