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Jugend in Iran auf Irrwegen

Im Iran versuchen die Verantwortlichen des Regimes die Kontrolle über die rebellische Jugend zu erlangen. Die lang anhaltenden Proteste in verschiedenen Landesteilen seit den gefälschten Präsidentschaftswahlen im Sommer 2009 hat die Offiziellen des Regimes überrascht und erschreckt. Jetzt werden grundlegende Maßnahmen geplant, um die westlich orientierte Jugend im Iran in das enge Boot der staatlichen Ideologie aufzunehmen.

Sadegh Laridschani, Justizminister

Sadegh Laridschani hat auch schon Hauptfeinde der staatlichen Ideologie im Iran ausgemacht: Mystiker und Sufis, von denen sich die Jugend beeinflussen lässt. 
Die folgenden Aussagen von Justizminister Sadegh Laridschani, dem Bruder des Parlamentspräsidenten, sind eine Zusammenfassung von Berichten in iranischen Medien.

Justiz kommt mit der Bearbeitung von Straftaten nicht nach
Laut der iranischen Nachrichtenagentur "Kar Iran" bezog sich Ayatollah Sadegh Amoli Laridschani in einem Treffen mit Klerikern auf Pläne des Justizministeriums zur Verhinderung von Straftaten, als er sagte: "Eine der leider zunehmenden Herausforderungen für das Justizministerium ist das Aufkommen von fünf bis sechs Millionen Gerichtsfällen jedes Jahr. Wenn wir Frieden und Versöhnung ernst nehmen und insbesondere in den Moscheen im ganzen Land darüber sprechen, wird es sicher dazu beitragen, diese schwere Last vom Justizministerium zu nehmen."

Menschenrechte versus Koran
Sadegh Laridschani hat die Mystik und den Sufismus als Schuldige für die Verfehlungen der Jugend ausgemacht.

Der Justizminister des Regimes im Iran erklärte, ein Islam ohne Klerus würde den Weg für die Ausbreitung falscher Mystik und Sufismus frei machen, welche die iranische Jugend mit Tricks und Blendwerk verführen würde. Er sagte wörtlich: "Wenn wir nicht ernsthaft versuchen, das Heilige Buch (gemeint ist der Koran), die Tradition des Propheten und die reinen Lehren seiner Nachfolger zu verbreiten, wird eine Leere entstehen, die sicherlich von anti-religiösen Ideen gefüllt werden wird."

Der Justizminister warnte vor neu aufkommenden Ideen wie der westlichen Interpretation von Menschenrechten, die an Universitäten gelehrt würden und betonte: "Wir lehnen diese (westlichen) Menschenrechte nicht nur ab, sondern haben eine Religion, die sich auf ein Heiliges Buch stützt, das voller Weisheit in Bezug auf Menschenrechte ist."
Sadegh Laridschani kritisierte die Entwicklung der westlichen Menschenrechte innerhalb der (iranischen) Gesellschaft und fügte hinzu: "Nach der konstitutionellen Revolution (Maschruteh) breitete sich leider eine Debatte der Modernität aus und auferlegte unserer Gesellschaft die westlichen Menschenrechte. Manchmal fördern sogar die sogenannten Denkfabriken in unserem Land diese Werte, ohne die reinen Lehren des Islams zu berücksichtigen." Der Justizminister hob die im Westen aufgebrachten Fragen der letzten Jahrhunderte und die Hauptthemen der heutigen Generation hervor und ergänzte: "Die Jugend ist rein und echt in ihrem Wesen, wenn sie nach der Wahrheit sucht und es ist Aufgabe des Klerus, gewissenhaft die Köpfe der Geliebten mit den reinen Lehren des Korans und den Geschichten aus der Vergangenheit zu füllen. Dies können wir nur verwirklichen, wenn das Heilige Buch und die Tradition Ali's (Schia-Islam) verbreitet und erläutert werden, denn ohne diese haben wir keine vernünftigen und überzeugenden Antworten."

Schritte, um die Jugend wieder einzufangen
Justizminister Laridschani erklärte, es sei notwendig, die westliche Variante der Menschenrechte zu verstehen, um die Zeitgenossen und vor allem die Jugend im Iran zu verstehen. Er gab zu verstehen: "Im nächsten Schritt wird es wichtig sein, die Sprache, die Vorstellungen und die Sichtweise der neuen Weltordnung zu verstehen, um mit der Jugend ins Gespräch gehen zu können." Laridschani warnte nachdrücklich vor falscher Spiritualität und benannte dazu die Indische Spiritualität, Sufismus und andere unrichtigen Strömungen und fügte hinzu: "Menschen haben sich schon immer mit Spiritualität beschäftigt und in der Geschichte der Menschheit haben sie schon immer nach einer inneren Quelle gesucht, um Frieden in sich zu finden und wenn wir ihnen diese innere Quelle nicht eröffnen können, werden andere diese Leere mit häretischen Gedanken füllen. Dies zeigt, warum der Klerus so wichtig ist." Außerdem appellierte der Justizminister des Regimes im Iran an die Kleriker, ihren Einfluss in den Moscheen dafür zu nutzen, die fundamentalen Prinzipien von Moral und geistiger Führung darzulegen. Er legte ihnen nahe, die vielfältigen Herausforderungen in der Gesellschaft zu beachten und die Leute in bester Weise anzuleiten.