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Gedichte für Menschen im Iran - Solidaritätsaktion

33 Jahre ist es her, dass die Hoffnungen vieler Iraner auf Freiheit enttäuscht wurden. Statt der ersehnten freiheitlichen Selbstbestimmung, entwickelte sich ein Menschen verachtendes System. Seit dem 9. März 2012 veröffentlichen wir 33 Wochen lang 33 Gedichte in Solidarität mit den Menschen im Iran, die von Amts wegen ausgegrenzt, verleumdet, stigmatisiert, inhaftiert, gefoltert oder ermordet werden. 33 Wochen Protest gegen die Zwangsherrschaft und zugleich Ermutigung für die Menschen im Iran den Weg der Selbstbestimmung, der gleichen Rechte für alle, der Freiheit und Verantwortung für das eigene Leben unbeirrt zu gehen. Wir veröffentlichen jede Woche jeweils ein Bild aus unterschiedlichen Gegenden Irans zu einem Gedicht und dem Bild eines von Verfolgung betroffenen Menschen oder einer betroffenen Gruppe.

Schutzengel aus der Zoroastrischen Zeit

"Die iranische Regierung rühmt sich, die Würde des Menschen hochzuhalten. Sie ist aufgefordert, die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit endlich zu schließen. Das iranische Regime darf sich dem Ruf nach Freiheit für politische Gefangene und der Abschaffung der Todesstrafe nicht verschließen." Aus einer Pressemitteilung des Deutschen Bundestages vom 28. Juni 2012

Liste politischer Gefangenen unter http://hyperactivist.info/ipr.html

Den Kindern der Freiheit

Den Kindern der Freiheit

gleichen Winde und Wellen,

Stürme und Sternenlicht

nicht zu fassen werden sie sein.

Ihr Kinder der Freiheit 
kennt Eure Träume,

andere schlafen
 für Ewigkeiten durchs Leben.

Harte Felsen macht ihr mürbe

und sie stürzen,

kalte Herzen und blinder Gehorsam

sind nicht Teil Eurer Lebensmelodie.

Wenn Ihr singt, Ihr Kinder der Freiheit

zittern die Herrscher im Turm,

wenn Eure Arme sich umfassen

endet die Zeit der Despoten.

Oh Ihr Kinder der Freiheit

ich höre uns träumen,

ich höre im Herzen unsre feurige Melodie -

und wann werden wir sie wieder gemeinsam singen?

Rasoul Fagh

Azadi (Freiheit) Turm in Teheran, Iran

Mahvash Sabet, Lehrerin, Bahai

Mahvash Sabet, geboren 1953, gehört dem siebenköpfigen Bahá'í-Führungsgremium an, das 2008 von Mitarbeitern des Geheimdiensts verhaftet wurde. Elf Monate später wurde sie wegen "Spionage, Vergehen gegen die nationale Sicherheit und Feindschaft zu Gott" angeklagt. Ein Revolutionsgericht verurteilte sie zunächst zu 20 Jahren Haft. Die Strafe wurde 2010 auf internationalen Druck hin auf 10 Jahre reduziert.

Mit mehr als 300 000 Angehörigen ist die Bahá'í-Gemeinde im Iran die größte religiöse Minderheit. Seit Gründung der Islamischen Republik im Jahre 1979 sind die Bahai wie Sunniten, Derwische und konvertierte Christen Ziel rigoroser Verfolgung.

Schneezeit

Schneezeit im Iran:
Führer mit kalten Herzen
krallen sich fest am Thron
behandeln das Volk mit Hohn.

Betrübte, Betäubte, Verarmte
verstümmelt, gehängt und verleumdet.
Sie dürsten nach freien Worten,
nach Würde und menschlichem Mass.

Brave, Blindhassende, Verrohte
beten den Götzen an,
Ihre Hände und Füße hängen
an den Lippen des bärtigen Führers.

Betende Kinder Gottes
werden aus ihren grünen Gärten gezerrt -
wiederum im Namen des Höchsten,
ihre Tränen gefrieren zu Eis.

Die rechtschaffenen Eiferer
erheben sich selbst zu Göttern und
werfen den Kindern Gottes
Lästerungen vor - wie ungeheuerlich!

Die Enttäuschten wenden sich ab vom Schöpfer
ihre Herzen erkalten in Trauer.
Sie vergessen, dass der letzte Teil der Schöpfung
von Menschen zu schaffen ist.

Rasoul Fagh






 

 

Shush (Susa), antike Hauptstadt des elamitischen Reichs, Iran

Ali Akbar Mohammadzadeh war am 15. Februar 2011 auf dem Gelände seiner Universität von Sicherheitskräften zusammengeschlagen und unter Gewaltanwendung festgenommen worden. In den vergangenen zwei Jahren war er vom Büro des Informationsministeriums mehrfach vorgeladen, bedroht und verhört worden. Er wurde gemäß [Artikel] 510 und 600 des Strafgesetzbuches wegen “illegaler Versammlung” und “regimefeindlicher Propaganda” angeklagt.

Daraufhin wurde er von Richter Salavati wegen “illegaler Versammlung und Verdunkelung” zu fünf Jahren und wegen “regimefeindlicher Propaganda” zu einem weiteren Jahr Haft verurteilt.
Er gehört zu jenen Gefangenen, denen Urlaub gewährt wurde und dessen Strafe auf 45 Monate reduziert wurde.

weitere Informationen bei iranhr.blogspot.de

Immer wieder (für Ali Akbar Mohammadzadeh)

Versprechen ziehen wie leere Kreise
bis unter das Dach des Damavand.
Über dem Flussbett erheben sich
Tausende von Fledermäusen, die mit
Ihrem Flügelschlag Lebensfäden schneiden
und unzählige Herzen erzittern lassen.

Die Nacht wurde beauftragt, den Sternen
zu verbieten, zusammen zu kommen, um
sich im Mondschein zu treffen. Schuldig
gewordene Sterne werden am Gewölbe
gehenkt. Unlängst wurde der Mond für
unerlaubtes Licht in Verbannung geschickt.

Was nützt es der verletzten Erde zu beben,
wenn selbst die Steine sich zum Wurf
bereiten und Tote aus ihrem Schlaf
erwachen, während schwarze Reiter auf
Schattenpferden ihre Knüppel über
dem jungen Kornfeld schwingen?

Mag mich der raue Hauch des Evin lehren,
meine Knochen zu zählen oder das Blut von
meinem Munde zu trinken, meine Stimme
wird wie eine Taube durch die Gitter gleiten,
und sich mit dem großen Schwarm vereinen,
denn unsere Flügel könnt ihr uns nicht brechen!

Sedaye Bād ©  صدایباد 

Karawanserei Sad al-Saltaneh in Qazwin, Iran

Frau Mohammadi  wurde am 10. Juni 2010 inhaftiert. In der Haft verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Am 1. Juli 2010 kam sie vorübergehend gegen Kaution frei und wurde am 3. Juli ins Krankenhaus eingeliefert. In einem Interview gab sie damals an, sie sei in Haftzeit 14-mal zusammengebrochen. Es sei eine Art Lähmung gewesen und sie habe die Kontrolle über die Bewegungen ihrer Hände und Füße verloren. Eine genaue Diagnose hätten die Ärzte noch nicht stellen können. Am 22. April 2011 tauchten im Haus der Mutter der Anwältin in Zanjan im Nordwesten des Iran ein Mann und eine Frau auf, die möglicherweise Geheimdienstmitarbeiter waren. Vor den Augen ihrer Kinder forderten sie Narges Mohammadi zum Mitkommen auf.

Auch auf Aufforderung wiesen sich die beiden Personen nicht aus: eine Praxis, die bekannt ist im Zusammenhang mit Verhaftungen aus sogenannten "staatsgefährdenden Gründen". Zwei Tage später teilte Narges Mohammadi ihren Kindern und ihrer Schwiegermutter in einem kurzen Telefongespräch mit, sie befinde sich im Frauentrakt des Evin-Gefängnisses in Teheran, in der berüchtigten Abteilung 209 die unter der Kontrolle des Geheimdienstes steht. 

weitere Informationen bei alischirasi

Narzisse aus Stahl (für Narges Mohammadi)

Die Narzisse wurde vom Frühling als Erste begrüßt, die Sonne schenkte ihren Wangen Lichtfarben und der Wind verlieh ihr Duft, auf dass sie den Gestank der Fäule besiege.

Im Hagel stand sie ungeknickt mit leicht geneigtem Haupt, trotzte den Stürmen und den bitteren Worten, die wie entwertete Briefmarken aus alten Zeitungsblättern starrten.

Selbst in hundert Jahren würde sie jenem Drachen nie Untertan sein, der argusäugig den Moder bewachte, so drang ihr Lied wie eine erfrischende Brise durch Türen und Fenster und verkündete das Erwachen der Lerche.

Aber als die Kralle mit Bosheit aus der Finsternis hervor schnellte, ihr höhnisch das Blütenkleid zerquetschte, drang ihr Schmerz zu den Kindern des Windes, deren Augen sich mit Asche füllten.

Stille, doch kein Schweigen. Mit Minaretten, bis in die Spitze der Wolken bewaffnet, wankt Iran weinend, um die Augen des Himmels mit Tränen zu füllen.

Doch unten summt die Narzisse von Freiheit…

(*Narges = Narzisse)

Sedaye Bād ©  صدایباد

Goor Dokhtar (Grabmal aus der Achämeniden Zeit) - "Zaratustrisches Mädchen", Iran

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Anwar Hossein Panahi, kurdischer und politisch aktiver Bürgerrechtler wurde  vom Revolutionsgericht zum Tode verurteilt. Nach Protesten von Aktivisten und internationalen Menschenrechtsorganisationen, wurde sein Todesurteil in eine 16-jährige Haft umgewandelt.

Anwar Hossein Panahi wurde am 6.11.2007 von  Sicherheitskräften verhaftet und verschwand danach 6 Monate in den dunklen Kammern des iranischen Geheimdienst.

Anwar Hossein Panahi ist ein Bürgerrechtler und die Vertrauenspeson der Bauern der Region Dehgolan. Er setzte sich ein für drogensüchtige Gefangene in Sanandaj . Er gab Kurse für die Inhaftierten und versuchte damit zu verhindern, dass die Gefangenen Drogen verfallen. An seinen Kursen nahmen über 200 Gefangene teil. Dafür bekam er oft Besuchsverbot und durfte auch seine Familie wochenlang nicht sehen.

Seit der Verlegung Anvar Hossein Panahis aus dem Zentralgefängnis Sanandaj vor mehreren Tagen gibt es keine Informationen über seine Situation. Das Geheimdienstministerium hat gegen den politischen und bürgerlichen Aktivisten einen neuen Fall eröffnet.

Er wurde am vergangenen Donnerstag aus dem Zentralgefängnis Sanandaj in die Haftanstalt im Geheimdienstministerium gebracht, wo er verhört wird.

Safran

Kein Land der Welt kann sich rühmen
nur Menschen mit goldenem Herzen zu haben,
Keine Nation behaupten
Ihre Geschichte sei frei von Schuld.

Oh Iran, Heimat von Wiesen,
Heimstatt für Berge und fruchtbares Land,
breitest dein Himmelszelt über sirrende Hitze
und rastlosem Zirpen im Hain.

Safran leuchtet, 
Sterne glimmen,
Mutterhände gießen Eimer voll Zuwendung
und Karawanen schleusen Schmuggelware über die Berge.

Farbiger Teppich und ausgefeilte Kanäle für Wasser
Baukunst mit ausnehmender Schönheit -
nicht haben deine Bürger mit Leistungen gespart,
Jahrtausende alte Dichtkunst hat Generationen getragen.

Ausgesetzt warst Du dem Hunger
gnadenloser Tyrannen und Mördern
brandschatzenden Heeren aus Ost und Süd,
deine Mühen wieder und wieder zerstört.

Jetzt höhlt dich der Feind an deiner Spitze
mit seinen wirren Gesängen von Hass,
mit seinen bluttriefenden Peitschen-
dein Herz will er zerreiben.

Oh Iran, deine weinenden Bürger warten
auf helfende Hände, auf Geister,
die das Ausmass des Schreckens verstehen,
sie warten

Rasoul Fagh



Altstadt von Yazd, Iran

Esmaili ist Mitglied des Vorstands der Studentenorganisation Tahkim-e Vahdat wurde am 8. September ohne Vorlage eines Haftbefehls festgenommen.

Esmaili war laut HRANA erstmals im Dezember 2009 mitten in einer Krebstherapie verhaftet worden. Von seinem Graduiertenstudium der Menschenrechte an der Universität Allameh wurde er ausgeschlossen. In den vergangenen Monaten hat er für verschiedene Webseiten journalistisch gearbeitet.

Petitio für seine Freilassung: gopetition

Hindurch

Mitten hindurch
mit ledernen Händen,
Schwielen von nassem Sand -
wundgescheuert.

Hindurch
von einem lichten Willen durchdrungen -
mit der Aussicht auf Drangsal und Not
Peitschenschlägen und Diffamierungen.

Durch
das Nadelöhr der Überwindung
sich für Würde und Freiheit der Gedanken
erniedrigen zu lassen.

Mitten hinein
in die Gassen der Bequemen,
der Stummen und Taktierer,
die Melodie des Leids singend.

Rasoul Fagh

Falak-ol-Aflak Burg in Lorestan

Der Menschenrechtsanwalt Abdolfatah Soltani ist von Abteilung 28 des Revolutionsgerichts unter Vorsitz von Richter Pir Abbasi zu 18 Jahren Gefängnis und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Die Anklage lautete auf “regimefeindliche Propaganda”, “Gründung des Zentrums zum Schutz der Menschenrechte” und “Versammlung und Verdunkelung mit systemfeindlicher Absicht”. Abdolfatah Soltani war am 10. September 2011 verhaftet und in Abteilung 209 des Teheraner Evin-Gefängnisses inhaftiert worden.Der am 2. November 1953 geborene Soltani ist Rechtsanwalt, Mitglied des Zentrums für Menschenrechte [in Iran, gegründet u. a. von Shirin Ebadi.] sowie Vorstandsmitglied der Rechtsanwaltskammer.

Die Stadt Nürnberg hat Soltani im Jahr 2009 den Menschenrechtspreis verliehen: nuernberg.de

Weitere Informationen: br.de

Der Aufrechte (gewidmet Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani)

Seine Stimme ist
der verwirrende Kummer
der Wahrheit und
erhebt sie sich,
folgt ihr der Wind,
entfacht sich zum Sturm. 

Er knotet die Schnur
seiner Worte
auf die Haspel
fließender Wasser, deren
Wellen die Botschaft in
verschwiegene Orte tragen.

Wie ein Baum graben
sich seine Wurzeln tief
in die zärtliche Erde,
um die jungen Triebe
zu finden, die das Licht
noch nicht sahen. 

Seine krönende Sonne -
verdunkelt von Körben
finsterer Perlen - dringt
unverzagt durch die
Nacktheit der Räume
direkt in Menschenherzen.

Das Geheimnis der
Sterne bedeckt ein
bleicher Mond, unter
dem sich bissige Äxte
wie Schattengespenster
in die Häuser schleichen.

Morgengrauen im Morgenland… 

Sedaye Bād ©  صدایباد

Daniels Grab in Khusestan, Iran

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Verhaftet, festgehalten, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gefängnis frei gelassen. Professor Maleki ist 80 Jahre alt und nimmt kein Blatt vor den Mund. In einem Schauprozess wurde er nach seiner Entlassung erneut verhaftet und zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt.

Professor Maleki in Selbstzeugnissen zu seiner Situation, aus einem Brief an die Mitglieder der Delegationen, die Iran zum Gipfel der Blockfreien besucht haben: "I want to inform you that I am almost eighty years old and suffer from different diseases, such as prostrate cancer and cardiovascular complications. Because of my health, they had to free me. But in a show-trial afterwards I was sentenced to a one-year imprisonment again. The exact nature of the tortures I faced and witnessed in the prisons of the Islamic Republic is a separate story that I may expound on if the opportunity arises.

Now that you are in my country, as an Iranian who has suffered the inhumane actions of this regime and who has witnessed the pains of the people, I want to beg you to visit the political prisoners in Iran who the government has mischievously described as “acting against national security”. I urge you to visit the many lawyers, students, journalists, political and civil activists who are imprisoned and suffer grave conditions, so that you may learn how the regime that has invited you treats its critics and dissidents.

Der Appell (gewidmet Dr. Mohammad Maleki)

Im Namen Gottes, hört mich an,
warum schließt ihr so abgewandt die Ohren?
Martyrium herrscht im Iran!
Von Predigern zum “Gottesstaat“ erkoren.

Die Wiege aller Menschenrechte
schenkte uns Fortschritt und Kultur;
doch heute sind wir Sklaven - Knechte,
der Freiheitstraum wird zur Tortur.

Mein Iran - einst so stolz und frei
von Hormus bis zum Damavand -
regiert von Hass und Tyrannei,
sucht ratlos nach der Freundeshand.

Ein dunkler Tschador deckt mein Land
mit bitt’ren Tränen aufgerieben,
das Unrecht gleicht dem Wüstensand,
kein Fundament ist uns geblieben.

Im Namen Gottes, schaut mich an,
warum schließt ihr erbarmungslos die Augen?
Sie morden Menschen im Iran!
Die Erde kann ihr Blut nicht mehr aufsaugen.

Sie weint und kommt nicht mehr zur Ruh,
lässt ihren Leib im Schmerz erbeben,
und ihr schaut aus der Ferne zu
auf die verlorenen Menschenleben.

Von Westen erschallt Kriegsgeschrei,
gilt Vater, Mutter und dem Kind,
am Leben huscht der Tod vorbei
und über Gräbern heult der Wind.

Wir schreien nach Gerechtigkeit,
von so viel Not und Pein getragen.
Wann naht für uns die Friedenszeit? -
Erst wenn der Letzte liegt erschlagen?

Im Namen Gottes, ergreift unsere Hände,
die Kinder Irans sind Koroushens Erben,
wir hoffen auf Freiheit, ein friedliches Ende,
überlasst uns dem Teufel nicht zum Sterben.

 Sedaye Bād ©  صدایباد

Azadi Turm (Freiheitsturm), mitten in Teheran, Iran

Frau Khadem wurde im Jahr 2011 für 4 Jahre hinter Gitter geschickt, weil sie als Lehrerin für die Baha'i Online Universität arbeitete. Der allgemeine Vorwurf gegen Baha'i wurde auch hier vorgebracht: Tätigkeit gegen die nationale Sicherheit. Dieser Vorwurf gegen Lehrkräfte, die Menschen Bildung anbieten, denen es verwehrt ist sich in Universitäten des Landes einzuschreiben, ist ein weiteres Armutszeugnis für die Islamische Republik Iran. 

Weiterlesen: amnesty

Wind aus den Türmen

Mit der Leine Spazieren gehen
auf den Teppichen deiner Erinnerungen -
Tage zählen oder Gebete
im Haus der pechschwarzen Fahne.

Was Dir Gewissheit gibt
ist ihnen fremd und feindlich.
Sie speien auf Deine Würde
und auf das, was Dich aufrecht hält.

Doch die Blüten Deiner Weisheiten
hüten den Duft der Freiheit in Deinem Herzen,
sie werden genährt aus dem Reich der Malek
bis die offenen Türen auch Dir erlauben zu atmen.

Von den Türmen wird Dir Luft gefächelt,
aus den Bergen kommt die Kühle
und das Lächeln Deiner Schwestern
umhüllt Dich wie ein letzter Schleier.

Rasul Fagh

Detail einer Moschee in Täbris, Iran

Omid Kokabee, ein iranischer Student, der in Teheran in den letzten 15 Monate inhaftiert wurde, ist zu 10 Jahren Gefängnis wegen angeblicher Verschwörung mit dem Ausland gegen den Iran verurteilt worden. Richter Abolghasem Salavati (Abteilung 15 des Teheraner Revolutionsgerichtshofs) - der berühmt für seine harten Strafen ist – hat versucht weitere 10 bis 15 Personen, unter dem Sammelbegriff Kollaboration mit Israels Geheimdienst Mossad, zu verurteilen.

Kokabee, ein Student, der zuvor am Institut für Photonische Wissenschaften (ICFO) in Barcelona arbeitete und in jüngerer Zeit an der Universität von Texas in Austin, wurde in Teheran im Februar 2011 unter dem Vorwurf der "Kommunizierung mit einer feindlichen Regierung " festgenommen.
Engere Vertraute von Kokabee im Iran beklagten die Tatsache, dass keine Beweise in der Hauptverhandlung vorgelegt wurden, um das Urteil zu rechtfertigen. Während andere Gefangene in der Gruppe sich schuldig erklärten, wies der Physikstudent in einer Fernsehsendung am Abend vor der Verhandlung konsequent alle Vorwürfe zurück und weigerte sich, vor Gericht zu sprechen.
In einem offenen Brief, im Gefängnis geschrieben, behauptete Kokabee, dass die Behörden versucht hätten, seine "Zusammenarbeit" durch Drohungen gegen ihn und seine Familie zu erwirken und bestand darauf, dass er kein politischer Aktivist sei, was seine Freunde bestätigen. Kokabee‘s Freunde spekulieren, dass seine häufigen Reisen nach Iran - insgesamt vier oder fünf im Jahre 2010 - den Verdacht der iranischen Behörden geweckt haben könnten.

Heimaterde (für Omid Kokabee)

Ich trage meine Wurzeln
in der Hosentasche.
Selbst auf verkarstetem
Boden am Zagros
atmet die Steinblume
Hoffnung.

Die Landschaft meines
Gedächtnisses lenkt meine
Schritte durch den Gesang
wilder Tulpen über verwaiste
Hinterhöfe meiner
Kindheit.

