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'A face for freedom in Iran' - Köln zeigt Gesicht

Mehr als 200 Passanten solidarisieren sich auf der Domplatte zu Köln mit den Menschen im Iran, die nach Freiheit rufen. Sie interessieren sich und lassen ein Foto von ihrem Gesicht machen.

"A face for freedom" in Köln

Auf der Domplatte zu Köln weht am Samstag, 19.Dezember ein eisiger Wind. Es sind -15° und alle haben es eilig. Das Solidaritätskomitee für die Rechte der Studenten und Sufis im Iran hat zusammen mit Amnesty International einen Stand am Torbogen aufgebaut. Die Aktion nennt sich "A face for freedom in Iran" und findet zum ersten Mal in Deutschland statt. Zuvor waren zahlreiche Veranstaltungen in Holland und Belgien seit Juli 2009 gelaufen. Anne-Marie van den Bercken, eine Musikerin aus Holland, hatte sich angesichts der brutalen Schläge, Folterungen und Verletzungen von Menschenrechten zunächst hilflos und ohnmächtig gefühlt.

Mit Hilfe eines Bekannten sann sie dann aber die Aktion aus, sicherte sich die Unterstützung von Amnesty International und sammelt seither Gesichter. Passanten werden gebeten die Aktion mit einem Foto von ihrem Gesicht zu unterstützen. Aus Hunderten von Gesichtern werden dann Poster hergestellt mit der Botschaft "A face for freedom in Iran". Diese Poster können aus dem Iran via Internet auf bestimmten Webseiten eingesehen werden. Die Poster signalisieren Solidarität. Anne-Marie van den Bercken sagt dazu: "Wir wollen den Leuten im Iran zeigen, dass wir sehen, wie sie um ihre Selbstbestimmung kämpfen. Wir wollen der Regierung im Iran signalisieren: Wir sehen ganz genau, was ihr da macht, eure Maske edler Absichten ist gefallen, gebt den Menschen ihre Rechte wieder. Lasst sie frei reden, lasst sie frei glauben."

Es sind vor allem junge Menschen, die sich solidarisieren und interessieren. Sie wollen geradezu fotografiert werden, alleine, in Paaren oder in großen Gruppen überwinden sie die Eiseskälte und halten einen Augenblick still im Gedenken an die Iraner, die ihr Leben aufs Spiel setzen, wenn sie auf die Straße gehen. Ob aus Frankreich, Argentinien, Australien, Holland oder England, sie hören genau zu, sind kritisch und setzen sich auseinander, sie entscheiden sich bewusst für das Foto, das hat ein besondere Qualität.

Der WDR 3 hat für sein Programm Resonanzen einen Journalisten geschickt, der über die Aktion berichtet. Nachzuhören über diesen Link. Gegen Ende der Aktion erheiterte ein Flashmob für die Unterstützung von Majid Tavakoli die Domplatte. Im Iran wurde Tavakoli, ein bekannter Studentenführer verhaftet und in mehreren Zeitungen verschleiert abgebildet, um ihn zu demütigen und zu desavouieren. Die spontane Aktion brachte um die 40 Männer dazu sich mit Kopftuch und die Frauen mit angemaltem Bart auf der Domplatte zu bewegen und Aufnahmen zu machen, während sie "Ich bin Majid" skandierten. Iran ist dieser Tage sehr präsent in Deutschland. Die meisten Menschen wollen sich nicht in die Gestaltung der Politik im Iran einmischen und schon gar nicht halten sie ein militärisches Eingreifen für notwendig. Aber sie wollen ganz klar auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen.