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In Ghartschack inhaftierte Gonabadi Derwisch Frauen brutal geschlagen

mehriran.de - Wie aus dem Iran berichtet wird, sind drei Gonabadi Derwisch Frauen im Ghartschack Gefängnis in Varamin von Gefängniswachen brutal angegriffen und geschlagen worden, nachdem sie ihre im Juni konfiszierten persönlichen Gegenstände zurückverlangt haben. Gonabadi Derwische gelten als Minderheit innerhalb der schiitischen Muslime im Iran. Es heißt, von den 80 Millionen Menschen im Iran sympathisieren ca. 8 Millionen Frauen und Männer mit diesem Derwisch Orden, da er für Werte wie Frieden, Toleranz und Solidarität steht. Gonabadi Derwische sprechen sich für Gesetzestreue aus, lehnen aber den religiösen Führungsanspruch durch den Obersten Führer im Iran und das herrschende System von Velayat-e Faghi ab und sprechen sich für eine Trennung zwischen Staat und Religion aus.

 


mehriran.de - Schokufeh Jadollahi, Elham Ahmadi und Sepideh Moradi werden in Abteilung 7 festgehalten. Dank unverhältnismäßig schlechter sanitärer Verhältnissen im gesamten Gefängnis leiden sie an entzündlichen Krankheiten und so verlangten sie ihre persönlichen Gegenstände zurück, die zuvor durch das Gefängnispersonal konfisziert worden waren.

Das Schahr-e Rey Gefängnis ist eine ehemalige Hühnerfarm, wo Hunderte von Frauen inhaftiert wurden. Diese Frauen wurden auf Grund von gewalttätigen Vergehen verurteilt unter Bedingungen, die weit unterhalb der minimalen UN Standardbedingungen für die Behandlung von Gefangenen (Nelson Mandela Regeln) fallen. Häufige Beschwerden beziehen sich auf von Urin verschmutzte Böden, fehlende Ventilation, nicht ausreichende und verdreckte Toiletten, dauerhafte Kontaminierung ansteckender Krankheiten, schlechte Nahrungsqualität durch Beigaben von Sand und salzigem Wasser.

Nachdem Gonabadi Derwisch Frauen am 13. Juni 2018 gegen die Zustände im Gefängnis protestiert hatten, wurden sie von Spezialkräften im Gefängnis niedergeschlagen und verletzt. 

Elf Gonabadi Derwisch Frauen wurden am 20. Februar nach einem blutigen Angriff von Sicherheitskräften auf eine friedliche Straßendemonstration und eine Versammlung von Gonabadi Derwischen in Teheran ins Ghartschack Gefängnis gebracht. Obwohl die verhafteten Frauen schwere Verletzungen davongetragen hatten und dringende medizinische Hilfe brauchten, verweigerte ihnen das medizinische Personal im Gefängniskrankenhaus jegliche Hilfe.

Sepideh Moradi, Sima Entessari, Schima Entessari, Avischa Dschalaleddin, Schokoufeh Jadollahi, Marjam Farsiani, Nazilla Nuuri, Marjam Barakouhi, Elham Ahmadi und Sedigheh Safabakht werden seit dem 20. Februar 2018 unter unmenschlichen Bedingungen im Ghartschack Gefängnis festgehalten.

Sepideh Moradi erlitt während ihrer Verhaftung Verletzungen an der Hand, am Ellbogen und an den Fingern. Ihre Beine weisen Brandspuren vom Tränengaseinsatz der Sicherheitskräfte auf, ihre Wunden waren nach drei Monaten noch nicht verheilt. Moradi wurde medizinische Hilfe verweigert.

Schokoufeh Jadollahi wurde bei ihrer Verhaftung hemmungslos geschlagen und danach so schwer gefoltert, dass sie ihren Geruchssinn eingebüßt hat und dringlich behandelt werden müsste.

Schahnaz Kian Asl (Kiani) wurde zwar am 19. Mai 2018 auf Grund von eindringlichen Forderungen von Zellennachbarinnen in die Krankenabteilung des Ghartschack Gefängnisses gebracht, doch bald danach ohne medizinische Behandlung zurückgeschickt. Stattdessen wurde sie in der Krankenabteilung von dem Arzt und den Krankenschwestern verhöhnt und in ihrer Würde verletzt.

Amnesty International hat am 29. März 2018 eine Eilaktion gestartet, in dem die willkürlichen Verhaftungen der 11 Gonabadi Frauen beklagt wurden und gegen ihre Misshandlung Protest eingelegt wurde.

© mehriran.de 2018
auf Grundlage eines englischen Artikels: https://iran-hrm.com/index.php/2018/11/27/gonabadi-dervish-women-brutally-beaten-up-in-qarchak-prison/