Die Farbe meiner Liebe ist
wie klares Wasser,
das über gebrochener
Erde weint und
in ihre Narben
perlt.

Kaspian wiegt mich wie
einen verlorenen Tropfen in
seinen Schaumkronen,
raunt mir mit tausend
Zungen sein letztes
Geheimnis zu.  

Die Sehkraft des Weltenauges
ist mit Blindheit geschlagen,
die Quelle meiner Gedanken
bleibt treu konserviert.
Keines meiner Worte
steht zum Verkauf.

Bring mir Datteln, mein Freund,
und duftenden Chai, damit
wir unsere Heimat schmecken.
Nichts bleibt vergessen… Nichts

 Sedaye Bād ©  صدایباد

Alborz, Iran

Der während der oppositionellen Proteste Ende 2009 festgenommene Gewissensgefangene Asghar Mahmoudian ist zu 6 Jahren Gefängnis und Exil in Semnan verurteilt worden.

Nach Angaben der Gruppe Committee of Human Rights Reporters fiel das Urteil in Abteilung 15 des Revolutionsgerichts unter Vorsitz von Richter Salavati.

Der 60jährige Mahmoudian und seine Frau Kefayat Malek Mohammadi waren verhaftet worden, als sie an den Demonstrationen vom 27. Dezember 2009 [Ashura] teilnahmen. Seit ihrer Festnahme vor mehr als 2,5 Jahren wurde das Paar in dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in einem ungeklärten juristischen Status festgehalten.

Malek Mohammadi droht nach einer Anklage wegen Verdunkelung und Verschwörung gegen die nationale Sicherheit eine fünfjärige Haftstrafe.

Weitere Informationen: rahana.org

Eiszeit

In der Blüte meiner Jahre
erhoben sich aus staubigen 
Koranversen schwarze Tulpen,
Verrat in den Tintenherzen.
Die Flammen ihrer Augen
verbrannten den Frühling,
sperrten die Vögel in Käfige
und schrieben mit dem Blut
der Kinder unschuldige Namen
in den Sand.

Wie kann ich noch zuschauen,

wenn ich die Mütter weinen höre? 

Zwei Lerchen sind Schnee und

Nacht, die Stille.

Über die Jahre hat der Winter

mein Haar und meine Gedanken

versilbert.

Ein neuer Frühling kam,

meine Schultern, von Efeu umrankt,

sind müde geworden, doch in meiner

Kehle blüht ein Orangenbaum.

Nein, ich will nicht mehr schweigen.

 

Das Klagen der Mütter erhebt

sich über den Damavand,

Eiszapfen brechen, weinen sich ins Tal.

Unerbittlich die Selbstgerechten,

die sich den heiligen Namen auf

ihre Fahne geschrieben haben.

Wenn selbst die Steine weinen

und Aschura sich in schwarze Tücher

hüllt, kennen sie kein Erbarmen.

So fesselt denn meine Hände,

führet mich in die Gewölbe des

Hasses.

 

Wie könnt ihr noch zuschauen,

wenn ihr die Mütter weinen hört?

 

Sedaye Bād ©  صدایباد

Kandovan, Iran

Am 4 Juli 2012 wurde der Journalist und Herausgeber der Kashan News, Ali Moslehi, auf offener Strasse von Sicherheitskräften verschleppt. Wir Reporter ohne Grenzen berichtet, sind die Gründe für seine Verhaftung noch unbekannt. Moslehi wird dem reformistischen Lager der Grünen Bewegung zugerechnet.

Seine Verhaftung ist ein aktuelles Beispiel für die fortgesetzte Kampagne zur Vereinheitlichung der Stimmen im Land. Wer nicht durch Vorteile, Drohungen und anderen Repressionen zum Schweigen gebracht werden kann, wird verschleppt und seine Familie gleich mit gequält, wie verschiedene andere Beispiele zeigen.

Mehr Infos: unhcr.org

Unter den Augen der Nachbarn

Unter den Augen der Nachbarn gestohlen -
ihre Fingernägel in Deine Arme gekrallt.
Deine Kinder sahen doch beim Ausflug
die Gänsegeier nur Aas berühren,
Du hingegen lebst.

Deine Häscher rühmen sich für Gott zu kämpfen
und dienen seinem Stellvertreter auf Erden,
dem herzlosen Ghiaur auf dem Thron
der geknechteten iranischen Völker,
Eifer ersetzt ihr Denken.

Irgendwo in Mazandaran singt der Zilpzalp
unermüdlich von Freiheit,
noch haben sie ihm nicht aufgelauert,
seine Sprache fürchten sie nicht,
aber Deine Worte auf Papier.

Wenn nicht Bären und Leoparden
sich in Teheran versammeln,
um die Wildesel aus den Palästen zu vertreiben,
behalten dich die Krieger der Finsternis
in den Ketten ihres Hasses.

Rasoul Fagh

Denkmal, Iran

Als 13jähriges Mädchen wurde Soghra des  Mordes bezichtigt, kam in der nordiranischen Stadt Rasht ins Gefängnis. Dort wurde sie unter anderem ausgepeitscht. Soghra wurde zum Tode verurteilt. Seit nunmehr 23 Jahren ist sie in iranischer Haft. Seitdem wartet sie auf ihre Vollstreckung und lebt jeden Tag mit der Angst, bald hingerichtet zu werden.

Der Fall: Im Alter von neun Jahren war Soghra Najafpour von ihrer Familie in der Stadt Rasht als Hausmädchen im Haushalt eines Arztes untergebracht worden. Vier Jahre später verschwand der achtjährige Sohn der Arztfamilie. Als man ihn einige Tage später tot in einem Brunnen fand, wurde Soghra beschuldigt, ihn ermordet zu haben. Soghra Najafpour sagte anfangs aus, sie habe den Mord nicht begangen, doch nach wiederholten Verhören, gestand sie, ihn verübt zu haben. Man nahm ihr Geständnis als Schuldbeweis und verurteilte sie gemäß "Ghesas".

Soghra Najafpour gibt in der Begründung des von ihr eingelegten Rechtsmittels an: "Ich habe den achtjährigen Jungen nicht umgebracht, aber ich weiß, wer es tat. Dieser Mann sagte mir, ich müsse darüber schweigen. Er hatte versprochen, die Mutter des Opfers dazu zu bewegen, mir zu vergeben, und mich zu retten." Sie schrieb weiter: "Ich wurde mit neun Jahren vergewaltigt und man drohte mir, damit ich schweige. Am Tag des Unfalls musste ich eine Abstellkammer säubern und derselbe Mann, der mich sonst missbrauchte, kam hinter mir her. Plötzlich stand der spielende Junge in der Abstellkammer und sah, dass ich missbraucht wurde. Der Mann schubste den Jungen. Er prallte mit dem Kopf gegen die Wand und bewegte sich nicht mehr. Ich konnte den toten Jungen nicht bewegen, aber der Mann wollte, dass ich seinen Körper in den Brunnen werfe."

Ihr Rechtsmittel wurde zurückgewiesen und nach einer medizinischen Untersuchung verurteilte man Soghra Najafpour darüber hinaus zu einer Prügelstrafe wegen unerlaubten Geschlechtsverkehrs, obwohl sie ausgesagt hatte, dass sie vergewaltigt wurde. Der Mann, dem sie die Vergewaltigungen zur Last legt, wurde freigesprochen, da er nicht zugegeben hat, sie vergewaltigt zu haben, und keine weiteren Beweise gegen ihn vorlagen.

Soghra Najafpour wurde am 1. Oktober 2007 gegen eine Kaution in Höhe von umgerechnet etwa 66.000 US-$ aus der Haft entlassen. Als die Familie des Mordopfers jedoch von ihrer Freilassung erfuhr, verlangte sie die Hinrichtung. Daraufhin nahm das Gericht Soghra Najafpour wieder in Haft.

Bereits zweimal sollte Soghra Najafpour hingerichtet werden, im Alter von 17 und 21 Jahren, doch die Familie des Opfers änderte in letzter Minute ihre Meinung. Soghra Najafpour versucht verzweifelt, ihre Unschuld zu beweisen. Am 23. Oktober 2007 legte ihre Rechtsanwältin Nasrin Sotoude bei der Obersten Justizbehörde aufgrund der eklatanten Verfahrensmängel Rechtsmittel ein und beantragte die Überprüfung des Falls. Daraufhin hob der Oberste Gerichtshof ihre Verurteilung auf. Der Fall wurde einer anderen Abteilung des Gerichts in Rasht übergeben, um dort neu verhandelt zu werden. Im zweiten Verfahren wurde Soghra Najafpour erneut schuldig gesprochen und wieder gemäß "Ghesas" (Vergeltung) verurteilt, ihr droht daher nach wie vor die Hinrichtung.

Seitdem auch ihre Anwältin, die Menschenrechtlerin Nasrin Sotoudeh, verhaftet wurde, hört niemand etwas über sie. Soghras Schicksal wurde jetzt bekannt, weil sie zufällig mit einer Frauenrechtlerin ihre Gefängniszelle teilen musste.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Das Völkerrecht verbietet die Anwendung der Todesstrafe gegen Personen, die zum Zeitpunkt der ihnen zur Last gelegten Tat das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Als Vertragsstaat des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte sowie des UN-Übereinkommens über die Rechte des Kindes hat sich der Iran dazu verpflichtet, keine minderjährigen StraftäterInnen hinzurichten. Trotzdem sind seit 1990 im Iran mindestens 33 Personen wegen Straftaten exekutiert worden, die sie im Alter von unter 18 Jahren begangen hatten, davon mindestens zwei im Jahr 2008. Derzeit sollen sich fast 140 minderjährige StraftäterInnen im Iran im Todestrakt befinden, siehe auch Amnesty-Bericht "Iran: The last executioner of children" (MDE 13/059/2007, Juni 2007) und "Iran: Spare four youths from execution, immediately enforce international prohibition on death penalty for juvenile.  

Der Brunnen

Eine Geschichte aus den Falten
des Tschadors geschüttelt,
so verworren, dass selbst die Toten
aus ihrem Schlaf erwachen.

Auf dem Grund des Brunnens
irren ruhelose Geister, schwingen
sich auf ihre Schattenpferde, um
die Wahrheit zu suchen.

Mehr als Tausendundeine Nacht
flieht der Schlaf junge Augen, zittert
ein missbrauchtes Herz vor der Gewalt
durch Lüge und Bosheit.

Eine schuldig gewordene Blume,
wurde ihrer Blätter beraubt, bevor
sie erblühte. Wenn zehn Leute mit einem
Auge sehen, hat eine Hand drei Finger.

Doch …
der Brunnen kennt die Wahrheit. 

Sedaye Bād © صدای باد

(Soghra Najafpour, als 13jährige zum Tode verurteilt)

 

Izad Khast, Iran

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Die Christin aus dem Iran sitzt im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis. Sicherheitsbehörden nahmen sie am 24. Dezember 2009 mit weiteren Christen fest. Die Gruppe hatte sich in einem Privathaus zu einer Weihnachtsfeier getroffen. Zwar wurde sie im April 2011 zunächst entlassen, doch im Dezember des Jahres wegen "illegaler Treffen" zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Maryam Jalili ist verheiratet und hat zwei Kinder. 

Die Christin aus dem Iran sitzt im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis. Sicherheitsbehörden nahmen sie am 24. Dezember 2009 mit weiteren Christen fest. Die Gruppe hatte sich in einem Privathaus zu einer Weihnachtsfeier getroffen. Zwar wurde sie im April 2011 zunächst entlassen, doch im Dezember des Jahres wegen "illegaler Treffen" zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Maryam Jalili ist verheiratet und hat zwei Kinder. 
Mehr auf Iran Human Rights

Licht in dunkler Nacht

Zu Dir, oh, Licht meiner Hoffnung,
strebe ich in tiefer Demut.
Führe mich durch schwindelnde
Höhen über den Morast,
dessen schlammige Krallen
bereits nach mir greifen. 

Von unbekannten Fäusten
gestoßen, falle ich in
die schreckliche Tiefe unserer
Geschichte, in der hasserfüllte
Mäuler Deinen Namen brüllen
und den Tod aufs Kreuz malen. 

Choda*, verlass uns nicht.
Das Würfelspiel um Dich
wird mit blutigen Worten auf
meine Stirn geschrieben, verhöhnt
selbst der letzte Atemzug, mit
dem ich Deinen Namen flüstere.

Berauschter Schlaf in einer
Finsterwelt, ohnmächtig den
gequälten Körper an die Wand
gepresst und das Gedächtnis
funktionslos, zeigt der Kompass
in meinen Händen immer noch auf
~ L i e b e ~

Sedaye bād © صدای باد

(für Maryam Djalili, verfolgte Christin)

Mir Chahmag Platz, Yazd

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Die 50 jährige Fariba Kamalabadi gehörte zu einer siebenköpfigen Gruppe, die die Belange der iranischen Bahá’í-Gemeinde koordinierte. Nach einer 30-monatigen Untersuchungshaft im Teheraner Evin-Gefängnis wurde sie unter fadenscheinigen Gründen im August 2010 zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt. Dieses Unrechtsurteil sowie die unfairen Prozessbedingungen wurden international deutlich verurteilt. Zahlreiche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen forderten die sofortige Freilassung. Mit ihr wurden sechs weitere Führungsmitglieder verurteilt.

Mehr Informationen: www.meforum.org

Dein Leumund rein
wie Schnee am Damavand,
wo auf dem Weg zum Gipfel 
blutroter Mohn leuchtet.

Der frostige Berg
birgt Geheimnisse
des frei Seins,
die nur Gefangene kennen.

Sie griffen nach Deiner Seele,
die Schergen mit wutstierenden Augen.
Nichts wissen sie über
die Unsterblichkeit.

Doch Du schreist nicht,
Deine Liebe ist stummer Vulkan,
denn Du kennst die endliche Geschichte
von Tyrannen, die Blut trinken.

Wieder nahen Fereydun und Kaveh
mit der Schmiedeschürze, sind
Zahhak auf der Spur,
der bald am Damavand in Ketten liegt.

Rasul Fagh

Elbrus Gebirge, Iran

Der Dichter, Schriftsteller und Journalist Alireza Roushan wurde im Zuge der Angriffe gegen Derwische in Kavar im September 2011 durch paramilitärische Bassidschi verhaftet, weil eine von ihm mit betriebene Webseite (Madschzouban-e-nour) von den Angriffen berichtet hatte. Das Regime in Iran fährt eine wechselhafte Kampagne gegen alle Andersdenkende. Sobald die Weltöffentlichkeit mit anderen Themen beschäftigt ist, wird die Kampagne mit harter Hand fortgesetzt, sobald jemand darüber berichtet, unternehmen Repräsentanten des Staates alles, um sie zum Schweigen zu bringen, während andere Repräsentanten die Angriffe auf Nachfrage herunterspielen oder die Opfer defamieren. Ziel der Kampagne ist die Auslöschung aller Andersdenkender.

Bericht von Amnesty International zu den massiven Menschenrechtsverletzungen im Iran 2011: www.amnesty.de

Nur

Nur 
in flaumweichem Vergessen
wächst dir Ruhe.

Nur
Flügel deines Geistes
überwinden die Mauern der Zelle.

Nur
die Hände Deiner Brüder
können die Tyrannen halten.

Nur
deine Zunge und Lippen
können das Lied der Tyrannen verraten.

Nur
fragst Du Dich
"Wer hört meine Warnung?"

Rasul Fagh

Kirche in Iran

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Der Geistliche Arash Honarvar Schodschaei wurde vom Regime in Iran wegen angeblicher Feindschaft zu Gott, Spionage, Anstiftung zum Aufruhr und Ungehorsam gegenüber der Geistlichkeit angeklagt. Um ihn zu falschen Geständnissen zu zwingen wurde er gefoltert, unter anderem hat ein Schlag auf seinen Kopf durch seine Folterer eine attestierte Epilepsie bei ihm ausgelöst. Immer wieder wurde seine Frau auch belästigt und bedroht, während seine Häscher drohten ihm seine Frau wegzunehmen. Schodschaei gehört zu den mutigen Bürgern Irans, die den Mut haben Interviews zu ihrer Situation zu geben.

Interview auf Englisch: International Campaign for Human Rights

Warum, nur Du weisst.

Mit Haaren aus Gold
sahst Du die Geliebte
schweigend
 atmend
im Licht der dunkelnden Sonne

Sie streute ihr Herz
in Deine müden Augen
Deinen festen Glauben
erheiternd
für die Zukunft des frei Seins

Lieblicher Traum
im schwarzen Zwangsraum
wo die Ratten Dich auf die Probe stellen
ihnen zu Gefallen zu lügen
oder geschunden zu Entwerden

Magier aus dem Morgenland
kommen nicht den frohen Stern
zu verkünden
nur mutige Löwen trauen sich auszusprechen,
 der Graue mit der lahmen Hand sei des Satans Bruder

Du brüllst, was Dir widerfährt -
 die Ohren im Reich der schwindenden Sonne
sind taub für Deinen Schmerz,
ihre Hände lahm, den Tyrannen in die Parade zu fahren
Dir bleibt das Wort, das laute


 

Sobatan, Talesh, Iran

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Der in Kanada lebende Geschäftsmann setzte sich 2008 auf einer Reise in den Iran für die Freilassung seines Bruders Alborz ein, dem das Regime vorgeworfen hatte für fremde Mächte zu spionieren. In Folge dessen wurde auch Hamid verhaftet und wegen Gotteslästerei und Spionage angeklagt und zum Tode verurteilt. Die Beweislage ist geradezu lächerlich und laut einer Schwester der beiden traute sich jedoch auch der Richter nicht die Anklage abzuweisen, da die Ankläger sehr massiv auftraten. Mittlerweile ist Alborz im Gefängnis angeblich wegen Magenkrebs verstorben. Hamid erwartet täglich unter Anspannung den Tag seiner Hinrichtung. Seine Schwester bittet um Hilfe für ihren unschuldigen Bruder. Amnesty International hat eine Briefaktion gestartet: amnesty canada.

Wunder ausverkauft

Wunder kennst Du nicht,
in Deinem Nest lebt nur die Angst.
An Wunder glaubst Du nicht,
von Deinem Atem kennst Du nur Stocken.

Die den Stab über Dir brechen,
schlafen in Mohnfeldern.
Ihr ernsthafter Hohn
speien Sie dir mit Verachtung ins Gesicht.

Über den Baumwipfeln kreisen Geier,
vergessene Aasfresser,
und Du spürst schon wie ihre Schnäbel
in Dein Fleisch hacken.

An Wunder glaubst Du nicht,
ihre garstigen Fratzen haben sich Dir eingebrannt.
Alles was Du kennst
ist der mutige Ruf Deiner Freunde.

Rasul Fagh

Türme des Schweigens, Yazd

Stellvertretend für alle Arbeiteraktivisten, die von dem Regime im Iran willkürlich verhaftet, festgehalten und beschuldigt werden, steht die Geschichte von Behnam Ebrahimzadeh. Er wurde von einem Revolutionsgericht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. 

Ebrahimzadeh ist am 12. Juni 2010 verhaftet worden. Bei seiner Verhaftung war er brutal geschlagen worden, so dass er ernsthafte Verletzungen davontrug.

Ebrahimzadeh ist Installateur bei der Firma Shourabad Polytechnic in Shahr-e Rey. Er war bereits ein Mal verhaftet worden, als er am iranischen nationalen Tag der Arbeit an einer Feierlichkeit im Laleh-Park teilnahm.

Wofür er verurteilt wurde, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor. Das Regime lässt unabhängige Gewerkschaften nicht zu. Aktivitäten von Arbeiteraktivisten werden generell als staatsfeindlich eingestuft.

mehr Infos: Iran Arbeiterbewegung 

...aber mein Licht

Die süßen Datteln, 
ein alter Becher mit Wasser,
das gebrochene Brot -
ferne Erinnerungen an Leben.

Eingehüllt in die warmen Hände der Mutter,
warmer Sommerregen prasselt auf's Dach -
die gurrenden Tauben im Verschlag,
sie wissen nichts von der Einsamkeit im Verließ.

Möglicherweise bricht die Nacht an,
summen die Bienen im Garten,
Rosen duften,
aber mein Licht löschen sie nicht.

Rasul Fagh 

Iranische Berglandschaft

Manijeh Najm Eraghi, die Sekretärin des Iranischen Schriftstellerverbandes war, ist am 27. Mai verhaftet und ins Evin-Gefängnis gebracht worden. Mehr als 400 Aktivisten haben in einer Erklärung die Freilassung der inhaftierten iranischen Schriftstellerin, Übersetzerin und Frauenrechtlerin Manijeh Najm Eraghi gefordert.

Die Erklärung verurteilt die Verhaftung Najm Eraghis durch die Obrigkeit der Islamischen Republik und fordert die Regierung auf, “die Konstruktion von juristischen Fällen gegen Frauenrechtlerinnen, Schriftsteller, Intellektuelle, Journalisten, Arbeiteraktivisten, Studenten, Lehrer, Anwälte und soziale und politische Aktivisten zu beenden.

Im September 2010 war sie schon einmal verhaftet worden, wurde aber nach drei Tagen gegen Kaution freigelassen. Das Gericht wirft Najm Eraghi vor, Mitglied des Iranischen Schriftstellerverbandes zu sein, Erklärungen des Verbandes verbreitet und an einer Gedenkveranstaltung für den iranischen Dichter Ahmad Shamloo und die getöteten Schriftsteller Mohammad Mokhtari und Mohammad Javar Pouyandeh teilgenommen zu haben. Sie wurde zu 1 Jahr Haft verurteilt.

