ArtikelArticleArticlesArtiklenArticle

Menschenrechtler protestieren - Politik schweigt

mehriran.de - Im Iran stehen Tag für Tag mehrere Hundert Menschen vor Krankenhäusern oder vor Gefängnissen, um gegen unrechtmäßige Verhaftungen oder Brutalität gegenüber politischen Häftlingen und Gewissensgefangenen zu protestieren. Die Revolutionswächter im Iran reagieren nervös, deutsche Politiker schweigen dazu.


mehriran.de - Menschenrechte sind ein hohes Gut. Manche Ideologen im Iran behaupten es gäbe islamische Menschenrechte und der Westen solle sich nicht einmischen. Korankenner sind vom Gegenteil überzeugt: wer den Koran, das grundlegende Buch der Muslime befrage, käme zum Schluss, dass die Menschenrechte, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Vereinten Nationen zu finden sind schon im Koran veranlagt sind: was zählt ist der Mensch als Individuum vom Augenblick der Empfängnis und Inkarnation unabhängig von seinen Geschlechtsmerkmalen, sozialen Gegebenheiten, Hautfarbe oder anderen Unterscheidungen. 

Manche Muslime wähnen sich aber höherwertig und propagieren Gewaltanwendung gegenüber Andersdenkenden oder Andersgläubigen. So werden immer wieder Kampagnen mit Hilfe von Ausstellungen und Veröffentlichungen gegen unterschiedlichste Bürger und Bürgerinnen Irans gestartet. 

Es sind Geistliche wie Ajatollah Nekounam oder Ajatollah Boroudscherdi, Rechtsanwälte wie Abdolfattah Soltani, Menschenrechtler wie Narghes Mohammadi, Andersgläubige wie Baha'i, Derwische des Nematollah Gonabadi Ordens oder Ahl-e Hagh, Gewerkschafter, Lehrer, Studenten, Journalisten oder Heiler wie Mohammed Ali Taheri, die sich mit abstrusen staatsgefährdenden Vorwürfen konfrontiert sehen und plötzlich im Gefängnis landen, wo sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit gequält werden.

Dies mussten einmal wieder die Familie und die Freunde von Taheri letzten  Samstag erfahren, als er am 22 Tag seines 16 (!) Hungerstreiks verhört und ins Koma geprügelt wurde. Seine Frau wurde nicht zu ihm gelassen und auch nicht über seinen genauen Aufenthalt in Kenntnis gesetzt.

Seither stehen Hunderte Menschen vor dem Krankenhaus und protestieren. Immer wieder werden sie von Pasdaran Einheiten mit Tränengas und Schlagstöcken vertrieben. Das Regime wird nervös. Der Export seiner politisch-religiösen Ideologie auf die Schlachtfelder Iraks, Jemens und Syriens könnte sich als Fehlkalkulation erweisen, wenn daheim das Volk sich von den eisernen Fesseln der Machthaber zu befreien versucht.

Am Sonntag haben Menschenrechtsaktivsten vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt sowie in Städten in Kanada, den USA, Schweden, Großbritannien, Australien protestiert. Es ist an der Zeit, dass sich neben Amnesty International und anderen Menschenrechtsorganisationen auch die deutsche Politik dazu äußert.

Weitere Infos unter: http://www.ac-dv.org/mohamad-ali-taheri-case-october-5th-2016/