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Iran - Durch Dämonisierungen reich werden

mehriran.de - Was passiert mit Land und Gut von Leuten, die im Iran stigmatisiert und dämonisiert werden und schließlich zu Staatsfeinden erhoben werden?

Ali Mohammadi Siret, Leiter der Wohlfahrtsorganisation

mehriran.de - Ali Mohammadi Sirat leitet eine Behörde, die sich über Zuwendungen freut. Die Art wie die Organisation für nationale Wohlfahrt zu Reichtum gelangt, ist durchaus bemerkenswert. 

Es gibt Menschen, die keine natürlichen Erben haben, jedoch vor ihrem Tod immense Reichtümer angehäuft haben. Für diese Menschen gibt es im Iran die Organisation für nationale Wohlfahrt, die Ali Mohammadi Sirat leitet. Sie können der Organisation alles vererben. Das ist jedoch keine außergewöhnliche Art Erbschaften zu verwalten und sie einem Gemeinschaftsnutzen zu zu führen.

Diese Organisation dient immer wieder mal auch als Auffangbecken für Hab und Gut der Menschen, die im Iran ihrer Bürgerrechte beraubt werden. Massenhaft geschehen in den 80er Jahren als die Mitglieder der Volksmudschahedin zu Staatsfeinden erklärt wurden und ihr gesamter Besitz in diese Organisation für nationale Wohlfahrt aufgenommen wurde. Ähnlich wie die Bonyads (religiöse Stiftungen) ist auch hier nicht transparent, was mit den eingeflossenen Mitteln geschieht und wem sie zu Gute kommen. 

In dem Drama um die Bemühungen einiger Hardliner in Iran den Gonabadi Sufi Orden auszulöschen, könnte ein neues Kapitel anstehen. Nachdem das Todesurteil gegen Mohammad Salas am Dienstag offiziell verkündet wurde, steht zu befürchten, dass die Justiz den Leiter des Nematollah Gonabadi Ordens, Dr. Nur Ali Tabandeh, wegen Anstiftung zu Unruhen und Gefährdung der nationalen Sicherheit anklagen wird. Mohammad Salas wird vorgeworfen, einen Bus gefahren zu haben, der drei Polizisten überrollt und getötet hat. In dem unfairen Verfahren wurde nur ein Video der Sicherheitsbehörden als Beweis angenommen, in dem Salas angeblich die Fahrt mit dem Bus gesteht. In einem Artikel von Rainer Hermann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 4. April wird geschildert, wie die Derwische diese Version von sich weisen und viel mehr darauf hinweisen, dass der Bus von einem im Kugelhagel getöteten Bassidschi namens Haddadian gefahren sein könnte und der Fall von den Behörden ganz neu gestrickt und dem Derwisch angehängt wurde.

So versuchen einige finstere Gestalten wie der Freitagsprediger Ahmad Khatami, der Leiter des Weltverbandes für die Annäherung der Islamischen Rechts- und Denkschulen Mohsen Araki oder der Parlamentarier Hassan Nowruzi eine Verhaftung und Verurteilung des Oberhaupts der Gonabadi Derwische voranzubringen. Im Moment steht Tabandeh unter Hausarrest und ist mit einem Kontaktverbot belegt. Sollte er angeklagt und verurteilt werden, ist der nächste Schritt zu befürchten. Der Orden könnte aufgelöst werden, alle Gebäude und Güter des Ordens würden dem Staat zufallen. Das Auffangbecken für solche Fälle ist Organisation, die Ali Mohammadi Sirat leitet.

Es wäre ein weiteres trauriges Kapitel einer Vertreibung und Auslöschung einer friedlich gesinnten Minderheit im Nahen Osten.