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 und der Niederschlagung der darauf folgenden Proteste gegen den vermuteten Wahlbetrug wurden unzählige Regierungsorganisationen verfolgt, ihre Mitglieder wurden verhaftet und zu Haftstrafen verurteilt.

Sonne im dunkelsten Tal

Singen verstummt,
Schreiben verboten.
Sandstürme ritzen die Wände der Stadt.
Hasswürmer schaben am Leben der Freien.

Klagen verstummt,
Sprechen verboten.
Wasser entzieht sich den Seen.
Liebe von Hieben verdeckt.

Denken verstummt,
Sehen verboten.
Schwerreiches Öl verpestet die Lüfte.
Ketten und Messer und Schlagstock sind ihr Gebet.

Höre die helfenden Hände,
Siehe den tragenden Klang.
Ihr Hochmut wird Hassende stürzen.
Es glimmt Dir ein neuer Morgen in Deinem kalten Heim.

Rasoul Fagh

 




Shahzadeh Garten, Mahan

Der Chef-Redakteur eines Wochenmagazins (Sobh-e Azadi) wurde zu einem Jahr Haft verurteilt. Das ihm zur Last gelegte Vergehen, für das er verurteilt wurde, ist Propaganda gegen das Regime. Er wurde wegen des Vorwurfs der Verschwörung freigesprochen. Bevor er kürzlich seine Haftstrafe antrat, hat er einen Abschiedsbrief geschrieben, der auch in einer Übersetzung über das Netzwerk facebook verbreitet wurde. Darin bat er seine Freunde "betet für mich".

www.facebook.com/people/Reza-Jelodarzadeh/100000180369252

„Betet für mich!“

Geflüsterte Worte,
Sehnsucht nach Vereinigung
mit dem Papier.
Der Löwe des Windes
beißt sie von meinen Lippen,
verspeist sie auf dem Zellenboden
meiner Niederlage. 

Meine Stimme werde ich
in die Gedanken des Mondes
pflanzen und sie zur Rechenaufgabe
zwischen Licht und Dunkel machen.
Während die Wahrheit wie Efeu
emporrankt, werden mich die Wurzeln
des Unheils verschlingen. 

Am Abgrund des Hasses verharrend,
wachsen auf meinen Augenlidern
mitleidige Steinblumen.
In der Nacktheit meiner Zelle
schreibt nun die Angst
ihr Tagebuch und zerrt höhnisch
an meinem Eingeweiden.

„Betet für mich,
auf dass ich die blutigen Flüsse
nicht überqueren muss…!“

Sedaye bād © صدای باد

(dem iranischen Journalisten Reza Jelodarzadeh, der Ende Mai wegen seiner kritischen Berichte verhaftet wurde)

Haus in Kashan

Hanieh Farshi-Shotorban verbüßt derzeit eine Haftstrafe in dem für Folter berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran. Über Monate wurde sie in Einzelhaft gehalten, in der Untersuchungshaft wurde sie gefoltert, um ihr falsche Geständnisse abzupressen. Die Behörden verweigerten Farshi-Shotorban, ihre Anwältin zu sehen; weder sie selbst noch ihre Anwältin durften die Anklageschrift vor der Verhandlung einsehen.

Sie wurde am 18. Juli 2010 in Tabriz verhaftet und später ins Teheraner Evin-Gefängnis überführt. Das Islamische Revolutionsgericht in Teheran befand sie  der "Blasphemie", "Beleidigung des Führers", "regimekritischer Propaganda" und "Kontakts mit ausländischen Organisationen" für schuldig und verurteilte sie am 18. Juni 2011 zu  sieben Jahren Haft. Wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes musste sie schon einmal in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses transportiert werden. 

Hanieh hat sich nie politisch betätigt. Es wird vermutet, dass ihr Aktivitäten in dem sozialen Netzwerk facebook zur Last gelegt werden.

Das eine Wort

Sag' es, dieses eine Wort, sag' es!
Übertöne das Zirpen der Grillen,
Meißele es in die flimmernde Luft,
Hauche es aus tiefster Seele.

Tausend und eine Nacht
steh'n dir bevor
in den Klauen
der Wölfe.

Ihr Heulen
soll dich betäuben.
Das Sirren der Peitschen
soll die Musik sein, von der du träumst.

Sprich es, dieses eine Wort, sprich es,
das dir den Mut gibt sie zu besiegen,
das dich in ihrem Schatten am Leben erhält.
Ein Wort nur ist deine Waffe, es liegt dir auf der Zunge.
Rasul Fagh

Festung in Bam

Amir Ehsan Tehrani, Musiker

Amir Ehsan Tehrani, Sänger von Protest- und Menschenrechtsliedern, ist in Abteilung 350 von Evin inhaftiert. Er wurde wegen Mitgliedschaft in einer Menschenrechtsorganisation und Propaganda gegen das Establishment angeklagt und verurteilt.

Amir Ehsan war zum Zeitpunkt seiner Verhaftung Direktor des Kulturausschusses einer Menschrechtsgruppe in Iran. Er wurde am 8. März 2010 im Zuge der Massenverhaftung von Menschenrechtsaktivisten durch die iranischen Revolutionsgarden verhaftet und saß in Trakt 240 von Evin, der den Revolutionsgarden untersteht, zwei Wochen in Einzelhaft. Tehrani war außerdem Manager der Underground-Band “Aazadi” ["Freiheit"]. Unter dem Künstlernamen Arya sang er Protestlieder und Lieder für Menschenrechte. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung studierte er Landwirtschaft an der Universität Rodehen.

Während seiner Verhöre wurde Amir Ehsan von den Befragern extrem unter Druck gesetzt und geschlagen, damit er sich selbst und andere in falschen Geständnissen belastet.

Am 8. April 2011 wurde ihm in Abteilung 26 des Revolutionsgerichts der Prozess gemacht. Richter Pir Abbasi verurteilte ihn wegen Propaganda gegen die Islamische Republik und Mitgliedschaft in der verbotenen Menschenrechtsgruppe “Human Rights Activists Group in Iran” zu einem Jahr Gefängnis. Derzeit sitzt er in Abteilung 350 von Evin ein.

Quelle: Julias Blog

Die Tränen haben das Salz
in meinen Augen gewaschen
und Blut, das mir die Peitsche stahl,
leckt an meinen Sohlen. 

Mein Herz schwankt
unter dem Hohn meiner Peiniger.
Hat das Meer sich davon gestohlen,
das gestern noch grün wogte?

NEIN!
Glaubt nicht den Heuchlern
und ihren Henkern!
Vertraut der Liebe und
ihrer Tochter, der Freiheit. 

Es ist an der Zeit, den
Sumpf zu verlassen und eure
Gesichter mit den Farben des
Frühlings zu bemalen. 

Es ist an der Zeit, aus
den Höhlen zu kriechen
und die Angst von den
Kalkwänden zu kratzen. 

Es ist an der Zeit, eure
Stimmen zu erheben
und mit euren Liedern die
Eiszeit zu schmelzen. 

Ich male euch die Noten
auf die Zebrastreifen, die
uns aus der Sackgasse der
Revolution herausführen.

(gewidmet dem Sänger Arya (Amir Ehsan Tehrani),
inhaftiert und misshandelt wegen seiner Protestlieder
und Mitgliedschaft bei den Menschenrechtlern)

 Sedaye Bād © صدای باد

Wüste Kavir

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Nourizad ist Autor, Filmregisseur, Bühnenautor, Blogger und Journalist. Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl von 2009 schloss er sich der Opposition an und wurde am 20. November 2009 verhaftet. Er ist einer der vielen Journalisten, die im Gefängnis routinemäßig verprügelt wurden. In ihrem ersten Interview mit Jaras beschwerte sich seine Familie öffentlich darüber, was ein Treffen zwischen der Familie und dem Teheraner Staatsanwalt zur Folge hatte. Die Schläge in Evin gingen allerdings weiter.
Wegen seiner expliziten Kritik an Ayatollah Khamenei – niedergeschrieben in mehreren Briefen, die er aus dem Evin-Gefängnis heraus veröffentlichte – wurde Nourizad in Einzelhaft genommen, wo er von den Gefängniswärtern wiederholt brutal geschlagen wurde. Er reagierte darauf mit Hungerstreiks.
Er wurde wegen regimefeindlicher Propaganda und Beschmutzung des 30 Jahre alten Images des Regimes sowie Beleidigung des Führers, des Justizchefs und des Präsidenten zu 3 Jahren und 91 Tagen Haft und wegen Beleidigung des Freitagsimams der heiligen Stadt Mashhad zu 50 Peitschenhieben verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil. Nach fast 2 Jahren und mehreren Protestbriefen an den Führer wurde er freigelassen. Auch nach seiner Freilassung schreibt er weiter Briefe an Khamenei, in einer wesentlich schärferen Sprache als vorher.

Neben dem Geruch der Henker nur die Vorstellung vom Leben

gern' würd' ich sie sehen
die aus der Erde spriessen
gern' würde ich sie zärtlich berühren
mich von den Farben erfreuen lassen

diese Wände flüstern den Füßen Verbote
diese Gitter hindern die Hände
und draussen die rauhen Bärte der Häscher
riechen nach üblen Gedanken

gern' würd' ich sie sehen
die durch die Lüfte ziehen
ihre aufgefächerten Flügel küssen
ihr nächtliches schlagen könnt' mich beleben

diese Wände flüstern den Ohren Verbote
diese Gitter hindern die Lippen
und die blinden Richter aus Stein
jubeln bei jedem gewürgten Hals

gern' würd' ich am Meer nach Muscheln suchen
unsinnigerweise nach den Wellen greifen
vor der Sonne mich verstecken
meine Geliebten umarmen

diese Wände flüstern der Sehnsucht Verbote
diese Schlächter pressen die Hoffnung
bald lieg' ich entblösst vor den Peitschen
bald werden die Nägel gestreckt

gern' wüßt' ich
wer diese blutige Wüste kennt
 gern' wüßt ich
wer diesen Henkern mein Leben schenkt

Rasul Fagh



Alborz

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Parvin Ardalan lebt seit April 2010 im schwedischen Exil. Sie hat mehrere internationale Preise für Ihre Arbeit zu Frauenrechten erhalten. Hier ein interessantes Zitat: "Die Hoffnung auf einen entscheidenden Wechsel lässt mich weiter machen. Manchmal bin ich sehr müde, aber aufgeben werde ich nicht. Ich denke es ist sehr förderlich, wenn wir versuchen unsere Träume zu verwirklichen. Ich bin sehr glücklich all die jungen Frauen in der Bewegung zu sehen. Sie werden eines Tages großartige Gestalterinnen der Gesellschaft Irans sein."

Mehr lesen: newint.org und arte.tv

 

 

Freiheit

Wenn es Zeit ist
Lege ich den Stift nieder und streiche mir
Vielleicht noch einmal über das Haar
Eine letzte unbedachte Geste..
Schultern gerade, erhobenen Hauptes

Und dann
Renne ich so schnell ich kann
Bis ich sie nicht mehr spüre, die Beine
Die Arme ausgebreitet

Bis er mich emporhebt
Mein alter Freund Wind...
Freiheit
Dir entgegen
Schon immer
Die Deine

Julia Heilmann-Schuricht

Hafis Mausoleum, Iran

Die Verlorenen (den traumatisierten Kindern Irans)

 

Unsere verlorenen Blumen
wachsen am Rande der Märchen
auf Blutgetränkten Feldern
und gleichen dem wilden Mohn
in seiner Betäubung.

 

Die Maske, ihr Spielzeug,
bedeckt
wie Beton ihre Züge
durch das schwarze Gift der Worte.
 

Die Angst, ihre Wächterin, 
stiehlt 
ihnen den Augenglanz 
und das rosige Lächeln unschuldiger Lippen.

Unsere verlorenen Blumen
verlieren ihre Farbe im Steinhagel,
kauern
gekrümmt
unter den Galgen der Gehängten.
 

Der Schmerz ihr Pate,
malt Wunden in
ihre Herzen, 
bewölkt 
mit tausend ungeweinten Tränen.

Ach,
wohnt da kein Mitleid in den Wolken?
Zur Hilfe ~~~
unsere Blumen verkümmern
wurzellos
in fauligen Gewässern!

Sedaye bād © صدای باد

 

Margoon Wasserfall, Fars Provinz

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Den Menschen gewidmet, die von Henkern ermordet wurden

Die Vereinten Nationen klagen über eine "alamierende" Zunahme von Hinrichtungen im Iran. Trotz internationaler Appelle sind allein im vergangenen Jahr 670 Iraner durch die Todesstrafe gestorben. 

Von den Hinrichtungen 2011 sind 249 geheim erfolgt, während 421 offiziell bekanntgegeben wurden. 

Auch 2011 wurden Todesurteile oft nach grob unfairen Verfahren verhängt, die nicht internationalen Standards entsprechen. Im Iran ergingen Urteile aufgrund von unter Folter erzwungenen "Geständnissen". Außer für Gewaltverbrechen wurde die Todesstrafe auch für Straftatbestände wie Ehebruch und Homosexualität verhängt. Selbst Minderjährige werden nicht von der Verhängung der Todesstrafe verschont.

Bis Mitte Februar 2012 sind weitere 67 Menschen hingerichtet worden, Tendenz steigend.

Weitere Infos: amnesty.ch

Cut the rope

 Durchtrennt das Seil I

durchtrennt das Seil,
das den Hals des Verurteilten umschließt
und fesselt den Richter 

Durchtrennt das Seil II

 bringt die Richter vor Gericht
und setzt sie einem fairen Verfahren aus
angesichts ihrer Todesurteile 

Durchtrennt das Seil III

Leben ist heilig
niemand soll stehlen das Recht
auf freies Atmen

(freie Übersetzung mehriran.de)

Cut the rope I 

cut the rope from
the neck of the convicted
and bind the judge

 

Cut the rope II 

put the judges to court
and give them a fair trial
for their death sentences 

Cut the rope III 

life is sacred
no one may steal the right
to breathe freely

Bjarne Kim Pedersen 

 

 

Palangan, Kurdistan, Iran

Mansurh Behkish, Menschenrechtsaktivistin und Unterstützerin der trauernden Mütter im Iran (Mütter des Laleh-Park), wurde am 3.3.2012 von Abteilung 15 des Teheraner Revolutionsgerichts zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Mehr Informationen unter: shirazweb

Madar-e Irani (iranische Mutter)

Es wird kein Morgen geben, der Tod hat
unsere Kinder wie süße Trauben gesammelt.
Es wird keine Quelle fließen, deren Kraft
sich mit dem Meer vereinen könnte.

 Muss ich die Regentropfen zählen,
um das Gedeihen jungen Weizens zu kennen?
Muss ich dem Flug der Zugvögel folgen,
die sich aus offenen Gräbern erheben? 

Ach, könnte ich meine Liebe
mit den Stimmen der Kinder füllen!
Ach, könnte ich nur Brücken bauen
zwischen gestern und heute für ihr Lachen! 

Auf ewig hat der Trauervogel sein Nest
in den Garten meines Herzens gebaut.
Hier hält er Wache über schwarzen Eiern,
gefüllt mit Erinnerung an unsere Kinder.  

صدای باد  © Sedaye bad

Hamedan

Stellvertretend für viele geschundene Angehörige dieser Minderheit im Iran. Fünf Angehörige der arabischen Minderheit der Ahwazi befinden sich in unmittelbarer Gefahr öffentlich hingerichtet zu werden. Die Todesurteile gegen die fünf Männer sind durch den Obersten Gerichtshof des Iran bestätigt worden. Möglicherweise sollen die Urteilssprüche andere Ahwazi im Iran davon abhalten, am 15. April an Demonstrationen anlässlich des Jahrestags der Proteste von 2005 teilzunehmen.

Die drei Brüder Abd al-Rahman Heidari, Taha Heidari und Jamshid Heidari, ihr Cousin Mansour Heidari sowie Amir Muawi (auch Mo'avi genannt) wurden im April 2011 in Ahwaz festgenommen. Zu dieser Zeit gab es große Unruhen in der gesamten Provinz Khuzestan im Süd-Westen des Iran. Den Familienangehörigen der Männer wurde nicht mitgeteilt, wohin man diese nach ihrer Festnahme gebracht hat. Etwa am 5. März 2012 informierten Beamten des Geheimdienstministerium die Angehörigen dann darüber, dass der Oberste Gerichtshof die Todesurteile gegen alle fünf Männer bestätigt hat. Laut Angaben der Beamten waren sie schuldig befunden worden, am 15. April 2011 mindestens einen Mann getötet zu haben. Bei dem Opfer soll es sich um einen Polizisten gehandelt haben. Den Familienmitgliedern wurde zudem ausgerichtet, dass die fünf Männer "in den nächsten Tagen" öffentlich hingerichtet werden würden. Es ist nicht bekannt, wann die ursprünglichen Gerichtsverfahren gegen die Verurteilten stattgefunden haben oder ob man ihnen Zugang zu Rechtsbeiständen gewährt hat. Iranische Gerichte akzeptieren immer wieder unter Zwang abgelegte "Geständnisse" als Beweismittel.

Aktion über Amnesty International: http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-077-2012/drohende-hinrichtung

mehr Infos unter: euahwazi

Überhäuf mich mit Schweigen

Stolz war ich einst
und Hüter der Schönheit der Wüsten.
Meine Würde war der Glanz der Sonne,
Meine Augen schmiegten sich an den Mond.

Dann kamen die Horden der Eiferer
und entkleideten mich von Glanz und Augen.
Sie gaben mir die kleinste Kammer im Haus meines Vaters
und säten eitrigen Hass mit ihren Trompeten aus dunklen Gedanken.

Hier stehe ich und weine.
Wo bist du stolzer Mensch der Freiheit?
Warum schüttest du Schweigen auf meine Wunden?
Warum schenkst du den Henkern die Seile?

Rasul Fagh

Ahwaz

Ali Malihi (*1984) ist Student, freier Journalist und ehemaliger Leiter der Öffentlichkeitsabteilung des Office for Strengthening Unity (OSU). Er arbeitete für regimekritische Zeitungen, welche zwischenzeitlich phasenweise oder vollständig geschlossen wurden. Malihi war eine treibende Kraft hinter den als “grüne Revolution” bekannten Studentenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Ahmadinedschads 2009.

Er wurde am 9. Februar 2010 festgenommen. Am 25. Juli 2010 verurteilte ihn die 28. Abteilung des Revolutionsgerichts in Teheran in einem nichtöffentlichen Verfahren wegen Verschwörung, unerlaubter Versammlung, Störung der nationalen Sicherheit und Propaganda gegen das Regime, Veröffentlichung von Unwahrheiten und Beleidigung des Präsidenten zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe. Seit zwei Jahren sitzt Ali Malihi im Teheran Evin-Gefängnis ein. Mehrere Monate lang war ihm der Kontakt zu seinem Anwalt untersagt. Nach Angaben der Familie wird Malihi psychisch und physisch gefoltert.

Der gefangene Löwe (Ali Malihi)

Erzähle mir
von den Grünen Gesichtern
der jungen Löwen,
die ihre Spinatluftballons
mit Freiheit bemalten.

Erzähle mir
von dem flüchtigen Traum,
der wie eine heilige
Flamme Frieden in unsere
Herzen brannte.

Berichte
von den gebrochenen Rosen,
deren Schreie der Schnitter
erstickte in der Kälte
der Steine.

Berichte
von der Asche unserer
Hoffnungen, die der Sturm
höhnisch lachend den
Henkern opferte.

Teile meinen
tiefen Schmerz, während meine
blutigen Fingernägel
das Wort Gerechtigkeit
in die Mauern ritzen.

Sedaye bād © صدای باد

Kashan

Arash Saghar hat in sunnitisch geprägten Regionen im Osten Irans Verbindungen zu der Bevölkerung gehalten, um für die Wahl Mousavis zu werben. Am 22. November 2009 wurde er verhaftet. Er gehört zu den weniger bekannten politischen Gefangenen des Systems. Ihm wird Spionage für Turkmenistan vorgeworfen, die auf keinerlei Beweise gründet. Vermutlich sitzt er nach wie vor im Evin Gefängnis.


Steinwelt (Arash Saghar, der Verschwundene)

Verharren
vor den Phosphorstimmen,
lebendig begraben und
vergessen in 209.
Hier haben
die Steine Nummern.
In meiner Welt aus Stein
wachsen Wände in den Himmel,
scheinen
selbst die Wolken meines Atems
zu versteinern.

Unersättlich
fressen Uhrzeiger
Sekundensteine,
triumphieren hohl
über die bleierne Zeit.
In der Morgenbleiche
schleicht der Geruch der
Angst durch die Gänge,
wirkt selbst der Schrei
hinter versperrten Türen
wie ein geworfener Stein.

Schweigen.
Auch meine Zunge
wurde zu Stein,
kein Hieb,
kein Tritt
vermag, sie zu lockern.
Um Hilfe summend
taumelt ein Falter
im Halbdunkel,
sinkt lautlos zu Boden,
Er und ich
werden zu Stein.

صدای باد  © Sedaye bad

   

Isfahan, Brücke bei Nacht

Nama Jafari ist Herausgeber der Webseite “35anj”. Der Blogger und Dichter wurde am 14. Februar 2012 in Teheran von Sicherheitskräften festgenommen. Seit Ende Februar 2012 wurde er auf Kaution freigelassen.
Jafari hatte unter dem Titel “Zusammenkunft an der Einzelzelle” Protestgedichte und Schriften über die Proteste nach der Präsidentschaftswahl von 2009 zusammengestellt.

