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"Eine Akte, zwei Morde"

Theateraufführung in Berlin

am Samstag, dem 8. Mai 2010 um 20:00 Uhr wird das Theaterstück „Eine Akte, Zwei Morde“ in Berlin (Tiyatrom, Alte Jakob Str. 12, 10969 Berlin) aufgeführt. In dieser Inszenierung geht der iranischen Theaterautorin und Theaterregisseurin Niloofar Beyzaie um den politischen Mord an Ehepaar Parvaneh und Dariush Forouhar, das im Jahr 1998 vom iranischen Geheimdienst wie bei einer Reihe von ähnlichen Mordfällen an iranischen Oppositionellen, Schriftstellern und Intellektuellen, in ihrem Haus brutal ermordet wurde.

Das Stück „Eine Akte, zwei  Morde“ ist ein Dokumentarstück und basiert auf Fakten, Dokumenten und Recherchen, sowie vielen Gesprächen mit Parastou Forouhar, der Tochter der ermordeten Forouhars. Sie ist eine renommierte Künstlerin aus Frankfurt, die sich bis heute für eine Verurteilung der Täter in ihrer Heimat – auch mit ihrer Kunst einsetzt. 

Für Niloofar Beyzaie entstand die Idee zu diesem Stück schon vor einem Jahr. Sie war vom Mut, der Ausdauer und dem Gerechtigkeitssinn Parastous sehr beeindruckt.

Die Aufführung findet in persischer Sprache mit deutschen Übertiteln statt und ist somit auch für ein nicht persischsprachiges Publikum verständlich.

Bei der Berliner Aufführung wird Parastou Forouhar persönlich anwesend sein und zusammen mit der Regisseurin an der anschließenden Diskussionsrunde teilnehmen.

Das Stück „Eine Akte, Zwei Morde“ ist eine Produktion der Theatergruppe Daritsche aus Frankfurt am Main und wird vom Amt für Wissenschaft und Kunst, Amt für multikulturellen Angelegenheiten sowie das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützt.

Theaterautorin – und Regisseurin

Geb. 1967 in Teheran / Iran, seit 1985 im Exil in Deutschland, lebt in Frankfurt, Studium der Germanistik, Theater- Film und Fernsehwissenschaften und Pädagogik an der Goethe Universität Frankfurt, 1994 Magister (Studienabschluss) und Gründung der Theatergruppe „Daritsche“. 

Sie inszeniert und schreibt Theaterstücke und schreibt Artikel übers Theater.

Zentrale Themen ihrer Theaterarbeit sind „die Frau“, „das Fremdsein“ und „das Leid des Individuums in der Masse“. Sie beschäftigt sich in ihrer Theaterarbeit mit zeitgenössischen Themen und setzt sich mit einem gesellschaftskritischen Blick mit dem Iran und den daraus folgenden menschlichen Schicksalen auseinander. 

Ihre Theaterstücke wurden bisher mit mehr als 150 Aufführungen in Europa und Kanada aufgeführt.

Neben ihrer Theaterarbeit schreibt sie auch Artikel über die politische und gesellschaftliche Situation und insbesondere die Situation der Frauen im Iran. Sie setzt sich für Frauenrechte und die Menschenrechte im Iran ein und engagiert sich innerhalb der iranischen Kunstszene im Exil für die Rechte der iranischen Homosexuellen und die religiösen Minderheiten, insbesondere die Bahais.

Nebenbei Übersetzungen und Forschungsarbeit.

Bei ihren Stücken führt sie selbst Regie, gestaltet Bühnenbild, Lichtentwurf. Themen und ihre Arbeiten: Frauen, Exil, menschliche Charaktere und Fremdkörper, Neubearbeitung anderer Stücke u. literarischer Texte, Experimentieren.

Sie erhielt 2005 für ihre unermüdliche Theaterarbeit im Exil, die Auszeichnung der in Budapest von einigen Iranern gegründeten Weltakademie für Kunst, Literatur und Medien in der Kategorie darstellende Künste als beste Regisseurin.