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Modschtaba Khamenei will's - unbequemer Geistlicher in Haft

mehriran.de - Wer als Gefahr für das Regime im Iran definiert wird, soll beseitigt werden. Dieser Maxime folgt vor allem der als möglicher Nachfolger seines Vaters gehandelte Moschtaba Khamenei mit Nachdruck.

Ajatollah Nekounam

mehriran.de - Das Regime scheint große Angst vor allen Berichten zu haben, die tief in die Ideologie und die Ziele des Regimes schauen. Einer der die Absichten und Ideologie des Regimes sehr gut kennt und auch darüber spricht, ist der Großajatollah Mohammad Reza Nekounam.

Am 1. Januar 2015 verhafteten Sicherheitsleute des Sondergerichts für Geistliche und Geheimdienstmitarbeiter der Revolutionsgarden den damals 66-jährigen Geistlichen Nekounam. Weder wurde ein Haftbefehl vorgelegt noch sonstige Dokumente. Vielmehr brachen die Agenten Türen und Fenster seines Hauses auf, um sich Zugang zu verschaffen. Sie konfiszierten persönlichen Gegenstände wie Bücher und alle elektronische Medien. Herr Nekounam wurde mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort abgeführt. Dort verbrachte er 60 Tage in Einzelhaft. 

Am 3. März 2015 erlitt Ajatollah Nekounam einen Hirnschlag in Folge physischer und psychischer Folter. Klinische Untersuchungen bestätigten den Hirnschlag, woraufhin er sofort und bedingungslos aus der Haft entlassen hätte werden müssen. Verschiedene Quellen melden, ihm sei abgelaufene Medizin verabreicht worden, sowie stark salzige und fetthaltige Kost, um seinen Gesundheitszustand weiter zu verschlechtern.

Modschtaba Khamenei besteht auf deiner Vernichtung

Beim ersten Aufeinandertreffen mit dem Generalstaatsanwalt Ajatollah Moschtahedzadehim vom Sondergericht für Geistliche in Qom, eröffnete er Nekounam, dass der Sohn des Obersten Führers - Modschtaba Khamenei - seine Eliminierung angeordnet habe, da er eine große Gefahr und ein gewaltiges Hindernis für das Überleben des Regimes darstelle.


Modschtaba Khamenei mit schwarzem Turban

Vom 3. Januar bis zum 2. März 2015 wurde Ajatollah Nekounam jeden Tag zwischen 10-15 Stunden Verhören unterzogen, die sowohl psychische als auch körperliche Foltersequenzen enthielten. Man beschuldigt ihn einer Reihe Verbrechen, wie Bekämpfung des Regimes, unmoralisches Verhalten, Beleidigung des Obersten Führers und vieles mehr...

Am 2. Januar 2015 verhafteten Geheimdienstmitarbeiter zwei enge Schüler Ajatollah Nekounams samt ihrer Familien (Ehefrauen und Kinder). Sie wurden 10 Tage lang gefoltert und verhört, um sie zu Geständnissen zu zwingen, dass Nekounam sexuelle Beziehungen zu ihren Frauen geführt hatte. Trotz Folter haben sich die Studenten nicht zwingen lassen diese willkürlichen Anschuldigungen zu bestätigen.

Der schiitische Mardscha (Quelle der Weisheit) wurde zu 5 Jahr Haft im Saheli Gefängnis in Qom verurteilt. Nach 18 Monaten Haft wurde er am 23. Juni 2016 nach Hause entlassen, aber am 7. Juli wieder ins Gefängnis gebracht. In der Zwischenzeit wurde alle seine Besucher registriert und alle Gespräche aufgezeichnet. Manche Kontakte wurden ihm verboten.

Am 2. Juli 2016 sind alle seine Bücher, trotz offizieller Veröffentlichungserlaubnis durch die Regierung, verboten und aus allen Buchgeschäften und Bibliotheken entfernt worden. Jede weitere Publikation wurde verboten.

Seit dem 3. März 2015, dem Tag seines Hirnschlags, wurde Ajatollah Nekounam bei 29 Gelegenheiten an dringend notwendigen Arztbesuchen gehindert. Eine der medizinischen Folgen ist der erhöhte Blutdruck, ein hoher Blutzuckerspiegel, Herzrhythmusstörungen, Nierenfehlfunktion, Schilddrüsenprobleme, halbseitige Lähmungen der linken Körperhälfte, beträchtliche Verschlechterung der Sehkraft und schmerzende Augen. 

Einige Quellen berichten: "Es scheint, dass diese Einschränkungen mit voller Absicht und unter Zustimmung des Sondergerichts für Geistliche erfolgen. Ziel wird es sein, dass Herr Nekounam einwilligt, nicht mehr seine Gedanken öffentlich zu vertreten. Doch hat er abgelehnt, dem zu zustimmen, daraufhin wurde ihm verwehrt Briefe aus dem Gefängnis zu schreiben."

Zuletzt wurde seine Gefängniszelle am 14. Dezember 2016 von Gefängniswärtern durchsucht und alle seine persönliche Habseligkeiten zerstört und entsorgt, samt seiner Kleidung.