Gebloggt

Nama Jafari (dem krebskranken Dichter und Blogger) 

Zwischen den Buchstaben schreibe
ich mein Leben und mit jeder Zeile 
stirbt die Hoffnung 
wie eine vergessene Blume, 
die sich in den Maschen
geheimer Drahtzäune verfängt.  

 Im Abstand von Sekunden öffnet 
 der Drache sein Maul, um
 die Wahrheit zu verschlingen,
 öffnen die Wunden ihre Münder,
 um der Freiheit zu entsagen.
 
 Die Häscher zügeln den Wind
 und vor mir eilt die Zeit weitere 
 vierundzwanzig Stufen hinauf, um 
 in den Abendweg zu gleiten, dorthin, 
 wo das graue Tor ins Nichts führt.
 
 Noch unreif werden meine Worte
 von den Lippen gepflückt, fliegen 
 meine Gedichte durch den Äther,
 verstummt meine Stimme unter
 den Schlagstöcken der Gerechten.
صدای باد  © Sedaye bad   

 
 
 

Zagros Gebirge

Atolli Derakshan, Dichter

a Bahai poet and writer living in Sari, was arrested by agents of the Ministry of Intelligence on February 21. Seven agents searched his home and took away all his books, as well as religious CDs and pictures, pictures of his family, and a box of a book of his poetry, which was published with permission from the Ministry of Culture. The home of his father, in the village of Ivel, was one of about 50 Bahai homes in the village which were destroyed last summer. Mr. Derakshan is excluded from tertiary education because he is a Bahai,

Kreislauf (Atolli Derakshan)

صدای باد  © Sedaye baad

 

Unser Frühling kam über Nacht und

verließ uns vor Sonnenaufgang,

bevor seine Knospen erblühten.

 

Hass zerstörte unsere Häuser,

strömte bis in die Tiefen und

vergiftete in jähem Angriff

unsere Quelle.

 

Ich versteckte meine Worte

in einem Buch und verschloss

es in einer Schatulle der Hoffnung.

Sag, mein Freund, wie

kann ich dichten

auf der Asche der Toten?

 

Wie kann ich dichten, dort,

wo der Sommer der Winter ist,

wo das Eis das Leben tilgt und

die Erde das Fleisch speist?

 

Wie kann ich lieben, dort,

wo blutige Tränen

die Nebel der Nacht sprenkeln?

Hilf mir, mein Freund,

der Kreis des Unrechts schließt sich

mit diesem letzten Schrei!

Rayencastle

Das Regime hatte Zeinab Jalalian zunächst zum Tode verurteilt. Im Dezember 2011 wurde sie nach internationalen Protesten zu lebenslanger Haft begnadigt. Die Kurdin war im November 2009 wegen Gotteslästerung offiziell zum Tod verurteilt worden. Sie hatte wiederholt bei Veranstaltungen der „Partei für ein freies Kurdistan“ (PJAK) teilgenommen und war daraufhin im Jahr 2008 verhaftet worden. Jalalian musste monatelange Folter ertragen und durfte weder Ärzte noch Familienangehörige empfangen.

Zwei Minuten (Zeinab Jalalian)

Wenn dieser Morgen kommt …
haben Türen sich geschlossen,
und das Lächeln der Schmetterlinge
sucht vergeblich den Spiegel der Wahrheit.
Meine Lippen sind vernäht
und mein Schrei schwebt wie eine Blase 
durch nackte Gänge.

Wenn dieser Morgen kommt…
weichen die schützenden Arme 
meiner Mutter den Tentakeln
des Kraken.
Eisenfäuste schlagen meine
Eingeweide und kein Stern mildert 
meinen Schmerz

Wenn dieser Morgen kommt …
habe ich Verbindung zu anderen Schichten,
zu Kalk, Sand, Metall und 
den Steinherzen meiner Peiniger.
Tag um Tag befrage ich die Gitterstäbe 
Empfange das Stückchen Himmel,
das sich wie ein Band um die Wunde 
meiner Frage windet.

Wenn dieser Morgen kommt…
bin ich Deine Feindin,
die Erwählte, 
die Gehenkte. 
In Deinem Namen haben
sie den Stab über mich gebrochen.
Sag, warum schweigst Du? 

Schluckweise trinke ich das Leid
aus den übervollen Kelchen der Augen
die mich in der Dunkelheit anstarren
lausche dem einsamen Vogel in meiner Brust.
W a r t e
auf eine Stimme, 
die mir zuraunt: 
~~~ L e b e ! Sei ein Baum.

© صدای باد  (Sedaye Bad)

Uramanat, Iranisch-Kurdistan

Uramanat, Iranisch-Kurdistan

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Solidarität

Seit dem 10. Dezember 2011, dem Tag der Menschenrechte, haben unterschiedlichste Gruppen in Deutschland an der neuen Aktion "Solidarität" teilgenommen. Es geht um ein Bekenntnis zu Menschenrechten und um eine Solidarisierung mit politischen Gefangenen und anderen Gruppen und Individuen, die in Iran verfolgt, verhaftet und unter starken persönlichen und politischen Druck gesetzt werden.

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Abolfazl Abedini Nasr, freiberuflich arbeitender Journalist und Menschenrechtsaktivist, wurde am 23.09.1982 geboren und lebte in Ramhormuz, einer Stadt in der Provinz Khuzestan, wo die Minderheit der Araber lebt. Er wurde am 30. Juni 2009, kurz nach der umstrittenen Präsidentenwahl inhaftiert, Ende Oktober 2009 gegen Kaution freigelassen und am 3. März 2010 erneut verhaftet. Er verbüßt im Evin-Gefängnis in Teheran eine 12-jährige Haftstrafe.

Er wurde wegen „Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation“, der Organisation der Menschenrechtsaktivisten (Human Rights Activists – HRA), zu fünf Jahren Haft verurteilt, außerdem wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem Jahr Haft. Er habe Verbindungen zu ausländischen Medien gehabt. Zusätzlich erhielt er fünf Jahre Haft wegen „Kontakten zu feindlichen Staaten“. Am 29. April 2010 erhielt er eine weitere Haftstrafe von einem Jahr wegen „Propaganda gegen das System". 

Abolfazl Abedini Nasr arbeitete als Pressereferent für die HRA. Anfang März 2010 wurden mehr als dreißig Mitglieder und andere Mitarbeiter der Organisation inhaftiert, die Behörden sperrten mehr als 20 ihrer Websites. Abolfazl Abedini Nasr ist ebenfalls Mitglied in der „Pan Iranist Party“, einer verbotenen Oppositionspartei, die für die Einheit aller Volksgruppen des Iran eintritt. Zwischen November 2007 und Februar 2008 verbrachte er im Zusammenhang mit seinem Bericht über die Streitigkeiten der Arbeiter mit der Geschäftsleitung der „Haft Tapeh Sugar Company“, einer staatlichen Zuckerfabrik, vier Monate im Gefängnis. Im Dezember 2007 wurde er im Zusammenhang mit seinen Berichten zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. 

Er ist ein politischer Gefangener, der wegen der friedlichen Ausübung seines Rechtes auf freie Meinungsäußerung und der Bildung von Vereinigungen inhaftiert wurde. Er leidet an einer Herzklappenerkrankung und benötigt regelmäßige medizinische Betreuung. 

Zum Fall von Abolfazl Abedini Nasr arbeiten inzwischen einige Amnesty-Gruppen. Er war auch im Juni 2011 Amnesty-Appellfall für Briefaktionen: http://amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen/2011/6/abolfazl-abedini-nasr

Für ihn läuft auch außerhalb von Amnesty eine Petition. http://www.gopetition.com/petition/34522.html

 

 

"Mara Bebus" - Misaghiyan

Das Lied "Mara Bebus" ("Küss mich"(zum letzten Mal)) ist kein übliches Liebeslied, sondern ein Lied zum Gedicht eines während der Shah-Zeit zum Tode verurteilten politischen Gefangenen, gerichtet an seine Tochter.

Amnesty International - Iran Koordinationsgruppe

Amnesty International ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, deren Ursprünge im Kampf gegen die Inhaftierung gewaltloser politischer Gefangener liegen. Die Iran-Koordinationsgruppe koordiniert Aktionen der Amnesty-Gruppen zum Iran, leitet diese an, macht Aktionsvorschläge, erstellt Falldarstellungen und Aktionsanleitungen, übersetzt Dokumente zum Iran und beantwortet Anfragen zum Land, auch z.B. Anfragen von Gerichten in Asylverfahren von Iranern. Soweit es uns zeitlich möglich ist, treten wir auch bei Veranstaltungen zum Iran als Referenten auf.

Unsere Webseite: www.amnesty-iran.de

In seiner Musik setzt sich Arya Aramnejad für eine säkulare Gesellschaft im Iran ein. Er gilt als Unterstützer der "Grünen Bewegung". Geheimagenten verhafteten ihn im November 2011 unter Schlägen zum wiederholten Mal. Das Regime wirft ihm Aktivitäten gegen die Nationale Sicherheit vor. 

Weitere Informationen: freemuse.org // united4IranBayern // Julia's Blog // wieni 2010

Musik ist eine universelle Sprache. Sie wirkt inspirierend. Sie ist eine tiefe Mitteilungsform, grenzüberschreitend. Für alle Musiker, für alle Musikhörende, für alle Musikliebhaber, für alle Menschen im Iran, die geknechtet, gefoltert und ausgegrenzt werden.

Das Regime im Iran war noch nie darin verlegen willkürlich Fakten mit eigenen Erfindungen zu verknüpfen, Menschen zu foltern und ihnen dabei vorgegebene Geständnisse abzupressen, um sie danach anzuklagen und der Öffentlichkeit vorzuführen, dass es ja gute Gründe gebe für die Verurteilung und entschlossene Strafen. Genau dies widerfuhr auch Saeed Malekpour, dessen von ihm entwickelte  Software auch von Pornowebseiten ohne seine Kenntnisse genutzt wurde. Der in Kanada ansässige Iraner wurde bei einem Besuch im Iran festgesetzt und schliesslich unter dem Vorwurf "Beleidigung und Entweihung des Islams" zum Tode verurteilt. Sein Fall löste zwar einen internationalen Aufschrei aus, doch das Gezeter um einen angeblich geplanten Angriff Israels auf die iranischen Nuklearzentren lässt Menschenrechtsverletzungen wie unter eine kalte Schneedecke verschwinden.

Catherine Ashton besorgt über die Situation von Journalisten und Bloggern in Iran: http://de.ria.ru/world/20120201/262585071.html

Kampagne zur Freilassung von Saeed Malekpour: https://peoplewithoutnation.wordpress.com/

Brief Saeed Malekpours zu seiner Verhaftung:
https://peoplewithoutnation.wordpress.com/saeed-malekpour-open-letter-to-the-iri-judiciary/

 

 

mehriran.de - Hintergründe, Fotos, Berichte zu Iran.

Seit April 2006 im Netz. Positiv zu Land und Leuten eingestellt. Kritisch zu den Machenschaften des Regimes und den brutalen Ausformungen seiner Ideologie. Solidarität mit allen Journalisten in Iran, die sich das Denken nicht mehr verbiegen und verbieten lassen und ihr selbstständiges Denken bewahren auch im Angesicht von Gefahr und Verlust von Sicherheiten.

Ali-Reza ist ein bekannter kurdischer Schriftstellers, der mehr als zwölf Bücher veröffentlichte. Er schreibt in Farsi, der persischen Sprache im Iran, und auf Kurdisch. Man bezeichnet ihn als "kulturellen" Aktivisten. Ali-Reza wurde am 22. Dezember 1971 in dem kurdischen Dorf Sengdiwar in der Provinz Khorasan im Nordosten des Iran geboren. Bis zu seiner Entführung lebte er mit seiner Familie in Ghasem-Abad, einem Vorort von Mashhad, der Hauptstadt von Razavi Khorasan, und arbeitete im Büro für Öffentlichkeitsarbeit an der Ferdousi Universität von Mashhad. 
Am 30. Juli 2011 gegen 1.30 Uhr stürmen bewaffnete, in Zivil gekleidete Angehörige der Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC) das Haus des Kurden Ali-Reza Sepahi Laeen. Mit Handschellen gefesselt und mit verbundenen Augen wird der Schriftsteller verschleppt. Bis heute ist sein Aufenthaltsort unbekannt. Seine Frau und seine drei Töchter sind sehr besorgt: Ohne seine täglichen Medikamente ist das Leben des schwer an Diabetes-erkranken Ali-Reza in Gefahr. Auch droht ihm schwere physische und psychische Folter, da politische Gefangene im Iran systematisch gefoltert werden. Ali-Reza ist unschuldig. Sein einziges Verbrechen ist sein Einsatz für die kurdische Sprache und Kultur. Im Vielvölkerstaat werden die Kurden sowie viele andere Minderheiten diskriminiert und verfolgt. 

"Menschenrechtsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker sind der starke Arm des Weltgewissens,die ersten Elemente einer weltweit geübten Gerechtigkeit" (Yehudi Menuhin) 
Auf keinem Auge blind 
Die internationale Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt sich für verfolgte und bedrohte ethnische und religiöse Minderheiten, Nationalitäten und Ureinwohnergemeinschaften ein. Wir ergreifen Partei für die Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit, nennen die Täter und ihre Helfershelfer schonungslos beim Namen. Auch wenn aus Opfern später Täter werden, schweigen wir nicht. Denn wir stehen zu unserer Leitlinie "Auf keinem Auge blind". 

Hossein Derakshan, iranisch-kanadischer Blogger

Hossein Derakshan

Hossein Derakhshan (*1975), Sohn iranisch-kanadischer Eltern, gilt als Vater der iranischen Blogger- und „Podcastbewegung“. Bereits in den 1990er Jahren verfasste er diverse Artikel für Zeitschriften der iranischen Oppositionsbewegung, schrieb Anleitungen über das Verfassen von Blogs in persischer Sprache. Trotz des landesweiten Reiseverbots für Israel, besuchte Derakhshan Israel 2006 – neben seiner regimekritischen Internet-Aktivitäten ein zusätzlicher Grund seiner Verhaftung am 1. November 2008. Derakhshan kam in das für Folter berüchtigte Teheraner Evin-Gefängnis. Nach zweijähriger Untersuchungshaft verurteilte ihn die 15. Kammer des Revolutionsgerichts am 28.09.2010 in Abwesenheit zu 19,5 Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet € 30.000. Die Urteilsbegründung lautete: „Blasphemie“, „Propaganda gegen die Regierung“, „Kollaboration mit feindlichen Regierungen“ sowie „Betreiben einer obszönen Internetseite“. Das gegen den unter dem Pseudonym „Hoder“ bloggenden Derakhshan verhängte Urteil ist eine der längsten jemals in der Islamischen Republik gegen einen Blogger verhängten Haftstrafen.

Im Rahmen des Politischen Patenschaftsprogramms übernahm Viola von Cramon-Taubadel, (Bündnis90/Die Grünen) eine Patenschaft für Hossein Derakhshan.

Wir, die IGFM, treten für die sofortige und bedingungslose Freilassung von Hossein Derakhshan ein. Dafür berufen wir uns auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO, gegen die hier eklatant verstoßen wird. Niemand darf wegen seiner gewaltfreien Meinungsäußerung verfolgt oder inhaftiert werden.

"Du bist von Menschen geboren,
drum liebe auch die Menschen.
Wozu streben ein Ungeheuer zu sein? 
Sei ein Mensch."

Nasser Khossrau (1003-1078 n. Chr.) lebte während der Seldschukken-Dynastien. Er stand ihr kritisch gegenüber. Er bereiste fast 7 Jahre lang die heutigen Staaten Afghanistan, Aserbaidschan, Iran, Syrien, Palästina und Irak und lebte für zwei Jahre in Ägypten. Nach jahrelanger Flucht und Verfolgung durch die jeweiligen Monarchen starb er in Yomagan in der afghanischen Provinz Badachtschan. Wenn es damals Internet gegeben hätte, wäre er sicher ein berühmter Blogger gewesen, der sich für die Freiheit des Ausdrucks verdient gemacht hätte.

Iran Team IGFM

Die IGFM
Die Menschenrechtsorganisation IGFM wurde 1972 in Frankfurt am Main gegründet. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Die Grundlage der Arbeit der IGFM bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.

Die IGFM ist weltweit durch 26 Sektionen und vier nationale Gruppen vertreten, wobei Iran eines unserer Schwerpunktländer ist. Die IGFM steht in regem Kontakt zu Menschenrechtsbeobachtern und -organisationen vor Ort. Dabei erstreckt sich die Arbeit der IGFM von Fallarbeit über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bis zu humanitärer Hilfe vor Ort. 

Naim Najafi

Als eines von Hunderten von Opfern möchten wir die Aufmerksamkeit auf das Schicksal von Naim Najafi lenken. Er ist Student und in der kurdischen Literaturszene aktiv. Er lebt in der Provinz Khermanschâh. Er wurde zusammen mit dem Dichter Dschamal Khani und dem Lehrer Farhad Vakilinia im August 2011 festgenommen. Alle drei sind Mitglieder der Banân Literaturgesellschaft in Gilan-e Gharb und haben eine Website mit dem Namen "Tagh-e Vossan" betrieben. Der kurdische Name der Webseite leitet sich von einem Berg in Kermanschâh ab, der eingemeisselte Darstellungen aus der Sassanidischen Periode enthält. (http://kermashan20.blogfa.com/89053.aspx) Das Regime hat ihnen vorgeworfen gegen die nationale Sicherheit verstoßen zu haben und kurdische Oppositionsgruppen zu unterstützen. Naim Najafi wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. 

Poesie

ist Befreiung.

Erlösung und Freiheít.

Sie ist ein Zaudern,

                          das schließlich

                                                     zur Gewißheit strebt,

Und eine Kugel,

                         Die letzendlich

Zum Geschoß

Wird.

Gerne beteiligt sich der PEN an der Aktion. Unsere Begründung: Das schreiende, unmenschliche andauernde Unrecht, mit dem die Herrschenden im Iran die Bürger unterdrücken, droht angesichts der aktuellen Entwicklung aus dem Blickfeld der öffentlichen Aufmerksamkeit verdrängt zu werden. Aber jeder Tag dort ist ein Tag tausendfacher Folter. 

"Die Mütter vom Laleh Park geben den Opfern der Islamischen Republik Iran seit 33 Jahren ihre Stimme und verlangen Freiheit für alle politischen Gewissensgefangene, sowie die Abschaffung der Todesstrafe. Sie werden nicht ruhen bis alle, die Morde angeordnet haben und die Verbrechen ausgeführt haben öffentlich vor ein Gericht gebracht werden und zur Rechenschaft gezogen werden. Mit Solidarität und gemeinsamen Aktionen wollen wir das Ringen der Frauen weltweit zu einer Bewegung gegen Gewalt in der ganzen Welt machen." 
Aus einer Erklärung der "Mütter"

www.madaraneparklale.org/2011/05/mutter-von-den-laleh-park-trauernde.html

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Ein frohes und erfolgreiches neues Jahr 2012 wünschen wir allen Menschen auf der ganzen Welt, insbesondere denen, die für die Freiheit und Gerechtigkeit kämpfen und sich dafür einsetzen.
Das Jahr 2011  ist zu Ende gegangen, dennoch haben tausende iranische Familie und Mütter , deren Kinder während der 33 Jahre brutaler Regierung hingerichtet, inhaftiert wurden oder verschollen sind, die Hoffnung auf  Gerechtigkeit und Freiheit nicht verloren und dafür unermüdlich Widerstand geleistet.
Die Islamische Regierung setzt stattdessen diese Famili unter Druck. Sie werden verhaftet und gefoltert, damit sie zerbrechen und ihren Kampf gegen die Hinrichtungen und für die Veröffentlichung der Verbrechen aufgeben, aber vergeblich.
Wir wollen die Klagen und Forderungen dieser Mütter und Familien allen demokratischen Menschen und Ländern auf  der Welt zu Ohren bringen. Und wir werden sie bis zum Erreichen unserer gemeinsamen Ziele begleiten; und werden nie schweigend zusehen, was in unserem Land passiert.
Wir fordern weiterhin:
1.     Einhaltung der Menschenrechte
2.    Freilassung aller politischen Gefangenen und andersdenkenden Menschen.
3.    Abschaffung der  Todesstrafe jeglicher Art
4.    Öffentliche Prozesse gegen Kommandeure und Ausführende der Verbrechen der letzten 33 Jahren.
Wir danken allen freiheitsliebenden iranischen und deutschen Bürgern,
die uns im vergangenen Jahr bei unseren Aktionen unterstützten.

Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh, Mutter zweier kleiner Kinder, erlangte in Iran und weltweit Bekanntheit wegen ihres Engagements für die Abschaffung der Todesstrafe für Jugendliche, für die Verbesserung der rechtlichen Situation der Frauen und die Verteidigung von Gewissensgefangenen. 
2008 wurde sie mit dem Menschenrechtspreis des in Italien ansässigen „Human Rights International Committee“ ausgezeichnet. 
2011 gewann sie den angesehenen „Pen International Freedom to Write Award“.
Nasrin Sotoudeh wurde am 4. September 2010 verhaftet und später wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und „regimefeindlicher Propaganda“ angeklagt. Im September 2011 wurde sie in 2. Instanz zu 6 Jahren Haft und einem zehnjährigen Berufsverbot als Juristin verurteilt.
Sotoudehs Fall wurde von der UN-Menschenrechtskommission, dem UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Iran, den Regierungen
vieler Länder und der Europäischen Union sowie NGOs auf der ganzen Welt als Verstoß gegen die Menschenrechte angeführt.
Bitte unterstützen Sie die Protestbriefaktion für Nasrin Sotoudeh unter
http://action.iranhumanrights.org/p/dia/action3/common/public/?action_KEY=6840"

Eine Laterne in meiner Hand, eine Laterne vor mir 
ziehe ich in den Krieg gegen die Finsternis
Zum Stillstand kam die Wiege der Müdigkeit
aus ihrem schwingenden Kampf des Vor und Zurück
Und aus der Tiefe erleuchtet eine Sonne
die Asche der Galaxien.

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"Der politisch und ideologisch unabhängige iranisch-deutsche Verein "United for Iran Köln-Bonn e.V." wurde nach den weltweit aufsehenerregenden friedlichen Protesten der "Grünen Bewegung" gegen die vermutete Wahlfälschung bei der Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads im Juni 2009 von engagierten Iraner/innen in Deutschland gegründet, um die "Grüne Bewegung" in Iran in ihrem Streben nach Demokratie und Freiheit zu unterstützen.
Nachdem die friedlichen Bürgerproteste in Iran vom dort herrschenden Regime mit einer beispiellosen Repressionswelle beantwortet wurden, traten auch die Themen Menschenrechte und politische Flüchtlinge immer mehr in den Vordergrund der Arbeit von United4Iran. 
Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, mit Veranstaltungen und Aktionen die interessierte Öffentlichkeit über die Menschenrechtssituation, die Lage der politischen Flüchtlinge und die aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklung in Iran zu informieren und Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv für das Thema zu engagieren."

Reza Shahabi

Reza Shahabi ist ein Arbeiter der Busgesellschaft Teherans und der Region um Teheran.  
Reza Shahabi, Vorstandsmitglied und Schatzmeister der „Vahed-Busfahrergewerkschaft“ in Teheran und Umgebung, wurde in den frühen Stunden des 12. Juni 2010, durch Geheimdienstkräfte verhaftet. Zur Zeit der Verhaftung war er krank geschrieben und wurde vom Unternehmensmanagement in die Zentrale bestellt. Dort wurde er durch Sicherheitskräfte der Islamischen Republik verhaftet.
Monatelang hatte seine Familie kein Lebenszeichen von ihm. In der Zeit wurde er massiv gefoltert. Erst nach sechs Monaten setzte man eine Kaution von 60 Millionen Toman für seine Freilassung fest, die kurze Zeit später auf 100 Millionen Toman erhöht wurde. Trotz Zahlung der Kaution vor mehreren Monaten, sitzt er immer noch unter Folter in Gefängnis mit dem Ziel falsche Anschuldigungen aus ihm herauszupressen. Er soll eine Beteiligung an einer „Verschwörung zum Sturz des Regimes“ zugeben.
Aus Protest gegen die falsche Anschuldigungen ihm gegenüber trat er Anfang Dezember 2010 für 8 Tage in einen trockenen Hungerstreik.
Reza Shahabi wird immer noch in Sektion 209 des Evin-Gefängnisses festgehalten.

Aktuelle Information vom 7. Dezember 2011: Julia's Blog

Mit gefesselten Händen auf dem Rücken
Schaut mit Blut weinenden Augen
Aus dem Fenster auf die Straße  

Der Regen wäscht das Blut ab
und von den Pflastersteinen der Gassen keimen Menschen auf
mit ihren seidigen roten Brüsten die Blütenblätter der Liebe der Freiheit schenken.

Die auf dem Rücken gefesselten 
Hände sehnen sich nach dem Fluss
und der Henker speit seinen feurigen  
Hauch durch das Gefängnis.

Schaut aus dem Fenster auf die Straße. 
Die Stadt fiebert brennend nach Aufstand des Flusses

Das Krächzen der Raben schallt aus den Minaretten der Stadt
Schaut aus dem Fenster auf die Straße

Wie besessen schlitzen die Aasgeier die Körper auf
Die Mütter pflanzen Blumen in Blutplasma 
und die Frauen und Männer stimmen 
mit fiebernden und verwundeten Körpern die Freiheitshymne an.

Mahmoud Khalili, September 2009 (Übersetzung von Farah)

Der Solidaritätsverein ist eine Gruppe, die sich als Aufgabe gesetzt hat, die Kämpfe der Iranischen Arbeiterinnen gegen Terrorherrschaft und das arbeiterfeindliche System an die Öffentlichkeit zu bringen. 

Email des Vereins: kanon.hannover@remove-this.yahoo.de  
Blog:  
iran-arbeiterbewegung-info.blogspot.com

Verhaftete Gonabadi Derwische

Seit Anfang September 2011 wurden mehrere Derwische, Journalisten und Anwälte in die Mühlen der Unrechtsjustiz in Iran gestoßen. Sie sind entweder im Teheraner Evin Gefängnis im politischen Trakt festgesetzt oder in den Verließen der Geheimpolizei von Shiraz gequält. Es ist zu befürchten, dass sie allesamt gefoltert werden, um sie zu Geständnissen zu zwingen, die ihr Ordens-Oberhaupt diskreditieren und ihn als Spion des Westens darstellen. Das entspräche den Vorwürfen, welche das Regime in seiner Kampagne gegen verschiedene religiöse Minderheiten in Iran verfolgt und würde vom Regime als Legitimierung seiner Apartheidspolitik verwendet werden.

"Durch Wissenschaft wird erst der Mensch zum Menschen ganz,
Und ohne Wissenschaft gleicht er den Tieren ganz,
Doch Wissen ohne Handeln ist Unwissenheit,

Und durch Unwissenheit erreichst du Wahrheit nicht."

in der Übersetzung von Hammer-Purgstall 

Die Menschenrechte in Iran gehören an die erste Stelle der Agenda in der Politik westlicher Länder in Bezug zu Iran. Das Regime, das Iran beherrscht, behauptet regelmäßig es gäbe "islamische" Menschenrechte, die gänzlich anders seien als "westliche" Menschenrechte. Ernst zu nehmende Islamwissenschaftler und Koranexperten weisen diese machtgetriebene Behauptung von sich und beschreiben das Regime in Iran als manipulierende Machtclique, die ihre gewalttätige Fratze hinter einseitigen Interpretationen religiöser Überlieferungen verbirgt. 
Die Internationale Organisation zum Schutz der Menschenrechte in Iran setzt sich vor allem für Menschen in Iran ein, die kaum Fürsprache und Gehör finden. Unter anderem sind es die vielfältigen religiösen Minderheiten und spirituell gesinnten Gruppen, die heftigsten Angriffen ausgesetzt sind. Indem wir Ereignisse aus Iran zur Sprache bringen, signalisieren wir den Menschen in Iran Solidarität und dem Regime, dass es nicht ungesehen seine Säuberungsaktionen durchführen kann.

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Solidaritätsaktion mit allen politischen Gefangenen im Iran vom 1.-31. Juli 2011

Hier sind alle Portraits und Musikstücke/Gedichte eingestellt, so dass die Aktion im Überblick und gebündelt zu sehen ist. 

Gesichter des Widerstands im Iran. Sie haben auf mehriran.de täglich wechselnd über die Dauer von 31 Tagen des Monats Juli und darüber hinaus jeweils ein Portrait inhaftierter oppositioneller Männer und Frauen mit einer kurzen Beschreibung sehen. Daneben erklären sich ein Mann oder eine Frau aus Deutschland durch ein kurzes Portrait solidarisch. Immer gibt es ein Gedicht oder Musik mit Bezug zu Iran.

Mit dieser Aktion bauen wir Brücken zwischen Gefangenen im Iran und Menschen, die in Deutschland auf diese Gefangene und die Situation im Iran aufmerksam machen. Die 31 Inhaftierten stehen stellvertretend für alle politischen Gefangenen im Iran. Die 31 Aktivisten vertreten symbolisch die vielen Aktivisten weltweit, die uneigennützig die Stimme der Verfolgten im Iran in der Öffentlichkeit der westlichen Länder zu Gehör bringen. Die Aktion dient nicht der Herausstellung von einzelnen Personen und ihren Leistungen. Es sind Beispiele der Solidarität, Beispiele eines wachsenden Anliegens auf der ganzen Welt sich gegenseitig zu unterstützen im Sinne von Selbstbestimmung, positiver Entwicklung und Menschenrechten. Es ist ein Appell an alle Engagierten weiter wachsam zu sein. Durch die Musik und die Gedichte ist die Aktion eine Hommage an Freiheit, Selbstbestimmung und Solidarität weltweit. 

Einst sagte ein politischer Gefangener, der im Iran als Jugendlicher verhaftet wurde, weil er sich für Philosophie interessierte: "Das Schlimmste im Gefängnis war der Eindruck des Vergessen-werdens. Das Schönste war die Entdeckung, dass wildfremde Menschen sich für uns interessierten."

Alle Portraits der Solidaritätsaktion vom 1.-31. Juli und darüber hinaus...

Bahareh Hedayat

Ihre Name heißt Frühling. Ihren 30. Geburtstag verbrachte sie im Teheraner Evin Gefängnis. Ihr wurde vorgeworfen gegen die Sicherheit des Regimes verstoßen zu haben: Teilnahme an Demonstrationen, Beleidigung des Obersten Führers und des Präsidenten, Teilnahme an Versammlungen, die auf die Beseitigung des Regimes zielten u.a. Sie wurde zu 9 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt, eine der höchsten Strafen für studentische Aktivisten.

Weitere Informationen zu Bahareh Hedayat in Englischer Sprache:payvand.com

Sheida Jahanbin, aus dem Iran nach Norwegen geflohene Musikerin aus dem Iran

Uli v. Sanden

"Warum setz' ich mich für Menschenrechte im Iran ein? Weil ich es nicht aushalte dabei zuzuschauen, weil ich so wahnsinnig sauer bin, weil ich vor Wut heule, weil ich zutiefst empört bin, weil ich nicht nur mitleiden will, weil ich hoffe …"

Mehr von Uli v. Sanden: mehriran.de

Keyvan Samimi

Keyvan Samimi Behbahani war schon während der Schahzeit politisch aktiv und als politischer Gefangener inhaftiert. Er betrachtet sich als Menschenrechtsaktivist. Er ist Mitglied des Nationalen Friedensrates, des Komitees gegen willkürliche Verhaftungen, des Komitees zur Verteidigung der Bürgerrechte und des Rates für das Recht auf Bildung. Seit dem 14. Juni 2009 verbüßt er eine 15-jährige Haftstrafe, zumeist in Einzelhaft. Mehrmals hat er Hungerstreiks teilgenommen, um bessere Bedingungen für Mitgefangene zu erreichen.   

Mehr zu Keyvan Samimi: Solidaritätsgruppe auf facebook || weitere Infos bei Amnesty und auf Julia's Blog

Schaut her! © Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt...

Schaut her!
Der Frühling hat sein grünes Kleid
in die Bäume gehängt und bedeckt
seine Blöße mit verbrannten
Schmetterlingsflügeln.

Die Sonnenscheibe ist gebrochen
und die Mondperle entschwand
im Meer des Vergessens.
In einen Tschador gehüllt, lädt
der Himmel alle Wolken zum
Weinen ein.

Schaut nicht weg,
wenn kleine schwarze Fische
gegen den Strom zappeln, um
der Umarmung des Kraken zu entkommen
und wenn der Schrei junger Lilien
unter der Sense erstickt.

Schaut nicht weg,
wenn es Steine regnet, wenn
die Hoffnung hinter Gittern verdorrt
und wenn sich der Wind die Asche
unserer Gedanken greift ...

Parviz Mokhtary, Mitglied des Vereins für Demokratie und Menschenrechte e.V., Hamburg.

Parviz Mokhtary

Parviz Mokhtary über seine Motivation sich für Menschenrechte im Iran einzusetzen und an dieser Solidaritätsaktion teilzunehmen:
"Keyvan Samimi habe ich zu Schahzeiten im Gefängnis kennen gelernt. Ich fühle mich ihm verbunden. Er ist ein wunderbarer Mensch. Deshalb möchte ich gerne hier mitmachen."

Abolfazl Abedini Nasr

Der unabhängige Journalist Abolfazl Abedini ist von einem Revolutionsgericht zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Abedini wurde der Verbindung mit ausländischen Regierungen (fünf Jahre Gefängnis), der Mitgliedschaft bei der Organisation Human Right Activists in Iran/HRAI (fünf Jahre Gefängnis) und der Propaganda gegen das Regime durch Interviews mit ausländischen Medien (ein Jahr Gefängnis) angeklagt.

Abedini wurde bei seiner ersten Verhaftung kurz nach den Präsidentschaftswahlen wiederholt mit Kabeln und Kühlersträngen geschlagen und gequält. Bei seiner zweiten Verhaftung im März 2010 wurde er erneut im Evin Gefängnis Folter ausgesetzt und musste auf Grund dessen mit Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Mehr über Abolfazl Abedini: payvand.com

Morteza Mofahari, nach Deutschland geflohener iranischer Musiker

Petra Ploetz

Was Petra Ploetz zu ihrer Motivation sagt, sich für Menschenrechte im Iran einzusetzen: "Ich lebe in einem freien Land und habe die Möglichkeit und Pflicht, mich für Menschen einzusetzen, die nicht frei leben können und dürfen."

Leyla Tvassoli

Leyla Tavassoli hatte das Pech an den Aschura Protesten 2009 Zeugin der tödlichen Einsatzfahrt eines Polizeifahrzeugs gewesen zu sein. Dabei überrollte der Polizeiwagen  Shahram Faraji-zade, eine Protestierende, mit bezeugtem Kalkül. Leyla Tavassoli war selbst nie politisch aktiv, hat aber einen Vater und Onkel, die beide führende Mitglieder in der Partei der Bewegung zur Freiheit sind. Man warf ihr vor, an den Aschura Protesten teilgenommen zu haben und mit ausländischen Medien über die tödliche Polizeiaktion gesprochen zu haben. Sie verbüßt eine zweijährige Haftstrafe im Evin Gefängnis.

Mehr Infos zu Leyla Tavassoli: amnesty

In wessen Namen?

Vom Sturm entwurzelt
darben in Verliesen
schuldig gewordene Blumen,
ihrer Blüte beraubt,
gewissenhaft nummeriert
wie Buchseiten.

Maryam 1031,
Hamid 220,
Schiva 415
Mohammad 711 ...

Gedankenkarusselle
kreisen rhythmisch
zur Peitsche,
verblassen
über dem Schlamm
der Selbstgerechten,
während unbarmherzige Wände
murmelnde Gebete verschlingen.

Mauern
wachsen in den Himmel.
Hoch oben
auf den Zinnen
hockt betend der Drache
und speit die Suren des Korans
auf die Galgen unserer Kinder.

© Sedaye Bad

Barbara Mistel Rose

Woran Barbara Mistle Rose denkt, wenn Sie an Iran, Menschen und Freiheit denkt: "Ich denke an die vielen Menschen, die im Iran auf diverse Art leiden und wünsche ihnen bald Freiheit zu erlangen! Mögen sie sich befreien aus den Krallen von Gewalt, Manipulation, Unterdrückung und Diskriminierung. Mögen sie frei sein ihr Staatssystem auszusuchen, ihren Platz in der Gesellschaft und ihre Menschenrechte gewährt bekommen! Mögen Einheit, Frieden und Liebe herrschen!"

Heshmatollah Tabarzadi

Tabarzadi wurde im September 2010 wegen „Beleidigung des obersten Führers“, „Beleidigung des Präsidenten“, „systemfeindlicher Propaganda“, „Versammlung und Verdunkelung gegen die nationale Sicherheit“ und „Störung der öffentlichen Ordnung“ zunächst zu 9 Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Ein Berufungsgericht reduzierte das Strafmaß auf 8 Jahre Haft.

Weitere Informationen über Heshmatollah Tabarzadi:lissnup.posterous.com und amnesty.de

Morgh-e-sahar - Ensemble Omid, Berlin, 2010

Fatemeh Rezaei

Zitat aus einem Interview von mehriran.de mit Fatemeh Rezaei über die Solidaritätsgruppen mit den Müttern vom Laleh Park: "Weil wir hier auch diese Menschenrechtsverletzungen in Iran durch verschiedene Medien ganz nah mitverfolgt haben, haben wir uns verpflichtet gefühlt einen Solidaritätsbeitrag für das Anliegen der Mütter beizutragen. Nach einer gewissen Zeit mussten wir feststellen, dass die Medien in Europa nicht mehr wie vorher über die Ereignisse im Iran berichteten und der Eindruck im Westen aufkam, dass die Volksbewegung gegen das Regime beendet sei. So haben wir hier wöchentliche Infoaktionen und Mahnwachen organisiert, um der Zensur durch das Regime im Iran etwas entgegenzubringen und der Müttergruppe eine Stimme im Ausland zu verleihen."

Mahboubeh Karami

Die Frauenrechtlerin Mahboubeh Karami wird seit dem 2. März im Evin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran festgehalten. Amnesty International betrachtet sie als gewaltlose politische Gefangene, die nur deshalb festgehalten wird, weil sie sich für Frauenrechte einsetzt. Ihr drohen Folter und anderer Misshandlungen. Mahboubeh Karami unterstützt die Kampagne für Gleichberechtigung seit ihrer Gründung im Jahr 2006. Die Kampagne fordert ein Ende der Diskriminierung von Frauen im iranischen Recht.

Weitere Informationen zu Mahboubeh Karami: englishtogerman.wordpress

He, Künstler, bist du tot?
Ich hab in den Spiegel geblickt
Und konnte dein Bild nicht erkennen.

Hat ein Schatten dich verschlungen
Oder hast du dich selbst verloren?

Ich lief zum Ufer des Widerstands,
dort, wo man das Netz deiner Wünsche ausbreitet.
Ich fragte die Wellen nach dir:
Sie flossen zornig vorüber.

Sind sie vor dir geflohen - 
Oder hast du dich selbst abgewandt?
Haben dich Fische im Netz gefangen?
Wo ist deine Harfe, wo ist dein Lied?
Wo ist dein Widerstand, dein Aufbegehren?
Schweigen ist die Botschaft des stehenden Wassers.
Schweigen ist Stillstand im Fluss des Lebens.

Löse dich aus der Hülle des Schweigens,
greif zu deiner Harfe,
sing die Legende von tyrannischer Zeit,
von Armut, Knechtung und Tod,
erzähl es den tosenden Wellen.
Bring in ihren Muscheln die Perlen zum Sprechen,
brich das Schweigen auf den Gipfeln der Berge mit Schreien.
Erfülle deine Pflicht gegenüber den Fluten des Lebens.
Sei nicht Gast der Koralle im Meer,
sei selbst eine Welle und reite auf dem Rücken des Sturmes.

Dr.Shahnaz Alami

Dr. Sohela Jandi

Zu was sich die Mitglieder von CODE e.V. bekennen: " Eine Welt, in der jedem Menschen die Grundrechte zustehen und die Religion, politische Meinung, Rasse, Geschlecht, Sexualleben und Farbe keine Auswirkung darauf haben. 
Wir wissen, dass es weltweit keine perfekte Staatsform gibt, aber trotz aller Mängel, die auch der Demokratie anhaften, gibt es bis heute keine Staatsform, die besser geeignet ist, das Zusammenleben der Menschen zu regeln als die Demokratie."

Hossein Ronaghi Maleki

Der Blogger Hossein Ronaghi Maleki sitzt seit dem 13. Dezember 2009 ohne Haftunterbrechung im Gefängnis. Am 5. Juli hat er seinen zweiten Geburtstag in Folge hinter Gittern erlebt. Obwohl er sich in Haft eine gefährliche Nierenerkrankung zugezogen hat, haben Justiz- und Sicherheitsbehörden ihm keinen Krankenurlaub gewährt. Hossein Ronaghi Maleki wurde zusammen mit seinem Bruder Hassan Ronaghi-Maleki am 13. Dezember 2009 im Haus seines Vaters in Melkan in der Nähe von Tabriz verhaftet. Beide wurden in Abteilung 2A des Evin-Gefängnisses in Einzelhaft genommen. Diese Abteilung untersteht der Rechtssprechung der Revolutionsgarden und wird nicht von den Gefängnisbehörden beaufsichtigt. Hossein Ronaghi verbrachte fast 10 Monate in dieser Abteilung in Einzelzellen mit zwei oder drei Gefangenen. Während dieser Zeit wurde er von den Verhörbeamten unter starken Druck gesetzt, um ihn zum Ablegen falscher Geständnisse vor laufenden Fernsehkameras zu zwingen.
Aus einem Interview mit dem Vater von Hossein Ronaghi Maleki: "Die Justiz hat behauptet, dass Hossein aus Iran fliehen würde, wenn er aus dem Gefängnis herausgelassen wird. Aber das stimmt absolut nicht. Hossein liebt sein Land, und wenn ihm sein Recht auf ärztliche Behandlung zuerkannt wird, wird er nach seiner Heilung ins Gefängnis zurückkehren. Das Hauptproblem hier ist, dass die Gesundheit unseres Sohnes in großer Gefahr ist, und dass wir ihn zu Hause pflegen müssen. Alle Menschen haben die Pflicht, denen zu helfen, die krank und bedürftig sind. Das ist nicht nur ein Recht, das in unseren Gesetzen klar festgelegt ist – es ist auch eine humanitäre Frage."

Weitere Informationen über Hossein Ronaghi Maleki auf Persisch und Englisch:hoseinronaghi.com

Bani Adam - Ensemble Omid, nach einem Gedicht von Sa'adi

Bani Adam, Musik: Ensemble Omid nach einem Gedicht von Sa'adi

Günter Haberland

Günter Haberlands Statement zu seinem Einsatz für die Menschenrechte im Iran: "Ich setze mich für die universelle Geltung der Menschenrechte ein, weil dies das Ergebnis der europäischen Geschichte der letzten 1000 Jahre ist. Wenn wir diesen Anspruch aufgeben, geben wir unsere Geschichte auf und damit uns selbst."

Majid Dori

Majid Dori, vom Studium an der Allameh Tabatabai Universität ausgeschlossen, verhaftet am 9. Juli 2009, Urteil: 6 Jahre Gefängnis. 
Majid Dori wurde von der Universität verwiesen, weil er sich über Mängel in der Hochschulleitung und die hohe Präsenz von Sicherheitskräften auf dem Campus beschwert hatte. 2008 gründete er gemeinsam mit anderen Studenten den "Rat für das Recht auf Bildung". Majid wurde verhaftet, weil er u.a. gegen Behauptungen von Ahmadinejad protestiert hatte, wonach es keine suspendierten Studenten gebe. Er wurde schließlich zu 6 Jahren Gefängnis wegen "Feindschaft gegen Gott, Gefährdung der nationalen Sicherheit und Störung der öffentlichen Ordnung" verurteilt, die er im Exil in Behbahan, 1000 Kilometer vom Wohnort seiner Familie entfernt, verbringen muss.

Inhaftierter Student an den Teheraner Staatsanwalt: „Geben Sie mir mein Tagebuch zurück!“

"Ich klebte das Tagebuch zu und schrieb eine Notiz für die Person darauf, die es aus dem Gefängnis herausbringen sollte. Ich schrieb, dass das Tagebuch nur von mir geöffnet werden darf, wenn ich es wiederbekomme. Es war so persönlich, dass ich nicht wollte, dass irgendjemand anders es liest. Das zeigt deutlich, dass ich niemals die Absicht hatte, irgendetwas von dem zu veröffentlichen, was in dem Tagebuch steht. Das Tagebuch enthält nichts anderes als persönliche Erinnerungen und Erlebnisse aus meiner Zeit im Gefängnis. Der Inhalt geht nur mich etwas an."

Mehr über Majid Dori in Englischer Sprache: payvand.com

„Verbrechen gegen Gott“ - © Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt..

Zum Himmel schwebten sie empor
aus Welten des Betons
gefolgt von einem Jubelchor -
die grünen Luftballons.

Wir waren ihre Sender,
Gott war der Adressat,
Wir schwenkten grüne Bänder
im dunklen Gottesstaat,
Gott kam nur noch zum Weinen
in unser Heimatland,
drum wollten wir uns einen
und standen Hand in Hand
für Freiheit und für Frieden.

Doch was uns lieb und teuer
hat die Gewalt entschieden
mit Schlagstock und mit Feuer.

Oh, Freiheit, schöner Vogel,
wo bist Du hingeflogen?
Und Du, geliebter Frieden,
wo bist du hingezogen?
Um mich verbrannte Erde
und über mir das Schwert,
im Gleichschritt mit der Herde,
die niemals wiederkehrt. 
An meinen Füßen Ketten,
die Lippen zugenäht,
geführt wie Marionetten 
ins Aus, das Auge fleht
um eine letzte Gnade.

Wann endet unsere Qual?
Ein Mann von der Brigade 
treibt grob mich in den Saal.

Dort wartet Richter Gnadenlos,
Spricht nur ein Wort: Schafott.
Sein Urteilsspruch, er trifft mich hart:
Verbrechen gegen Gott!

Nic Frank

Nic Franks Statement zu seiner Motivation sich für Menschenrechte und Freiheit im Iran einzusetzen: "Ich bin schon immer politisch interessiert gewesen. Durch persönliche/familiäre Beziehungen ergab es sich, dass ich mich für das Thema Iran schon vor der Wahlfälschung interessierte. Allerdings eher mit der (jüngeren) Geschichte des Landes und der Literatur.
Als im Sommer 09 die grüne Welle begann, fühlte ich mich vom ersten Tag an davon betroffen. Ich habe selbst aktiv eine klitzekleine Revolution - und zwar die '89-iger in der ehemaligen DDR - miterlebt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, mit vielen anderen auf der Straße zu sein und für die eigenen Rechte und Freiheiten zu streiten. Mir ist zum Glück die Erfahrung erspart geblieben, diesen Aufstand blutig niedergeschlagen zu sehen. Doch das ist, was in Teheran und den anderen großen Städten geschah. Ich war '89 so alt wie die, die die grüne Bewegung in Iran tragen.
In diesen letzten zwei Jahren bin ich nicht nur politisch interessiert geblieben, sondern engagiere mich. Mein Blick auf die Welt hat sich gewandelt und ich sehe alles, was geschieht, durch einen an den Menschenrechten geschulten Blick. Und - auch wenn es medial kaum noch zur Sprache kommt (es sein denn, man erklärt den Verkauf der Leopardpanzer an Saudi-Arabien mit einer Drohgebärde in Richtung Iran) - die Situation in Iran zeigt deutlich auf, wie wenig Menschenrechte geachtet werden und wie wenig der Westen (zu dem auch ich gehöre), der diese auf allen Fahnen trägt, diese tatsächlich umzusetzen bereit ist. Darauf immer und immer wieder hinzuweisen ist eine Aufgabe, die ich mir selbst gestellt habe.
Mein größter Wunsch: Am Ufer des Kaspischen Meeres den Sieg über das Mullahregime zu feiern."

Fariba Kamalabadi

Fariba Kamalabadi gehört zum Führungsgremium der Bahá’í im Iran, einer liberalen Religionsgemeinschaft. Die Entwicklungspsychologin und Mutter von drei Kindern war schon zwei Mal wegen ihres ehrenamtlichen Engagements in Haft. Im Mai 2008 wurde sie erneut festgenommen und ins berüchtigte Teheraner Evin-Gefängnis gebracht. Acht Monate lang erging keine Anklage. Ihre Anwältin, die Menschenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, durfte sie nicht besuchen. Im Februar 2009 wurde sie schließlich wegen "Spionage für Israel", "Beleidigung religiöser Gefühle" und "Propaganda gegen die Islamische Republik" angeklagt. Aufgrund der Berufsverbote für Bahá’í im Iran hatte Fariba Kamalabadi aber gar keinen Zugang zu Informationen, die für Israel interessant sein könnten. Mehr als 300.000 der weltweit etwa 7,7 Millionen Bahá’í leben heute noch im Iran, wo sie wegen ihrer Religionszugehörigkeit als "Ungläubige" bzw. "Abtrünnige" verfolgt werden. 

Weitere Informationen zu Fariba Kamalabadi: alischiraziblog

Rumi: Say I am You

Mercedh Mohseni, Menschenrechtsaktivistin, Mutter, Schwester eines Hinrichtungsopfer

Mercedeh Mohseni

Warum Mercedeh Mohseni sich für die Menschenrechte im Iran einsetzt: "Mein jüngster Bruder war 5 Jahre im Gefängnis. Er wurde gefoltert und ist 1988 während einer  Massenexekution im Gefängnis hingerichtet worden. Wie und wann, wissen wir nicht. 

Und noch ein wichtiger Grund: ich habe das Leid  meiner Familie und besonderes meiner Eltern gesehen auch das Leid anderer Eltern und Kinder und Schwestern und Brüder vor dem Gefängnis ( wenn ich zu Besuch gewesen bin)."

Milad Asadi

Der Studentenführer Milad Asadi wurde zu 7 Jahren Haft verurteilt. Amnesty International betrachtet ihn als einen gewaltlosen politischen Gefangenen, der lediglich wegen der friedlichen Ausübung seiner Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert ist. Ihm drohen Folter und andere Misshandlungen.
Der 23-jährige Milad Asadi studiert Elektrotechnik an der Universität Khajeh Nasir und ist ein langjähriges führendes Mitglied von "Daftar-e Tahkim-e Vahdat", einer Studierendenvereinigung, die für ihre Forderungen nach politischen Reformen und einem Ende der Menschenrechtsverletzungen der vergangenen Jahre bekannt ist. Milad Asadis Festnahme erfolgte kurz vor den geplanten Massendemonstrationen gegen die Regierung, die am nationalen Studierendentag im Iran, dem 7. Dezember, an mehreren Universitäten stattfanden

Iranischer Frühling © Sedaye Bad eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt...

In welcher Gasse der Zeit
ist der Frühling verloren gegangen,
dass die Vögel nicht mehr singen?

Auf meinen grünen Augen,
wachsen schwarze Tulpen
unter der Sonne des Vergessens.

Statt süßer Küsse huschen
Ratten über Granatapfelmünder
und pressen Pflaster darauf.

Rechenaufgaben mit Blut
auf Stein geschrieben werden gelöscht
durch den Klang der Peitsche.

Murmelnde Greise verschließen
Türen, auf dass schöne Mädchen
hinter den Gittern verkümmern.

Und oben auf den Minaretten
zählen schwarze Fledermäuse
die Gräber unserer Kinder.

Ulrike Beudgen, Menschenrechtsaktivistin, Mutter

Ulrike Beudgen

Ich setze mich für Menschenrechte im Iran ein, weil ich möchte, daß alle Menschen in allen Ländern gleichberechtigt leben können. Das bin ich meiner Tochter schuldig, deren Vater aus Algerien kommt 

Ahmad Zeidabadi

Ahmad Zeidabadi wurde zu 6 Jahren Haft, 5 Jahren Exil nach Gonabad im Nordosten Irans und lebenslanges Verbot der Teilnahme an politischen Aktivitäten verurteilt. Nach Momeni, Sprecher der wichtigsten reformorientierten Studentenorganisation Daftar-e-Tahikim-e-Vahdat, bekommt auch der Vorsitzende der Organisation eine harte Strafe. Das Gericht nannte bisher keinen Grund für diese Strafe. Vielleicht weiß der Richter mittlerweile, dass die Menschen den wahren Grund kennen: Äußerung von Kritik.
Zeidabadi schrieb für Zeitungen, die dem Präsidentschaftskandidaten Karoubi gehörten. Er scheute sich nicht Verhältnisse in Iran und im Nahen Osten beim Namen zu nennen.

Mehr Informationen über Ahmad Zeidabadi: dustandtrash

Andar Golshan - Ensemble Omid spielt für die Freiheit aller Iranerinnen und Iraner

Lydia Boons, IOPHRI

Lydia Boons, eine Belgierin, legt ihre Motivation sich für Menschenrechte einzusetzen auf Englisch vor.
"There is so much injustice, repression and fear in Iran caused by a cruel regime without any respect for human values or beauty. It is painful to see so many lives destroyed. The brave people in Iran fighting for respect, dignity and freedom deserve deep sympathy and all our help and support. The Iranian regime is vulnerable when its gross human rights abuses are exposed to the international community. Therefore it is important to speak out.
‘Human beings are members of a whole’ and interconnected with each other. Helping others means also helping ourselves.

"Es gibt sehr viele Ungerechtigkeiten , Unterdrückungen und Angst im Iran durch ein grausames Regime, das keinerlei Respekt für menschliche Werte oder Schönheit zeigt. Es schmerzt so viele Leben, die zerstört werden mit an zu sehen. Die tapferen Menschen im Iran, die für Respekt, Würde und Freiheit kämpfen, haben unsere tiefe Sympathie, Hilfe und Unterstützung verdient. Das Regime im Iran ist verletzlich, wenn seine eklatanten Menschenrechtsverletzungen der Weltöffentlichkeit bekannt gemacht werden. Daher ist es wichtig darüber zu sprechen. 'Menschen sind teil eines Ganzen' und miteinander verbunden. Anderen helfen bedeutet auch sich selbst zu helfen."

Ali Behzadian Nejad

Stellen Sie sich vor Sie sind der Neffe von zum Beispiel Peer Steinbrücks Wahlkampfleiter bei der nächsten Bundeskanzlerwahl. Sie unterhalten einen Blog auf dem Sie über Computer und auch über das Menschsein an sich schreiben. Jemand postet einen Kommentar zu Ihren Veröffentlichungen. Nun verliert Peer Steinbrück offiziell die Wahl zum Bundeskanzler. Er protestiert gegen den Ausgang der Wahl und wirft dem Gewinner Manipulationen und Wahlfälschung vor. Kurze Zeit später wird sein Neffe wegen subversiver Tätigkeiten angeklagt und für Jahre ins Gefängnis gesperrt...
Ali Behzadian ist eine Neffe des Wahlkampfleiters Ghorban Behzadian Nejad, der die Wahlen für Mirhossein Mousavi organisiert hat.  Ali Behzadian wurde wirklich  verhaftet, angeklagt und verurteilt. Dem Neffen von Peer Steinbrück wünschen wir, dass ihm dies Schicksal erspart bleibe.

Mehr Informationen zu Ali Behzadian:rahana.com

Vergessen © Sedaye Bad, Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt..

Wir wurden vergessen im
Schatten der Tschadorjahre,
als sich züngelnde Nattern um 
unser Lachen wanden und Gram 
in unsere Herzen spritzten.

Wir wurden vergessen, selbst
unsere Erinnerungen blieben
in den leeren Gassen unseres
Gedächtnisses zurück , wo
ihre Süße zur Ruine wurde.

Wir wurden vergessen, als wir
den Winter vertrieben, fauliger
Moder die Blumenlippen bedeckte
und die Peitsche höhnische Muster
auf unsere Rücken knallte.

Wir wurden vergessen, nur
unsere Zungen brennen von
ungesagten Worten und
ritzten wir unseren Schmerz in
eine Mauer, würde sie brechen. 

Zoya Mossessian, Menschenrechtsaktivistin

Zoya Mossessian

Zoya Mossessian lebt in Österreich und setzt sich in diversen Foren für Menschenrechte ein: "Ich bin für Menschenrechte überall, aber besonders in Iran, weil das Iranische Volk seit Jahrhunderten unter Diktaturen leidet und es verdient endlich seine Meinung frei kundzugeben!"

Arjang Davoudi

Arjang Davoudi sitzt als politischer Gefangener seit dem 14. Juli 2009 als Gefangener in Zelle 3 des Gohardasht Gefängnisses. Er ging aus Protest vor dem Druck des Regimes in den Hungerstreik, welches Familienbesuche untersagte und Privateigentum in seinem Haus konfiszierte und damit seine Familie obdachlos machte. Seit November 2003 wurde er verschiedenen Arten der Folter und des Drucks auf ihn in verschiedenen Gefängnissen, darunter in Evin, Bandar-Abas und Gohardasht ausgesetzt.
Die Verantwortlichen verweigertem ihm mehrmals medizinische Behandlungen und verhörten ihn am 28. August 2009 über mehrere Stunden, obwohl er nicht in der Lage war, sich zu bewegen. Ali Haj Kazem, der Leiter des Gohardasht Gefängnisses erhöhte den Druck auf Herr Davoudi und verweigerte ihm medizinische Versorgung. Haj Kazem wird von den Gefangenen gehaßt, weil er in die Ermordung von Gefangenen durch Injektionen vergifteter Medizin beteiligt war und systematisch Organe von toten Gefangenen verkauft hat.

Weitere Informationen zu Arjang Davoudi auf Englisch: aram-rk undpersian2english und ein Brief aufpersian2english.com

Ali Bood von Molavi - Seyed Khalil Alinejad

Dagmar Beiße

Dagmar Beiße beschreibt ihre Motivation sich für Menschenrechte im Iran einzusetzen: " Wie glücklich kann sich jeder schätzen, der in einem friedlichen und freien Land lebt! Leider ist diese Lebensqualität nicht für alle Menschen selbstverständlich gegeben, besonders im Iran werden die Menschenrechte massiv verletzt. In dem ich bei dieser Aktion mit mache, möchte ich den Menschen im Iran, die zu unrecht bestraft, misshandelt und gefoltert werden, wissen lassen, dass sie nicht vergessen sind. Ich bete jeden Tag dafür, das dass Licht über die Dunkelheit siegt und die Menschen aus ihrer Unterdrückung befreit werden."

Abdollah Momeni

Aus einem Brief von Abdollah Momeni an Ayatollah Khamenei

"Während meiner Inhaftierung im Evin-Gefängnis hatte ich eines Tages die Gelegenheit, im Fernsehen eine Ihrer Reden zu verfolgen. Sie sprachen davon, wie wichtig es sei, sich gegen Unrecht zu stellen und Fairness und Gerechtigkeit walten zu lassen (23. Juni 2010). An jenem Tag beschloss ich, Ihnen einen Brief zu schreiben, denn ich dachte, dass die Nachrichten aus den Haftanstalten Sie vielleicht nicht erreichen und Sie vielleicht nicht wissen, dass nicht nur den Gefangenen in Kahrizak, sondern auch denen im Evin-Gefängnis nicht einmal minimale Rechte zugebilligt werden und dass sie schlimmsten körperlichen und psychischen Misshandlungen ausgesetzt sind, mit denen Rufmord betrieben und falsche Geständnisse erzwungen werden.Zu einem Zeitpunkt, als ich und andere wie ich mit schlimmstmöglicher Folter dazu gezwungen werden sollten, Verbrechen zu gestehen, die wir nie begangen haben, hörte ich, dass Sie anlässlich der Gebete zum Fastenbrechen gesagt hätten: „Was immer Angeklagte im Gericht über sich selbst sagen ist glaubwürdig“."
Den Brief weiterlesen auf: englishtogerman
Weitere Informationen zu Abdollah Momeni:  iranhumanrights

Allumfassende Liebe - Ahmad Shamlou

Das Gedicht von Ahmad Shamlou in der Übersetzung von Elli Mee:

Die Träne ist ein Rätsel.
Das Lächeln ist ein Geheimnis.
Die Liebe ist unergründlich.

Die Träne jener Nacht war das Lächeln meiner Liebe.

Ich bin kein Wort, das Du sprichst
Kein Lied, das Du singst
Kein Laut, den Du hörst
Noch etwas, das Du sehen
Noch etwas, das Du wissen kannst.

Ich bin ein geteilter Schmerz.
Schrei mich heraus!

Es spricht der Baum zum Wald
Der Grashalm zur Wiese
Der Stern zur Galaxis
Und ich spreche meine Worte zu Dir.

Sag mir Deinen Namen
Gib mir Deine Hand
Sag mir Deine Rede
Gib mir Dein Herz.
Ich habe Deine Wurzeln gespürt
Mit Deinen Lippen für alle Lippen gesprochen
Und Deine Hände sind mit meinen vertraut.

In der hellen Einsamkeit habe ich
Mit Dir um die Lebenden geweint
Und auf dem dunklen Friedhof habe ich
Mit Dir die schönsten Hymnen gesungen
Denn die Toten dieses Jahres
Haben die Lebenden tiefinnigst geliebt.

Gib mir Deine Hand, die mir vertraut ist.
Spät habe ich Dich gefunden, nun lass mich zu Dir sprechen
Wie die Wolke zum Orkan
Wie der Grashalm zur Wiese
Wie der Regen zum Meer
Wie der Vogel zum Frühling
Wie der Baum zum Wald gesprochen hat.

Denn ich habe Deine Wurzeln gespürt.
Denn meine Stimme ist mit Deiner vertraut.

Elli Mee

Elli Mee hat ihre Motivation sich für Menschenrechte im Iran einzusetzen in diese Worte gefasst.

"Heute seid Ihr die Medien, es ist Eure Aufgabe, zu berichten und die Hoffnung lebendig zu halten." (Today you are the media, it is your duty to report and keep the hope alive.) Diesen Satz haben Mitglieder der iranischen Oppositionsbewegung im Juni 2009, als die Bilder der Proteste gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl um die Welt gingen, im Internet verbreitet. Ich könnte die Frage nicht besser beantworten. Heute, zwei Jahre später, gilt der Satz mehr denn je, und wir Aktivisten sollten mit vereinten Kräften versuchen, unserer Aufgabe gerecht zu werden.

Bahman Ahmadi Amouee

Bahman Ahmadi Amouee ist ein bekannter Journalist, der die letzten 20 Jahre Wirtschaftsartikel in Zeitungen wie Jame’ehToos, Sobh-e EmroozNoroozSharghVaghaye Ettefaghieh und Sarmayeh platzieren konnte. Das Ministerium für Sicherheit beschuldigt Amouee mit seiner Arbeit "Propaganda gegen das Regime" betrieben zu haben und  "Handlungen gegen die nationale Sicherheit" begangen zu haben. Amouee hat kritische Artikel gegen das Kabinett von M. Ahmadinedschad veröffentlicht. Unter anderem wurde ihm zur Last gelegt ein Gedicht von Ferdosi, dem persischen Nationaldichter, auf Khordad-e Now veröffentlicht zu haben.
Amouee gehört zu den Journalisten, die in den Tagen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Juni 2009 verhaftet wurde. 5 Jahre Haft erwarten ihn.

Weitere Informationen zu Bahman Ahmadi Amoue: iranhumanrights.org

Barkhizid - Ensemble Omid

Anne-Marie van den Bercken

Anne-Marie van den Bercken hat im Juli 2009 in Venlo, Niederlande die erste Aktion "Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran" zusammen mit Amnesty International initiiert und durchgeführt. Sie leitet das Ensemble Omid. Warum sie sich für Menschenrechte im Iran einsetzt: "Ich erinnere mich so gut wie die Atmosphäre vor den Wahlen im Juni 2009 voller Hoffnung war. Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen an die tiefe Enttäuschung, das Nicht-verstehen, das totale Entsetztsein nachdem bekannt wurde, dass Ahmadinedschad - angeblich- die Wahlen gewonnen hatte. In einem einzigen Augenblick war alle Hoffnung auf ein bisschen mehr Freiheit für alle verschiedenen Völkergruppen, für die Andersgläubigen, für Frauen und Studenten weg. Zusammen mit vielen Iranern und Menschenrechtsaktivisten habe auch ich geweint. Danach kam die Reaktion durch friedliche Demonstrationen und die grausame Antwort des Regimes...Die Unmenschlichkeit der Machthaber Irans ist für uns aus dem Westen schwierig vor zu stellen. Dennoch ist es noch immer und immer mehr eine tieftragische tägliche Realität. Gott sei Dank gibt es viele unendlich tapfere Iraner die trotz Gefahr für das eigene Leben die Grausamkeiten des Regimes gegen die eigene Bevölkerung mit Hilfe moderner Medien außerhalb der Grenzen Irans bekannt machen.

Wie kann man wissen und nicht reagieren?"

Parvin Javadzadeh

Parvin Javadzadeh wurde nach ihrer Verhaftung während der Proteste am Aschura-Tag (27. Dezember) 2009 mit dem Vorwurf der Gotteslästerei (Mohareb) konfrontiert. Laut ihrer Mutter hatte sie auch einige Beiträge zu den aktuellen Geschehnissen im Internet veröffentlicht. Sie war aber nicht politisch aktiv und bereitete sich auf die Aufnahmeprüfung für die Universität vor. Parvin erhielt zunächst eine achteinhalbjährige Haftstrafe, die später auf 26 Monate reduziert wurde. Im Gefängnis wurde sie - wie viele Demonstranten, die am Aschura-Tag verhaftet wurden - körperlich und psychisch misshandelt. Sie bekam dadurch Herzbeschwerden und Blut-armut und erlitt Zahnschäden.

Weitere Informationen zu Parvin Javadzadeh auf Englisch: rahana.org

Als wir die Heimat verließen © Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt..

Der Himmel grollte
und die Berge 
warfen dunkle Schatten.
Tränen tropften 
aus den Wolken, netzten 
verbrannte Erde.

Heulend 
schwang der Sturm 
seine Peitsche,
zwang das Kornfeld 
zu Boden und legte die 
Garben in Ketten. 

Nun suchen verlorene 
Kinder ihre Stimme, 
Wüstenstaub begräbt 
vergessene Gebete
und weiße Tauben
schauen durch Gitterstäbe.

Mütter hüten die Asche
ihrer Kinder und 
auf der Spitze des 
Minaretts frohlockt 
der Hass und schwärzt
grüne Bänder.

Mit einem Satz: 
Die Heimat weinte bitterlich,
als wir sie verließen. 

Akhtar Ghassemi, Journalistin, Mutter, Aktivistin im Exil

Akhtar Ghassemi

Akhtar Ghassemis Grund sich für Menschen im Iran einzusetzen: "Im Jahre 1984 war ich gezwungen meine Heimat, auf Grund der herrschenden Diktatur und Diskriminierung, zu verlassen. Viele Jahre der schönsten und jüngsten Tage meines Lebens habe ich, gezwungen stets von einem Ort zum nächsten zu wechseln, ohne festen Halt und Perspektive umherirrend, verbracht. In diesen Tagen hatte ich noch die Liebe und Begeisterung, während ich im Studium in meiner Universität saß, meiner Gesellschaft nützlich zu sein und zu helfen. Allerdings hat das fundamentalistische Islamische Regime mir dies leider verwehrt. Obwohl ich schon seit Jahren in einem freien und demokratischen Land lebe, werde ich mich immer dafür einsetzen, dass den Jugendlichen von heute nicht dasselbe widerfährt wie mir.
In der Hoffnung auf eine friedvolle und freie Welt."

Simin Chaichi

Simin Chaichi hatte am 9. Juli 2011 ihren 56. Geburtstag. Die kurdische Dichterin wurde in ihrer Heimatstadt Sanandadsch am 26. Dezmeber 2010 verhaftet. Sie gehörte zu einer Reihe von Menschen, die im Zusammenhang mit Protesten gegen die Exekution von Habibollah Latifi vom Geheimdienst abgeholt und weggebracht wurde. Sie sagt von sich selbst: "I love all humans."

Mehr über Simin Chaichi auf flüchtlingshilfeiranev

Mola Janam - Khalil Alinejad

Fred Gottsknecht, IOPHRI

Ich glaube, dass man sich überall auf dieser Welt für Menschenrechte einsetzen muss. Hier im Westen genau so wie in anderen Teilen der Welt. Es ist ein Recht, was einem nicht zufällt sondern für das seit Generationen gekämpft wird. Ich lebe in einem Land, wo diese Menschenrechte in großen Teilen eingehalten werden.
Als ich damals die grüne Bewegung im Iran sah und den Mut der Menschen für ihre Rechte einzutreten, war ich sehr berührt. Ich und viele andere sahen die Freude und die Hoffnung auf Selbstbestimmung. Es war eine Aufbruchstimmung. Als das gottlose Regime durch den gezielten Einsatz von Manipulation, Gewalt und Folter die Bewegung für das erste erstickte, wurde immer mehr Menschen klar, welche Art Regime an der Macht ist.
Als ich von betroffenen Iranern erstmals hörte, welch menschenverachtende Folter an Jugendlichen, Frauen, Männern und alten Menschen im Iran durchgeführt wurden, konnte ich das zuerst nicht glauben. Als aber Amnesty International und direkt Betroffene davon sprachen, wurde mir klar, dass ich helfen muss. Ich hoffe, das durch meinen kleinen Beitrag die Menschen im Iran ermutigt werden, wieder neue Kräfte zu sammeln und sich dem Regime neu zu stellen. Das dieses Regime keine Existenzberechtigung  und wenig Halt in der Bevölkerung hat, ist mehr als klar. Ich wünsche und hoffe, dass das Leiden des iranischen Volkes nicht zu lange dauert. Aber ich vertraue auch dem iranischen Volk. Es wird den richtigen Zeitpunkt finden um sich von dieser Knechtschaft zu lösen. So lange wie dieses Regime an der Macht ist will ich den Blick auf den Iran nicht verlieren und den Menschen in unserem Land zeigen, was dort für ein Unrecht geschieht.

Zia Nabavi

Zia Nabavi gilt als gewaltloser politischer Gefangener, der nur deshalb inhaftiert ist, weil er im Rahmen von Veranstaltungen des "Rats für die Verteidigung des Rechts auf Bildung" friedlich von seinen Rechten auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht hat. Er wurde am 14. Juni 2009 festgenommen, nachdem er an einer Protestkundgebung teilgenommen hatte, die sich gegen die Ankündigung richtete, dass der amtierende Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Präsidentschaftswahlen gewonnen habe. Seitdem befindet er sich in Haft. Im Januar 2010 war er zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Im Mai 2010 wurde das Strafmaß auf zehn Jahre im inneriranischen Exil reduziert.

Mehr Informationen zu Zia Nabavi: persian2english

Neue Adresse © Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt..

Wir haben das Wort
Freiheit
mit bloßen Nägeln in
Kalkwände geritzt, bis
die Steine blutige Tränen weinten.

Nun wachsen Gitterstäbe
aus unserer Haut,
die Nacht hat sich mit
Sternen bewaffnet und
der trübe Mond sucht
seinen Kompass. 

In der Sackgasse der Revolution
kauern wir in
unseren Zellen wie
verwahrlostes Federvieh
mit Blick auf den Galgen.

PD Dr. Reza Hajatpour

PD Dr. Reza Hajatpour kennt das Regime im Iran aus eigener Anschauung. Warum er sich bei der Solidaritätsaktion beteiligt: "weil ich meine Solidarität mit den Menschen ausdrücken will, die nicht in der Lage sind, sich gegen das System zu wehren ...weil ich wünsche, dass die Freiheit über den Despotismus siegt ...weil ich damit meine Empörung gegen die Willkür der fundamentalistischen Anmaßung zum Ausdruck bringen möchte."

Masoud Bastani

Masoud Bastani war Herausgeber der regimekritischen Nachrichten-Website „Jomhouriat“ („Republik“) und schrieb für mehrere weitere Zeitschriften. Im Zuge der Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads am 12. Juni 2009 fiel Bastani wie Hunderte junger oppositioneller Intellektueller einer Verhaftungswelle zum Opfer. In einem Massenprozess wurde er unter Anwendung von physischer und psychischer Folter zum „Geständnis“ der „Schwächung legaler Institutionen des Staates“ und des „Schüren von Zweifeln“ am Wahlausgang gezwungen. Unter anderem drohte man ihm mit dem Schicksal seiner ebenfalls inhaftierten Ehefrau. Am 17. September 2009 wurde er zu insgesamt sechs Jahren Haft verurteilt, darunter ein Jahr wegen regierungsfeindlicher Propaganda und fünf Jahre wegen Unruhestiftung und Störung der öffentlichen Ordnung. Aus Protest gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen ist Bastani mehrfach in den Hungerstreik getreten. 
Für Masoud Bastani haben mehrere FDP Politiker (Alexander Alvaro | Marina Schuster) auf Anregung der IGFMPatenschaften übernommen.

Mehr Informationen zu Masoud Bastani: facebook

Andak Andak - Shahram Nazeri

Eva M. Knoche

Eva M. Knoche ist ein Mitglied der ersten Stunde in der Internationalen Organisation zum Schutz der Menschenrechte im Iran. Das sagt sie zu Ihrem Engagement: "Wir sind alle miteinander verbunden und „...wenn andrer Schmerz dich nicht im Herzen brennet, verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennet.“ Dieses Gedicht von Saad’i drückt sehr deutlich aus, warum ich es für wichtig erachte, mich für die Menschenrechte im Iran einzusetzen."

Isaa Saharkhiz

Isaa Saharkhiz wurde am 4. Juli 2009 verhaftet. Er gehörte zu Mehdi Karoubis Wahlkampfteam und trat sehr kritisch gegenüber Präsident und Oberstem Führer auf. Bei seiner Verhaftung brach man ihm einige Rippen. Zusammen mit Keyvan Samimi, Massoud Bastani, dem studentischen Aktivisten Ali Akbar Ajami, dem Menschenrechtsaktivisten Jafar Eghdami und Heshmatollah Tabarzadi, sowie weiteren Gefangenen aus dem Teheraner Evin Gefängnis.

Mehr Informationen zu Isaa Saharkhiz:rferl.org und transparancy-for-iran.org

Rose aus Isfahan, Iran, Symbol der Solidarität und Verbundenheit

Rose aus Isfahan

Diesen Tag widmen wir beiden politischen Gefangenen. Isaa Saharkhiz setzte sich für andere politische Gefangene ein. Er setzte seine Gesundheit durch einen Hungerstreik auf's Spiel. Nasrin Sotoudeh liess sich auch durch Drohungen nicht davon abhalten ihren Beruf auszuüben und die Rechte anderer zu verteidigen, bis das Regime sie in Haft nahm.

Du, mein Land
© Sedaye Bad

Du, mein Land, ich hör dich weinen,
beugst dich tief der finst‘ren Macht.
Mutter Sonne will nicht scheinen,
Vater Hoffnung stirbt heut Nacht.

Bruder Hass verwüstet Stätten,
Schwester Willkür hält frei Haus.
Freundin Freiheit liegt in Ketten,
Feindin Lüge schleicht hinaus.

In dem Staub kriecht Onkel Glauben,
seine Fahne brennt im Wind,
Feind Argwohn will Seelen rauben,
greift nach Alten und nach Kind.

Böse Alte, Tante Rache,
zieht verheerend durch das Land,
schürt den Zorn als heil’ge Sache, 
Pate Tod geht ihr zur Hand.

Du, mein Land, hör auf zu weinen,
beug dich nicht der finstren Macht.
Tochter Stärke wird dich einen
und Sohn Mut gibt auf dich Acht.

Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh war am 22. September 2010 verhaftet worden und befindet sich seitdem in Einzelhaft. Zunächst wurde sie wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ und „regimefeindlicher Propaganda“ angeklagt. Später kam noch eine Anklage wegen „Verstoßes gegen die islamischen Kleidervorschriften in einer auf Video aufgenommenen Rede“ hinzu. Sotoudeh hat einen Großteil ihrer Inhaftierung im Hungerstreik verbracht.
Nasrin Sotoudeh wurde mit dem Menschenrechtspreis der International Human Rights Organization ausgezeichnet und ist Mitglied der Organisation Defenders of Human Rights, der Kampagne gegen frauendiskriminierende Gesetze „Eine Million Unterschriften“ sowie in der Gesellschaft zum Schutz der Rechte von Kindern. Als Rechtsanwältin hat sie viele Menschenrechtsaktivisten, Frauenrechtsaktivisten, Kinder, Opfer von Kindesmisshandlung und zum Tode verurteilte Minderjährige verteidigt. Im Jahre 2008 wurde ihr der Menschenrechtspreis der Organisation International Committee on Human Rights verliehen. Wegen ihres Engagements für die Menschenrechte war sie unzählige Male bedroht worden.
Sie war auch Isaa Saharkhiz' Anwältin.
Mehr Informationen zu Nasrin Sotoudeh:Brief an den Justizchef und englishtogerman.wordpress

Ebrahim Madadi

Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitern ihre Gehälter über Monate nicht ausgezahlt werden. Ebrahim Madadi hat ähnlich wie der im Moment freigelassene Bus-Gewerkschaftsführer Mansour Osanlou Proteste organisiert, um diesen Missstand zur Sprache zu bringen und auf die Auszahlung des sowieso schon geringen Lohns zu drängen. Dafür wurde er verhaftet und unter Druck gesetzt falsche Geständnisse abzulegen.

Mehr Informationen zu Ebrahim Madadi auf soziales-zentrum-göttingen.de und rahaward.org

Navayee - Ensemble Omid

Julia

Julias Motivation sich für die Menschenrechte im Iran einzusetzen: "Ich möchte, dass Leid und Tod der Opfer der staatlichen Repression nach der Präsidentschaftswahl von 2009 nicht vergebens waren. Ich möchte, dass alle Verantwortlichen für die Menschenrechtsverletzungen in Iran bestraft werden und dass das iranische Volk in all seiner Vielfalt in Freiheit leben kann. Darum möchte ich dazu beitragen, dass die Welt von den Vorgängen in Iran erfährt."

Rasoul Bodaghi

Rasoul Bodaghi ist zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er wurde der Versammlung und Verschwörung mit dem Ziel sicherheitsgefährdender Verbrechen und regimefeindlicher Propaganda für schuldig befunden.
Im September 2010 war er von Beamten im Gefängnis Rajai Shahr unter Druck gesetzt und mehrfach gefoltert worden.

Mehr Informationen zu Rasoul Bodaghi:iranhr.ch

Iran © Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt..

Die Schatten der Nacht klammern 
an den Sternenfüßen, und 
der Duft der Narzissen 
verbrennt im Feuerregen.


Schwarze Tulpen wogen 
über keimendes Grün,
ersticken ungesagte Worte.


Der Gesang der Nachtigall 
ist verstummt und ihre 
Geliebte, die Rose, verdorrt.

Haltlos
wie das morsche Schilfrohr
schwanke ich im Wind
und klagend haucht die Ney ihr
Lied über den Gräbern
meiner Träume.

Die Schleier des Vergessens
bedecken Dich schon, wispert
hämisch ein Dschinn. 

Mansour Arshama

Mansour Arshama findet: "Seit ihrer Gründung hat die Islamische Republik die Rechte ihrer Bürger systematisch mit Füßen getreten. Dem unerträglichen Leid meiner iranischen Landsleute, die kein Gesetz vor Verfolgung, Inhaftierung, Folter und Vergewaltigung schützt, kann und werde ich nicht tatenlos zusehen. Die Menschenrechte sind unteilbar." Mansour ist ein Beispiel für einen Exiliraner, der für Informationsfluss im Westen über sein Land sorgt, dem es ein Anliegen ist, seine Landsleute nach Kräften in ihrem Ringen um Rechte, Freiheit und Solidarität unterstützt ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Ronak Safarzadeh

Ronak Safarzadeh gehört der lokalen Frauenorganisation "Azar Mehr" in Sanandaj (Provinz Kurdistan / Nordwest-Iran) an, die der Kampagne für Gleichheit angeschlossen ist. Ronak Safazadeh befindet sich Berichten zufolge seit dem 9. Oktober 2007 im Gefängnis in Sanandaj, nachdem sie am Vortag an einem Treffen anlässlich des Internationalen Tags des Kindes teilgenommen und Unterschriften für die Kampagne für Gleichberechtigung gesammelt hatte.

Mehr Informationen zu Ronak Safarzadeh:menschenrechtsverein.org und iranhr.ch

Mahsa Vahdat Mighty Sam McClain - Give me back my freedom !

Monika Paulus

Die Würde des Menschen ist unantastbar!
Wie kann es sein, dass Menschen, die sich im Iran für die Freiheit und Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Land einsetzen, ins Gefängnis kommen und dort schlimmste Misshandlungen und Folter über sich ergehen lassen müssen ??? Diese Menschen haben mein  tiefstes Mitgefühl. Ich will nicht wegschauen, sondern aufmerksam machen und hoffe durch diese Aktion möglichst viele Menschen zu erreichen, um das Leid im Iran bekannter zu machen. Ich möchte mithelfen, einen  Impuls zu setzen, der dem Iranischen Volk Mut machen und schließlich zur Selbstbestimmung verhelfen soll.

Behrouz Javid Tehrany

Es gab bereits 1999 starke Proteste von Seiten der Studenten. Behrouz Javid Tehrany gehörte zu den protestierenden Studenten, die schon damals in Haft kamen und in Folge eine 3 jährige Haftstrafe verbüßte. 2005 wurde er erneut zu 7 Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil. Vorgeworfen werden ihm u. a. regimefeindliche Propaganda, Beleidigung des obersten Führers, Versammlung vor dem Büro der Vereinten Nationen und Mitgliedschaft bei der Demokratischen Front Irans.
Entgegen geltender Gesetze wurde er in das für Straftäter vorgesehene Gefängnis Rajai Shahr gebracht. Er wurde mehrfach von den Wärtern verprügelt und in Einzelhaft genommen.
Aus Protest gegen die Verletzung seiner Rechte trat er mehrmals in den Hungerstreik. Er wird weiterhin in Rajai Shahr festgehalten und erhält keinen Hafturlaub, obwohl seine Verhaftung schon sechs Jahre her ist.
Weitere Informationen zu Behrouz Javid Tehrany: united4Iran-Bayern

"Alter Mann wach auf und sieh
'
Du zerstörst Deinen eigenen Ruf.

Wir sind sprachlos doch frei geboren

und jetzt haben wir unsere Stimme gefunden.
Das Ende Deiner Zeit naht

Der Schlag unserer Herzen ist stark."

Susu Aghamiri

"Was dieses Regime meinen Landsleuten antut ist abscheulich. Mich öffentlich für meine Landsleute einzusetzen ist eine Selbstverständlichkeit! Es kostet mich überhaupt keine Überwindung Leute auf der Straße anzusprechen, sie zu informieren über die Situation im Iran und sie um ein Zeichen der Solidarität zu bitten." Das sagte Susu Aghamiri bei einer der Straßenaktionen für "Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran".

Rozita Vaseghi, Mitglied der Baha'i, Gewissensgefangene des Regimes im Iran

Rozita Vaseghi

Rozita Vaseghi steht hier stellvertretend für über 40 Baha'i, die im Iran auf Grund ihres Glaubens verhaftet wurden. Die Behörden werfen den Baha'i vor zu missionieren oder Spione Israels zu sein oder "den Islam zu beleidigen". Frau Vaseghi wurde schon 2005 zu 5 Jahren Haft verurteilt. 2010 wurde sie wieder verhaftet und unter neuen Vorwürfen im Gefängnis von Maschad festgehalten. 

Weitere Informationen zu Rozita Vaseghi:amnestyiran und english2german

Shahram Nazeri, Ghateye zarbi

Zara Noorani

"Human beings are organs of one body,
In creation of one essence.
If one member is afflicted with pain,
Other members uneasy will remain.
If you have no sympathy for human pain,
The name of human being you cannot retain."  Sa'di.

I believe as a human being I have the responsibility to help all individuals.  I also believe, as an Iranian living abroad in freedom, I have the added responsibility of protecting the rights of my fellow countrymen in Iran in whatever circumstances and wherever they are situated.  For me it is not important that those who I am trying to protect their rights are a Zoroastrian, Jew, Christian, Muslim, Buddhist, Sufi, Sunni, Shia, Baha’i or Baluch, Lour or Kurdish, Turkish, Arab or black or white or an atheist. For me it’s important that I am a human being and we all share the same creator and as such all humans possess the same rights which is the right to live as free individuals where each person’s individual rights are respected.-
 I live in hope for the day where we all Iranians live under the same flag in freedom, liberty and in peace, side by side with each other in friendship and with restored sense of pride in our ancient country and culture.

Said Matinpour

Said Matinpour wurde zu 8 Jahren Haft verurteilt, die er im Evin Gefängnis verbüßt. Der Journalist und Menschenrechtsaktivist hatte über Diskriminierungen des Regimes gegenüber ethnischen Gruppierungen im Iran geschrieben. Mitarbeiter des Geheimdiensts erwirkten mittels Folter ein "Geständnis" er sei in Verbindung mit "ausländischen Mächten" und würde Propaganda gegen das Regime betreiben. Er wurde schon 2007 verhaftet und gehört zu jenen Gefangenen, denen trotz vielfacher gesundheitlicher Beschwerden medizinische Hilfe verweigert wird.

Mehr Informationen zu Said Matinpour:rferl.org und facebook

Letzte Grüße © Sedaye Bad, eine in Deutschland lebende Dichterin, die Iran gut kennt..

Sei gegrüßt, Dämmerung,
in der die Augen des Dämons
Vertrauen und Glauben verheißen
und die Gebete Erhörung finden. 

Sei gegrüßt, Nacht,
in der junge Pappeln
am Rande des Flusses an den
freundlichen Äxten der Geister riechen.

Sei gegrüßt, Mond,
bedenke mit deinem Safranlächeln
auch die, deren kalte Küsse morgen
zu Stricken für den Galgen werden.

Sei gegrüßt, Morgenröte,
senke deinen Spiegel auf
blühende Akazienzweige,
an denen Vogelscheuchen baumeln.

Sei gegrüßt Liebe,
Schützerin des Meeres und
der Ufer, halte deine Zauberhand
über diese tiefe Wunde meines Herzens.

Ralf Metzenmacher

Das sagt der Künstler Ralf Metzenmacher zu seinem Antrieb bei der Solidaritätsaktion mitzumachen: "Ich bin überzeugter Humanist und der Meinung, wo Unrecht zu Recht wird, sollte Widerstand zur Pflicht werden."

Shabnam Madadzadeh

Shabnam Madadzadeh gehört zu den Studierenden, denen Beteiligung an den Studentenprotesten von Mitte Februar 2009 vorgeworfen wird. Die Proteste richteten sich gegen die fundamentalistische Meinungskontrolle an den Universitäten.
Shabnam Madadzadeh wurde über längere Zeit in Isolationshaft gehalten und gefoltert, um sie zu zwingen, sich mit einem falschen Geständnis selbst zu belasten. Ihr wurde Zusammenarbeit mit Oppositionsgruppen im Ausland vorgeworfen.
Sie wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, die sie im Rajai-Shahr-Gefängnis in der Stadt Karadsch verbüßen muss. Auch Ihr Bruder Farzad Madadzadeh wurde wegen angeblicher Handlungen gegen die nationale Sicherheit zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. 

Weitere Informationen zu Shabnam Madadzadeh auf: iranhumanrights.org

Imagine - Tasavor kon

Wolfgang Baron von Hildebrandt

Warum sich Wolfgang Baron von Hildebrandt für Frieden und Menschenrechte einsetzt: "Neda ist zwar tot aber nicht gestorben. Die Menschen im Iran und vor allem die Kinder brauchen eine Zukunft, Frieden und Freiheit. Gewaltlosigkeit ist das beste Mittel, um sich für Frieden einzusetzen und ist nichts für Feiglinge."

Die Namenlosen politischen Gefangenen im Iran

Rosen aus Isfahan zur Erinnerung an den Duft von Freiheit

Diesen Tag widmen wir all jenen politischen Gefangenen im Iran, die keinen Fürsprecher gefunden haben, die unerkannt, unbekannt und nicht veröffentlicht in Irans Gefängnissen darben, gequält werden und Unrecht erfahren, weil sie aufrecht ihre Meinung, ihr Bekenntnis und ihren Glauben sagen oder leben.

Mara bebus baraye acharin bar - Küss mich ein letztes Mal

Küss mich ein letztes Mal,
es bleibt mir keine Wahl,
das Schicksal trägt mich fort
an einen fernen Ort.

Gott schütze dich, mein Kind,
ich fliege mit dem Wind.
Du sollst nicht um mich bangen,
vergangen ist vergangen.

Küss mich ein letztes Mal.
Ich reise durch die Dunkelheit
und überwinde Raum und Zeit.
Ich habe in der finstren Nacht
die Flamme zu dem Berg gebracht.

Der Widerstand muss leben,
ich hab alles gegeben.
Wir kämpfen Seit an Seiten
in diesen schweren Zeiten.

Küss mich ein letztes Mal.
Mein Blümchen, schau mir ins Gesicht.
Ich bitt dich, weine um mich nicht!
Ich nehm’ nun Abschied in der Nacht,
mein Herz hält ewig bei dir Wacht.

Wir sehn uns in der andren Welt,
schau nur hinauf zum Sternenzelt!
Wein nicht, für mich ist das nur Qual,
Komm, Kind, küss mich ein letztes Mal.

Mina

Mein Herz schmerzt, wenn ich daran denke, dass ein Mensch irgendwo im Iran in einer kleinen, finsteren und nassen Gefängniszelle darbt, mitunter Hunderte von Kilometern weit entfernt von seinem Zuhause. Aber was spielt das für eine Rolle. Selbst 50 Meter Entfernung sind unüberbrückbar, so als wäre er auf einem fernen Kontinent. Und warum? Er hat einfach nur seine Meinung oder seine Wünsche geäußert.

Es macht mich sehr traurig, wenn ich an andere Mütter und Väter denke, die vor Sorgen nicht mehr schlafen können und verzweifelt auf ein Lebenszeichen von ihren geliebten Töchtern und Söhnen warten.

Der Gedanke macht mich wahnsinnig, wie Kinder nach ihren Müttern und Vätern fragen und wie groß ihre Sehnsucht nach einer kurzen Umarmung, einem Streicheln oder einem Küsschen ist.

 Das Gefühl macht mich krank, wenn ich nur zuschaue und NICHTS unternehme.

Atefeh Nabavi

Atefeh bedeutet Zuneigung oder auch Empathie. Atefeh Nabavi hatte an den Protestkundgebungen am 25.3.1388 (15.6.2009) teilgenommen. Sie wurde an demselben Tag verhaftet und sitzt seitdem im Evin-Gefängnis in Teheran. Die aktuelle Verurteilung wurde durch "Versammlung und stillschweigende Vereinbarung gegen das System der Islamischen Republik Iran durch Beteiligung an nicht zugelassenen Demonstrationen" sowie durch "Störung der öffentlichen Ordnung" begründet. Sie wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.

Weitere Informationen zu Atefeh Nabavi auf Julia's Blog.

Barkhizid - Erhebt Euch

Sofia Sadighpour

"The way I see myself, I am just a mother, who feels solidarity with many families who have been suffering from vastly violation of human rights in Iran. As a supporter of “Mothers of Laleh Park”( “Mourning Mothers” of Iran), I try to help spread their words. They demand freedom of all political prisoners, stopping the executions and bringing to justice those who are responsible for killing and torturing their children." Says Sofia Sadighpour.

German translation: "Wie ich mich selbst verstehe: ich bin nur eine Mutter, die sich den vielen Familien verbunden fühlt, die an den vielfältigen Menschenrechtsverletzungen im Iran zu leiden haben. Als Unterstützerin der "Mütter vom Laleh Park" ("Trauernde Mütter Irans"), helfe ich dabei ihre Stimme hörbar zu machen. Sie verlangen Freiheit für alle politischen Gefangenen, Einhalt für die Hinrichtungen und einen Prozess gegen jene, die für die Tötungen und die Folter ihrer Kinder verantwortlich sind."

Zeinab Jalalian

Zeinab Jalalian wurde in einem 5-minütigen Prozess zum Tode verurteilt. Der oberste Gerichtshof des Irans hat das im Januar verhängte Todesurteil gegen die kurdische Aktivistin und Journalistin Zeinab Jalalian bestätigt. Ihr wurde „Feindschaft gegen Gott“ (Mohareb) und Mitgliedschaft in der PKK vorgeworfen. In den meisten Fällen verwenden Vertreter des Regimes die Terminologie Mohareb, um Menschen für Handlungen gegen die Sicherheit des Systems zu verurteilen, wenn es keine greifbaren Fakten für eine Verhaftung und Verwahrung gibt.

Mehr Informationen zu Zeinab Jalalian: iranische-frauenbewegung und iran.elple.net

Nach dem Freitagsgebet in Teheran © Sedaye Bad

Der Missklang gebrochener 
Versprechen zieht über Zebrastreifen,
auf denen Passanten wie 
verlorene Noten dem Knüppel 
des Dirigenten erliegen.

Am Straßenrand verbrennt
der Frieden in Mülltonnen,
Parolen schlüpfen durch Mauerritzen,
entmündigte Spatzen bauen
Trauernester auf rissigen Lippen.

Auf dem Platz der Freiheit
hocken schwarze Raben
und peitschen die Liebenden.
Schreie zerplatzen wie
Wundblasen in der Luft.

Die Samtaugen der Nacht
liebkosen Teherans Dächer und
die Rufe der Standhaften bauen
eine Brücke zur Milchstraße:
„Allah hu akbar!“

Choda* – wo bist Du?

*das persische Wort für Gott

Ulla Bitz

"Sehr gerne unterstütze ich die Aktion "Ein Gesicht für Menschenrechte im Iran". Es ist wichtig, dass wir uns im gewaltlos Einsatz für mehr Menschenrechte im Iran einsetzen. Gewaltlosigkeit ist nichts für Feiglinge." findet Ulla Bitz.

Majid Tavakoli

Majid Tavakoli war ein Studentenführer. Er besaß die Kühnheit, von seinem international verbrieften Recht auf Ausdrucksfreiheit Gebrauch zu machen – er hielt am Tag der Studenten im Dezember 2009 eine Rede, in der er die Regierung kritisierte. Kurze Zeit später wurde er verhaftet, und seitdem sitzt er im Gefängnis. Dort wurde er geschlagen und in Einzelhaft gehalten. Schließlich verurteilte man ihne wegen „Teilnahme an illegalen Versammlungen“, „regimefeindlicher Propaganda“, „Beleidigung des Führers“ und „Beleidigung des Präsidenten“ nach einem unfairen Verfahren im Revolutionsgericht zu mehr als acht Jahren Gefängnis. Zur Zeit leistet er seine Strafe im Gefängnis Rajai Shahr in Karaj ab und ist in einem schlechten gesundheitlichen Zustand.
Mehrere dort einsitzende bekannte Gewissensgefangene, darunter auch Majid Tavakoli, haben mit Hungerstreiks gegen die gefährliche Überfüllung und die katastrophalen hygienischen Bedingungen in diesem Gefängnis protestiert.

Brief von Majid Tavakoli: Julia's Blog
M
ehr Informationen zu Majid Tavakoli: amnesty

Persische Sufi Musik, Shah Nematullah Wali

Dieter Karg

„Iran ist ein spannendes Land, anderen islamischen Staaten immer ein Stück voraus. Es war das erste Land, das eine Islamische Republik ausrief, und auch eins der ersten, dessen Bevölkerung sich dagegen auflehnt. Ein Land voller Widersprüche: mit Jahrtausende alter Kultur, mit hohem Bildungsniveau und gleichzeitig enormer staatlicher Repression, mit der zweithöchsten Zahl von Hinrichtungen weltweit, aber auch ein Land mit einer sehr aktiven Bürger- und Frauenrechtsbewegung, die unsere Unterstützung verdient hat. Majid Tavakkoli gehört zu ihr.“ sagt Dieter Karg.

Nasrin Sotoudeh

Nasrin Sotoudeh, 48 Jahre alt, ist eine bekannte iranische Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin. Am 04. September 2010 wurde sie vor Gericht geladen, ohne anwaltlichen Beistand verhört und festgenommen. Um gegen die Haftbedingungen zu protestieren, trat sie am 22. September 2010 in einer vierwöchigen Hungerstreik.
Das Revolutionsgericht in Tehran verurteilte Nasrin Sotoudeh am 08. Januar 2011 zu 11 Jahren Haft und 20 Jahren Berufs- und Ausreiseverbot. Die Begründung für ihre Verurteilung war ihre Aktivität gegen die nationale Sicherheit, Zugehörigkeit zu CHRD, Center of Human Rights Defenders und Propaganda gegen das System.
Nasrin Sotoudeh verteidigte unter anderem Shirin Ebadi und Heshmatollah Tabarzadi.
Sie ist mit Reza Khandan verheiratet, der zwischenzeitlich selbst einmal vorgeladen wurde und ist Mutter zweier minderjähriger Kinder.

Bani Adam / Die Kinder Adams, Sa'adi

Die Kinder Adams sind aus dem einen gleichen Stoff gemacht, 
als Glieder eines Leibs vom Schöpfergott erdacht. 
Sobald ein Leid erfährt nur eines dieser Glieder, 
erklingt sein Schmerz sogleich in ihnen allen wider. 
Ein Mensch, den nicht die Not der Menschenbrüder rührt, 
verdient es nicht, daß er den Namen Mensch noch führt.

Dr. Johannes Graulich

"Ein Blick auf die deutsche Geschichte lehrt, wohin Fanatismus und Faschismus führt. Für die Menschenrechte im Iran engagiere ich mich, weil ich den seit etlichen Jahren unterdrückten Menschen im Iran endlich Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung wünsche." Dr. Johannes Graulich über die Situation im Iran.

Kouhyar Goudarzi

Der Journalist, Blogger und Menschenrechtsaktivist Kouhyar Goudarzi wurde zum ersten Mal im November 2009 verhaftet und einige Monate später vom Revolutionsgerichtshof zu einem Jahr Haft u.a. aufgrund „Propaganda gegen das Regime durch intensive Mitarbeit an der CHRR-Website“ verurteilt. Er verbrachte 10 Monate in Evin und die letzte Zeit bis zu seiner Entlassung am 14. Dezember 2010 in Rajai Shahr.

Während seiner Zeit im Gefängnis wurde Kouhyar 2010 mit dem John Aubuchon Freedom of the Press Award ausgezeichnet, der besonders mutigen und ehrlichen Journalist als Tribut für ihre Leistungen verliehen wird.
Am 31. Juli 2011 wurde Kouhyar Goudarzi nun wieder verhaftet und ist offensichtlich bei seiner Verhandlung brutal zusammengeschlagen worden. Seitens des Regimes gibt es noch keine offizielle Bestätigung seiner Verhaftung. Was bedeutet, dass Kouhyar seit nun mehr als 20 Tagen verschwunden ist.
Einen Tag nach Kouhyar’s Verhaftung wurde auch seine Mutter, Parvin Mokhtareh festgenommen, die noch nie vorher politisch aktiv war, sich jedoch immer für die Freilassung ihres Sohnes eingesetzt hat. 

Weitere Informationen zu Kouhyar Goudarzi: schattenblick.org

Aktuelle Info (4.09.2011): Julia's Blog

Free my family campaign

Miriam Risch

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Die Regierung im Iran verstößt mit ihrer Politik gegen jegliche Menschenrechte. Ihr gewaltsamer und diktatorischer Umgang mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen, religiösen Gruppierungen, Journalisten, Studenten, Frauen und kritischen Bürgern und Bürgerinnen etabliert im Iran ein faschistisches System.
Es trifft mich zutiefst die Menschen im Iran leiden zu wissen.
Ich versichere ihnen meine Solidarität und Unterstützung und wünsche den Menschen großen Mut, Kraft, Durchhaltevermögen, um zu Frieden und Demokratie zu gelangen.

Maryam Bahreman

Am Mittwoch, 11. Mai 2011 wurde Maryam Bahreman, Ingenieur, Bloggerin und iranische Frauen- und Menschenrechtsaktivistin in Shiraz (Iran) von Sicherheitskräften verhaftet. Sie gründete 2003 eine Vereinigung, die für die Rechte iranischer Frauen eintrat. Als Mitglied dieser Vereinigung war Maryam Bahreman aktiv für Frauenrechte u.a. auch in der One Million Signature Campaign, eine Unterschriftenkampagne, die Hunderttausende Iraner unterzeichneten, um für die Freiheit der Frauen einzutreten und aufgrund dieser Unterschriften Tausende verhaftet wurden. Maryam Bahreman hielt im Februar 2011 eine Rede vor der UN in New York bezüglich Frauenrechte im Iran. 
Maryam Bahreman wird beschuldigt, gegen die nationale Sicherheit agiert zu haben. 

Weitere Infos Maryam Bahreman: europarl.europa.eu

Niemand eine Insel ist,
alleine nur für sich.
Ein jeder ist ein Teil des Kontinents,
Ein Stück vom Ganzen.
Und würde eine Scholle Land vom Meer hinweggespült,
Europa würde kleiner...
Mit jedem Toten schrumpfe ich,
denn ich bin ein Teil der Menschheit.
Daher denk genau
für wen die Glocken läuten...
Sie läuten doch für Dich. Sie läuten wohl für Dich.

Dr. Oliver Cech

Dr. Oliver Cech über seine Motivation: "Weil es eine Illusion ist, dass wir getrennt sind. Was man einem Menschen antut, das ist uns allen angetan.
Der englische Mystiker John Donne hat diese Erfahrung 1624 in einem Gedicht ausgedrückt: 

No man is an island,
Entire of itself.

Each is a piece of the continent,

A part of the main.

If a clod be washed away by the sea,

Europe is the less...

Every man's death diminishes me,

For I am involved in mankind.

Therefore, never send not to know

For whom the bell tolls...
It tolls for thee. It tolls for thee."

Abdollah Sadoughi

Der Sportjournalist Abdollah Sadoughi, ein Angehöriger der Minderheit der Aserbaidschaner in Iran, wurde zunächst am 18. Januar 2010 in der Stadt Tabriz unter der Anschuldigung festgenommen, die nationale Sicherheit gefährdet und die pan-türkische Bewegung (Einheitsbewegung unter den Turkvölkern für einen Zusammenschluss aller türkischsprachigen Völker - Panturkismus) unterstützt zu haben. Er hatte Plakate mit aserbaidschanisch-türkischen Schriftzeichen über den Fußballverein Traktor Sazi veröffentlicht, der in Tabriz zum Symbol der aserbaidschanischen Kultur geworden ist. Das aserbaidschanische Türkisch ist im Iran nicht als Amtssprache zugelassen. Im März 2010 wurde er freigelassen, stand aber unter Beobachtung durch den Geheimdienst. 
Am 24. August 2011 kam er im Zusammenhang mit den Protesten wegen der Austrocknung des Urmia-Sees zusammen mit 30 weiteren Aktivisten in Haft. Er leidet nach 17 Tagen Hungerstreik an Magenblutungen.

Shams Ensemble

Christiane Cech

"Jeden Tag ein Lächeln!
Ich wünsche mir für die Gefangenen im Iran, die für die Freiheit und Gerechtigkeit in ihrem Land kämpfen, dass sie unbeschwert Lachen und Freude in Freiheit erleben können. Mögen sie den Schmerz, den die Unterdrückung in ihnen hinterlassen hat, überwinden können." Christiane Cech

Fereshte Shirazi

Die Frauenrechtlerin und Mitstreiterin der Kampagne für Gleichberechtigung, Fereshteh Shirazi, wurde am 4. September in der Stadt Amol im Nordiran festgenommen. Die Gründe für ihre Festnahme sind nicht bekannt.

Die Frauenrechtlerin und Mutter zweier Kinder, Fereshteh Shirazi, wurde am 4. September festgenommen, nachdem man sie in das Büro des Geheimdienstministeriums in Amol vorgeladen hatte. Der konkrete Grund für ihre Festnahme ist nicht bekannt, doch Amnesty International geht davon aus, dass sie in Verbindung mit einem Verfahren gegen sie steht, das vor zwei Jahren im Zusammenhang mit ihren Frauenrechtsaktivitäten und Einträgen in ihrem Blog eröffnet wurde. Sollte dies der Fall sein, würde Amnesty International sie als gewaltlose politische Gefangene betrachten, die sich nur deshalb in Haft befindet, weil sie friedlich von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat. Fereshteh Shirazi wird derzeit in der Frauenabteilung des Gefängnisses von Amol festgehalten und soll Berichten zufolge ihre Familie weder anrufen noch Besuche von ihr erhalten dürfen. Der Zugang zu einem Rechtsbeistand wird ihr ebenso verweigert.

Vor zwei Jahren, am 24. und 25. August 2009, wurde Fereshteh Shirazi in das Geheimdienstministerium in Amol vorgeladen und über die Kampagne "Eine Million Unterschriften", ihre FreundInnen in Amol und Beiträge im Kontext der Kampagne in ihrem Blog verhört.

"Wer mit dem Tiger Mitleid fühlen kann,
ist für die armen Schafe ein Tyrann."

Dr. Wahied Wahdat-Hagh

Meine Motivation: "Die "Islamische Republik Iran" ist eine totalitäre Diktatur, die Menschenrechte systematisch verletzt. Die Iraner haben es verdient zur freien Welt zu gehören. Das Glück und die Menschenrechte der Iraner ist langfristig untrennbar von der Freiheit der Menschen in Europa. Auch wenn kurzfristig kapitalistische Wirtschaftsinteressen die totalitäre Diktatur der Islamisten im Iran stabilisieren. Iran hat eine säkulare parlamentartische Demokratie verdient. Freiheit für alle politischen und religiösen Gefangenen im Iran." Dr. Wahied Wahdat-Hagh

Ali Malihi

Der inhaftierte Journalist Ali Malihi war im Februar 2010 im Zuge der Verhaftungswelle gegen politische Aktivisten und Medienaktivisten in seiner Wohnung verhaftet worden. Ali Malihi ist ein Mitglied der studentischen Organisation Advar Takmime Vehdat und war für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Er wurde wegen „Versammlung und Verschwörung gegen das Regime, regimefeindlicher Propaganda, Teilnahme an illegalen Versammlungen, Veröffentlichung von Unwahrheiten und Beleidigung des Präsidenten“ verhaftet.

Im August 2010 wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Anklage wegen Präsidentenbeleidigung brachte ihm außerdem eine Geldstrafe ein. Ali Malihi wird in Abteilung 350 des Evin Gefängnisses festgehalten. Er darf keinen Besuch empfangen und auch nicht telefonieren.

Weiterführende Informationen: rahana.org

Gunda Dieterich

Es ist schwierig für uns Menschen, eine "universelle Empathie" zu empfinden. Regelmäßige Nachrichten aus Krisengebieten, über Kriege, Konflikte, Naturkatastrophen und Menschenrechtsverletzungen stoßen irgendwann an die Grenze unseres Mitgefühls.

Mit meinem Engagement für IOPHRI möchte ich dazu beitragen, dass die Situation im Iran, die massive Verletzung der Menschenrechte, die Gewalt, Manipulation und Diskriminierung verschiedener Menschengruppen immer wieder ins Bewusstsein kommt und nicht vergessen wird.

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